Eva Baier und Ludwig Fleischmann sind das Further Ritterpaar 2024

Von Alexander Frimberger · 3. Februar 2024 um 22:52

Alle Jahre wieder ist es bis zum Drachenball ein Geheimnis, wer das Ritterpaar für die kommende Drachenstichsaison ist. Dieses Jahr machen es mit Eva Baier und Ludwig Fleischmann zwei reizende junge Leute, die auch im echten Leben seit vier Jahren ein Paar sind.

Der mit Spannung erwartete erste Auftritt beim Drachenball am Samstag im ausverkauften Tagungszentrum ATT, entlädt sich in frenetischem Jubel und rhythmischem Klatschen, als Eva Baier und Ludwig Fleischmann den Saal gegen 22 Uhr endlich betreten. Die beiden legen einen souveränen, sympathischen ersten Auftritt hin. Damit ist die Drachenstichsaison 2024 offiziell eingeläutet.

Es überwiegt die Vorfreude

Schon im Vorfeld haben sich die Studentin der Zahnmedizin und der Student für Handelsmanagement und E-Commerce im Kreise ihrer Familien unseren Fragen gestellt.

Die Stimmung im Haus von Ludwig Fleischmanns Eltern Uli und Alexandra ist gelöst, die beiden jungen Leute lachen, keine Spur von Nervosität. „Klar“, sagen beide, „sind wir aufgeregt.“ Aber es überwiegt die Vorfreude.

Bürgermeister Sandro Bauer war es natürlich vorbehalten, das Paar in die Drachen-Gesellschaft einzuführen. „Es ist ein wichtiges Ereignis von besonderer Bedeutung, wenn ihr uns das Jawort gebt und Ritterpaar 2024 werdet.“ Bereits Ende des Jahres 2023 habe er zum Telefonhörer gegriffen und Ludwig Fleischmann angerufen. Der war hoch erfreut und wusste auf Nachfrage auch sofort, wer seine Ritterin sein sollte: Seine 21-jährige Freundin Eva Baier.„Das passt einfach“, findet der aktuelle Ritter.

Doch bevor er sich so nennen darf, mussten er und seine Liebste noch Bauers Frage beantworten, ob sie wirklich willens und bereit sind, in den Ritterstand zu treten. Die Antwort kam beide Male schnell und ohne zu zögern: „Sehr gerne, mit großer Freude und Dankbarkeit.“

Mit Blick auf die Saison 2023, in der seine Tochter Rebecca Ritterin war, sagte der Further Rathauschef: „Ich weiß, wie wichtig es ist, dass eure Eltern und Familien hinter euch stehen. Deswegen unterstützt eure Jungen.“

„Saugt alles auf“

Bauer selbst freut sich nach eigenen Worten unbandig auf die Saison. „Saugt alles auf, was das Jahr euch bringt.“

Festspiel-Inspizient Heinz Winklmüller schürte ebenfalls die Vorfreude: „Es ist immer wieder spannend, wie sich die verschiedenen Persönlichkeiten auf der Bühne zeigen.“ Regisseur Alexander Etzel-Ragusa, der das neue Ritterpaar bereits bei ersten Proben kennen gelernt und laut Bauer als „gute Wahl“ bezeichnet hat, habe ein Händchen für die verschiedenen Charaktere: „Es ist faszinierend, wie das Stück so immer wieder etwas anders ist“, so Winklmüller. Er betonte den Zusammenhalt innerhalb der Spielergemeinschaft und versprach: „Ihr werdet gut aufgenommen und hofiert.“

Schließlich überreichte Ulrike Eder, Organisationsleiterin der Festspiele, Gutscheine für eine Krone beziehungsweise ein Schwert, sowie die Texthefte mit den Worten: „Ich wünsche euch eine gute Zeit und viel Spaß, ihr werdet sehen, die Leute halten toll zusammen.“

Lesetipp: Der letzte Akt für Ritterpaar Rebecca und Alexander – dankbar für die unvergessliche Zeit

Ritterpaar voller Vorfreude

Eva Baier und Ludwig Fleischmann, beiden ist deutlich anzumerken, dass sie voller Vorfreude sind, auf das, was sie in den kommenden Monaten erwartet. Dabei haben sie einen völlig unterschiedlichen Zugang zum Drachenstich. Die Zahnmedizinstudentin war bisher eher die Zuseherin von außen. Zwar ging sie schon im Kindergarten fleißig beim Kinderumzug mit, „doch zum Burgfräulein hat es nie gereicht“, sagt sie. Heute ist sie seit vier Jahren mit ihrem Ritter liiert, sie führen eine glückliche, wenn auch Wochenendbeziehung, weil sie ja in Regensburg studiert. Doch aufgefallen ist ihr schon der „kleine“ Ludwig, der die Rolle des Wolf von Wildenstein beim Kinderdrachenstich gespielt hat. „Wirklich wahr, schon damals wäre ich gerne seine Ritterin gewesen“, erzählt sie. Tradition ist es in der Familie Baier, am Drachenstichsonntag essen zu gehen und anschließend den Festumzug anzusehen. Ein Pflichttermin für die ganze Familie, ihr Opa duldete keine Ausnahme. Besonders gefallen hat Eva die Ritterin auf dem Wagen:„Das wäre ich gern einmal wenn ich groß bin“, dachte sie damals. Das Schicksal meinte es offensichtlich gut mit ihr: Zuerst bekam sie ihren Ludwig und dann die ersehnte Rolle. Ihr Auserwählter hat den Drachenstich dagegen schon mit der Muttermilch aufgesaugt. Das Rittergen hat sich vom Großvater (1952) über den Vater (1995) auf ihn übertragen. Auch seine Tante, Ute Fleischmann, war 1990 Ritterin. Seine Mutter bastelte ihrem Dreikäsehoch aus einem Kinderbulldog einen Drachen, mit dem er durch die Wohnung getobt ist und Drachentöten geübt hat. Seit 2003 wirkte er beim Kinderdrachenstich mit, war 2009 Wolf von Wildenstein und 2010 Kinderritter. Seit 2019 ist er Mitglied der Gruppe Sattelbogner und hat zuvor auch im Volk mitgewirkt. Eine Anekdote am Rande, über die er heute lachen kann: Trotz der Übungsstunden auf dem heimischen Bulldog, war die Saison 2010 nicht so erfolgreich, wie erhofft: „Von vier Lanzenwürfen auf den Drachen,habe ich zwei daneben geworfen. Ich hoffe, das passiert heuer nicht“, lacht er.

Es wird schon eifrig geprobt

Damit das nicht geschieht stehen natürlich intensive Reitstunden an. Als Kinderritter hatte er Stunden genommen, später waren andere Sportarten wichtiger. Seinen Reittrainer Willi Späth hat er bereits kennengelernt, gemeinsam war man schon Reitutensilien einkaufen. Textprobleme sieht er keine, schließlich ist er jahrelang dabei. Gemeinsam geprobt hat das Ritterpaar auch schon, sowohl mit Regisseur als auch privat.

Auch Eva ist vor dem Text nicht bange: „Ich habe den Drachenstich jedes Jahr angeschaut und ein paar Proben hatten wir schon.“ Beide haben kein Problem, in die jeweilige Rolle zu schlüpfen, im Gegenteil, es ist ein großer Spaß. Zum Schluss natürlich die obligatorische Frage: Worauf freut ihr euch am meisten? Klar auf die Herausforderung auf der Bühne und auf dem Rücken der Pferde aber ganz generell sehen es beide so: „Einfach auf alles, was uns jetzt erwartet.“

Das Ritterpaar 2024 für Furth im Wald

Eva Baier ist am 1. Januar 2003 in Cham zur Welt gekommen, lebt in Deglberg. Eltern sind Simone und Johann Baier, sie hat einen Bruder, Johannes. Im Jahr 2021 hat sie Abitur am Frauenhofer-Gymnasium in Cham gemacht , studiert jetzt im vierten Semester Zahnmedizin in Regensburg. Ihre Hobbys sind Tanzen, Ballett und Tennis.

Ludwig Fleischmann wurde am 12. Februar 1998 in Furth im Wald geboren. Seine Eltern sind Alexandre und Uli, er hat eine Schwester, Katharina. Nach dem Abitur im Frauenhofer Gymnasium, hat er eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten gemacht und studiert jetzt berufsbegleitend Handelsmanagement und E-Commerce. Hobbys: Fußball schauen, Theaterspielen, Golf, Angeln und mit Eva reisen.

Das Ritterpaar 2024: Eva Baier und Ludwig Fleischmann.
Eva Baier und Ludwig Fleischmann wurden von den Drachenballgästen begeistert aufgenommen.
Die Präsentation des Drum-Corps des Spielmannszugs Grenzfähnlein bekam viel Applaus.
Einstimmungsritual der Businenbläser.
Nach dem Einführungswalzer des Ritterpaars wurden die ehemaligen Ritterpaare auf die Tanzfläche gebeten.
Christian Rewitzer, Vorsitzender des Drachenstich-Fördervereins, führte durch den Abend.
Daniel Siegl und sein Team sorgten gewohnt souverän für die kulinarische Begleitung des Drachenballs.
Die Rosserer hatten sich eine amüsante Einleitung für die Präsentation des Ritterpaars ausgedacht.