Der letzte Akt für Ritterpaar Rebecca und Alexander – dankbar für die unvergessliche Zeit

Rebecca Bauer und Alexander Pongratz sind die Gesichter des Drachenstichs 2023. Ihre Regentschaft geht mit dem Drachenball am 3. 2. zu Ende. Wie war die Zeit während und nach der Festspielsaison?, was nehmen sie mit? und was bleibt in Erinnerung ?
„Gut geht‘s“, sagt Rebecca auf Nachfrage und strahlt. Es ist dieses gewinnende Lächeln, das sie, aber auch ihren tapferen Ritter Alexander sofort sympathisch macht. Beide sind nach den Festspielen natürlich längst wieder im Alltag angekommen. Ritterin Rebecca büffelt an der Uni Sigmaringen im Fach Bioanalytik und beginnt im März ihre Bachelor-Arbeit. Alexander ist nach wie vor bei einem Großhändler für Tierfachbedarf tätig.
Wenig Zeit für die Hobbys
Die Noch-Ritterin würde schon gern mal wieder mit dem Gleitschirm vom Osser oder dem Hohen Bogen ins Tal schweben, aber für Hobbys bleibt neben der Uni im Moment wenig Zeit. „Außerdem“, sagt sie, „müsste ich erst einmal wieder ein wenig üben.“ Pferdenarr Alexander schwingt sich dagegen regelmäßig in den Sattel. Die Lanze hat er jetzt selbstredend nicht mehr dabei.
Beim Thema Pferd denkt er auch an die Situationen zurück, die für ihn die meiste Aufregung bedeutet haben. Zumindest anfangs: „Nach meinem ersten Auftritt hatte ich ja immer viel Wartezeit bis zum finalen Kampf. Da war ich schon sehr nervös.“ Später haben Ross und Reiter einen Weg gefunden, runter zu kommen: „Ich habe mich mit dem Pferd ganz nah an die Bande gestellt, die Augen zu gemacht und entspannt.“ Wie ist das eigentlich, wenn man mit einer Lanze gegen einen Roboter-Drachen reitet? „In den Momenten vor dem Lanzenwurf bin ich Sportler aber davor und danach beim Bodenkampf steckt man wieder voll in der Rolle.“
Rebecca hat nur zu Beginn der Bühnenproben ein wenig Lampenfieber verspürt. Danach hat sie jede Minute genossen. Auch mit dem Papa, Bürgermeister Sandro Bauer (Chamerauer), zu spielen, hat Spaß gemacht. „Gemeinsam geübt haben wir daheim aber nicht, das wurde strikt getrennt.“
Beide sind sich einig, der Drachenstich wirkt nach. „Vor allem wenn ich Fotos ansehe, bekomme ich immer noch Gänsehaut und kann es noch einmal so richtig genießen“, sagt die angehende Wissenschaftlerin. Ihr Ritter erzählt, dass er in den ersten Wochen, nachdem der Vorhang gefallen war, zunächst gar nicht viel an die Zeit gedacht hat. Erst rund um Weihnachten, wenn man im Kreis der Familie oder mit Freunden zusammensitzt, sind die Erinnerungen wieder hochgekocht und man hat über das Erlebte geredet. „Schon Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist.“ Über die Freude am Spiel und alles was es darum herum zu erleben gab hinaus, haben die Rollen der Ritterin und des Ritters Spuren bei den beiden jungen Leuten hinterlassen. „Ich bin nicht mehr so schüchtern“, freut sich Rebecca. Man macht sich nicht mehr so viele Gedanken und bekommt mehr Selbstvertrauen. Alexander nickt. Er findet, dass er gelassener geworden ist und an Souveränität gewonnen hat. Nicht nur deswegen empfiehlt er allen jungen Leuten, die mit dem Gedanken spielen, einmal in diese Rolle zu schlüpfen: „Versucht das unbedingt und ruft beim Bürgermeister an.“ Beide schwärmen von der Zeit: „Es war viel schöner, als wir es uns vorgestellt haben.“
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Doch nach dem Drachenstich ist auch für das scheidende Ritterpaar vor dem Drachenstich. Rebecca will auf jeden Fall wieder eine Rolle übernehmen. Welche, ist für sie erst einmal zweitrangig. Vielleicht wieder als eine der Morisken, die sie vorher schon einmal gespielt hat. Alexander hat noch keine konkreten Pläne, würde aber sicher eine Rolle übernehmen: „Das ist wie beim Fußball, der Trainer entscheidet, wen er aufstellt.“ Eines merkt man beiden an: Sie sind dankbar dafür, was sie erleben durften: „Es ist einfach schön zu sehen, dass die Further so liebe Leute sind und wie wichtig der Drachenstich in der Stadt ist“, sagt Alexander und ergänzt: „Ritter sein, das gibt es nur einmal im Leben, das macht es so besonders und unvergesslich. Das ist mir erst jetzt so richtig bewusst geworden.“ Seine Auserwählte sieht es ganz ähnlich: „Das Schauspielerische hat viel Spaß gemacht aber mich beeindruckt, dass in Furth und in der Spielschar alle zusammenhalten, jeder ist hilfsbereit, keiner redet schlecht und es gibt keine Eifersüchteleien.“ Das werde ihr besonders im Gedächtnis bleiben.
Machtwechsel am 3. Februar
Am Samstag, 3. Februar, geben die beiden die Macht und die Verantwortung endgültig an ihre Nachfolger ab. Wer das sein wird, ist natürlich ein großes Geheimnis, das erst an diesem Abend gelüftet werden soll. „Ich werde dem neuen Ritter sicher keine ungefragten Ratschläge geben“, sagt Alexander. Aber er antwortet gerne, wenn er gefragt wird. Auch Rebecca wird sich zurück halten. Tipps gibt es vielleicht zum Friseur oder wo man die schönsten Dirndl kaufen kann. Und wenn es möglich wäre noch einmal Ritterin zu sein? „Jederzeit“, lacht Rebecca.

