Ritterin Eva Baier, ihre sieben Zofen und ein kleines Geheimnis um Ritter Ludwig Fleischmann

Eva Baier freut sich in diesem Jahr Ritterin zu sein. Doch vor den Applaus hat der Drachenstich den Fleiß gesetzt. Das ist alleine nicht zu schaffen. Gut, dass die stets strahlende 21-Jährige charmante Unterstützung hat: Ihre sieben nicht minder sympathischen Zofen.
Ortstermin im Elternhaus von Eva Baier in Degelberg. Die Ritterin und fünf ihrer Zofen sitzen gut gelaunt und scherzend um den Esstisch. Evas Mama Simone ist ebenfalls da.
Auch sie kann ein Lied davon singen, dass der Drachenstich für die ganze Familie viel Zeit in Anspruch nimmt. Gerade wird am Hausschmuck gebastelt. Die Fensterbanner sind schon fast fertig. An den Rändern müssen noch Schleifen dran. „Die müssen etwas länger werden“, findet Eva.
Eva fühl sich pudelwohl
Ihren Text hat die Studentin der Zahnmedizin natürlich bereits drauf. Proben hat es schon jede Menge gegeben, bis Ende März waren es Einzelproben per Videokonferenz, seit der ersten Aprilwoche probt sie mit Sandro Bauer, der auch in diesem Jahr den Chamerauer gibt. „Das war am Anfang schon ein bisschen komisch, schließlich ist er ja der Bürgermeister.“ Aber inzwischen ist das Normalität, Eva fühlt sich im Kreis der Spieler pudelwohl. „Das macht richtig Spaß“. In die Rolle der Ritterin zu schlüpfen und Emotionen zu spielen bereitet ihr keine Probleme. „Natürlich ist es einfacher, wenn die Szene nicht zu emotional ist.“ Doch offensichtlich macht sie ihre Sache sehr gut: „Zumindest hat der Regisseur gesagt, wir sind schon sehr weit.“
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Was sagen denn ihre Zofen, waren sie schon mal bei einer der Proben dabei? „Bisher nicht“, sagt Elli Hupf und ergänzt: „Aber natürlich hat sie uns viel erzählt.“ Sicher sind sich alle: Eva wird das toll machen. Sie ist ausdrucksstark und offen. Zugute kommt der Ritterin dabei ihre siebenjährige Ballett-Ausbildung. Da hat sie, so wie bei den RänDancers auch, bereits Bühnenerfahrung gesammelt. Angst vor Publikum hat sie deshalb nicht.
Jedes Wochenende treffen sich die jungen Frauen, die sich seit der Kindheit beziehungsweise Schulzeit kennen und beste Freundinnen sind. Natürlich geht es derzeit nur um ein Thema: Ritterin Eva und der Drachenstich. Die Aufgabe der Zofen ist es dabei, alle Arbeit, die im Hintergrund zu tun ist, abzunehmen. Kuchenbacken, beim Umziehen helfen und vieles mehr. Die seelische Unterstützung ist genauso wichtig.
Die Freundinnen sind natürlich auch Stilberaterinnen. Tipps nimmt Eva gerne an: „Da lasse ich mich schon beeinflussen.“ Inzwischen gibt es einen Zofenkanal auf Instagram. Das Interesse scheint groß: Die Seite hat knapp 430 Follower, obwohl es erst drei Einträge gibt. Während des Festspieles sind zwei Zofen mit der Ritterin auf der Bühne. „Da wechseln wir durch“, betont Lilly Plößl. Vorfreude herrscht auch auf die Kostümprobe. Bei einem der letzten Zofentreffen hat Baier ihnen Fotos der Kleider gezeigt. „Wir waren uns gleich einig, wer welches nimmt, so Hupf. “
Streit oder gar Eifersucht kennt die eingeschworene Gemeinschaft nicht. Alle freuen sich ehrlich für Eva und ihre Hauptrolle. „Es ist toll, dass du eine so junge Ritterin bist“, findet Vanessa Bayer. „Es liegt in unserem Interesse, dass Eva am besten aussieht“, sagt Hupf. „Wir sind alle so stolz auf Dich“, fasst Plößl zusammen. Man nimmt den jungen Frauen jedes Lob ab, das sie für ihre Freundin haben, auch die Freudentränen, als Eva beim Drachenball mit ihrem Ludwig in den Saal geschritten kam. „Oh mein Gott“, erinnert sich Eva, „das war wohl der bisher schönste Moment in meinem Leben.“ Viele weitere dieser Momente werden in den kommenden Monaten noch folgen. Da ist es gut, wenn sie ihre besten Freundinnen an ihrer Seite hat. Natürlich ist ihr Ritter Ludwig Fleischmann, der auch ihr Lebensgefährte ist, ebenfalls eine Stütze.
Zum Schluss verrät Eva noch ein kleines Geheminis, ihre Zofen kichern: Ludwig hat sie vor zwei Jahren in der Alm des Volksfestes während der Drachenstichzeit kennengelernt.
Ein Traum geht in Erfüllung
„Da hat er schon gesagt, dass er einmal der Further Ritter werden will.“ Kein Wunder, schließlich hat das Rittertum eine lange Tradition im Hause Fleischmann (wir berichteten). „Auch für mich war es schon immer ein Traum einmal Ritterin zu werden. Der ist jetzt in Erfüllung gegangen.“ Da ist es wieder, das strahlende Lächeln.

