Drachenstich-Ritter Ludwig Fleischmann aus Furth im Wald und seine acht Ritterfreunde

Lederhose, weißes Hemd und blaue Weste: Kernig sind sie, die Ritterfreunde 2024 aus Furth im Wald (Landkreis Cham)von Ritter Udo. Der ist froh, sie zu haben, nicht nur für den seelischen Beistand, sondern weil die Freunde ihn auf Termine begleiten, tatkräftig anpacken und: Gut drauf sind sie auch.
Wir treffen uns auf ein Bier auf der Terrasse eines Lokals in der Bahnhofstraße. In einer knappen Stunde fährt der Bus nach Waldmünchen ab.
Das dortige Volksfest wird Ritter Udo am Tag der Städte und Gemeinden besuchen. Bis auf zwei sind heute alle Ritterfreunde dabei: Simon Späth (25), Matthias Späth (26), Raphael Fischer (25), Nikolas Perlinger (27), Simon Löffelmann (28) und Max Wild (26). Verhindert sind lediglich Florian Neumann (32) und Lukas Wurm(25).
Freunde fürs Leben
Ludwig Fleischmann strahlt, es wird gescherzt, man merkt, dass er sich wohl fühlt: „Es macht einfach mehr Spaß zusammen auf einen Termin zu fahren.“ Kennen tun sich die jungen Männer schon ewig. „Raphael, Max und Simon sind Sandkastenkumpels von mir.“
Nikolas Perlinger ist sein Cousin. Aber auch mit allen anderen ist er seit vielen Jahren eng befreundet. Alle freuen sich natürlich auf die Drachenstichzeit, sind wahnsinnig stolz, dass Ludwig heuer Ritter Udo ist. Simon Späth: „Als uns Ludwig gesagt hat, dass wir Ritterfreunde werden, haben wir uns unbandig gefreut.“
Aus dieser Freude heraus ist auch die Idee entstanden, dem ganzen mit bestickten Westen einen offiziellen Charakter zu verleihen. „Das hat es so auch noch nicht gegeben“, sagt Ludwig. Vor dem Drachenstichball gab es eine geheime whatsapp-Gruppe, in der Einzelheiten besprochen wurden. Da kam Simon Löffelmann mit der Idee um die Ecke. „Zuerst haben wir hellblaue Westen gehabt“, so Ludwig. „Die haben uns aber nicht gefallen. Die neuen sehen viel besser aus. Außerdem hab ich gelesen, dass blau zur Zeit total in ist.“ Aber nur gut aussehen reicht natürlich nicht. Alle Ritterfreunde sind bei den Aufführungen auch Sattelbogener. In ihrer Funktion rufen sie in einer Szene lautstark: „Udo, Udo“, feuern ihn so an. „Jeder Ritter den ich gefragt habe, sagt mir, dass das vielleicht der schönste Moment ist.“
Die Freunde nehmen der Hauptperson aber auch viele organisatorischen Arbeiten ab und langen zu, wenn starke Arme gebraucht werden. So bei der Spielscharparty, die am 6. August bei der Brauerei Dimpfl gefeiert wird, zu der Ludwig rund 400 Leute erwartet. Da helfen alle natürlich beim Aufbau. „Und wir schmeißen die Bar“, sagt Max Wild.
Und wenn Ludwig mal keine Lust hat, müssen sie ihn dann antreiben? „Wir müssen ihn nicht antreiben, er ist ungeheuer fleißig, er sitzt teilweise schon um sieben Uhr morgens auf dem Pferd“, erzählt Löffelmann. Wild ergänzt: „Stimmt, eher treibt er uns an.“
Er nimmt auch Tipps an
Aber der aktuelle Ritter ist auch offen für Tipps. Simon Löffelmann war 2008 zwei Jahre vor Ludwig Kinderritter: „Schon damals hast Du mir immer Tipps gegeben.“ Das ist heute auch so: Auf dem Reitplatz bekommt er schon die ein oder andere Korrektur von seinem reiterfahrenen Kumpel zu hören. „Das nehme ich aber auch gerne an.“ Niemand zweifelt daran, dass Ludwig seine Rolle wuppt. Simon Späth: „Wir wünschen ihm eine Trefferquote von einhundert Prozent, gutes Wetter und eine verletzungsfreie Zeit.“ Dann machen sich die Freunde auf nach Waldmünchen. So wie bei jedem Fest, zu dem Ludwig bisher eingeladen war. Auch beim Pfingstritt waren sie dabei. „Mentaler Beistand“, sagt Matthias Simon. Nur einen eigenen Trinkspruch haben die Freunde noch nicht. „Aber vielleicht kommt der ja noch“, sagt Ludwig.
