Paukenschlag in Kelheim: Vier Mitglieder im BRK-Kreisvorstand treten zurück

Von Beate Weigert · 16. Juli 2024 um 17:16

Im BRK-Kreisverband Kelheim gärt es gewaltig und das seit einiger Zeit, wie unsere Zeitung Ende vergangener Woche berichtete. Dienstagnachmittag gab es eine neue Entwicklung. BRK-Kreisvorsitzender Christian Schweiger und drei weitere Mitglieder des Kreisvorstands verkündeten ihren Rücktritt.

Neben Schweiger traten „mit sofortiger Wirkung“ auch stellvertretender Vorsitzender Willi Dürr, 2. stellvertretende Vorsitzende Hannelore Langwieser sowie Justiziarin Judith Wintersberger von ihren Ämtern im Kelheimer BRK-Kreisvorstand zurück. Schweiger gilt als derjenige, der Christoph Kühnl 2022 auf der Geschäftsführerposition durchsetzte. Eine Mehrheit stimmte damals dem Vernehmen nach erst dafür, als Kühnl der erfahrenere Michael Reil zur Seite gestellt worden war.

Nun ließen den Zurückgetretenen „die derzeitige Situation und der Kurs, den der BRK-Kreisverband Kelheim unter der Geschäftsführung von Christoph Kühnl eingeschlagen hat, keine andere Wahl“, schreibt Schweiger. „Seit längerer Zeit“ gebe es „erhebliche Spannungen und Unstimmigkeiten im Verband, die insbesondere durch und im Umgang mit langjährigen Haupt- und Ehrenamtlichen verursacht wurden und werden“.

Diese Gründe führen die Zurückgetretenen an

Die erhobenen Vorwürfe der Haupt- und Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Bereichen hätten sich in den zurück liegenden Monaten verstärkt, heißt es in der versandten Mitteilung weiter. Trotz „wiederholter Bemühungen unsererseits, diese Probleme zu adressieren und zu einer positionieren Veränderung beizutragen, sehen wir keine Möglichkeit, den eingeschlagenen Weg des Geschäftsführers und Teilen der Vorstandschaft weiter zu unterstützen“.

Die „Verantwortung gegenüber den Grundprinzipien des BRK und den Mitarbeitern mit den vielen Ehrenamtlichen“ zwinge das Quartett zu dem Schritt. Es sei ihm „ein großes Anliegen, dass der Kreisverband seine wichtige Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft fortsetzt und wieder zu einem Umfeld wird, in dem Respekt, Transparenz und ein konstruktiver Umgang miteinander im Vordergrund stehen“. Mit dem Rücktritt setze man ein „deutliches Signal, dass es ein Weiter-so nicht mehr geben darf, und dass grundlegende Veränderungen notwendig sind, um das Vertrauen innerhalb des Verbands wiederherzustellen und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen“.

Wie geht es nun weiter?

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt Christian Schweiger, dass man die Rücktrittsmeldung auch an den Bezirks- und Landesverband geschickt habe. Wie es nun weitergehe, ob etwa Neuwahlen nötig sind, sei beim Kreisverband zu erfragen, auch welche und wie viele Mitglieder der Vorstand aktuell noch habe.

Er und seine drei Vorstandskollegen sind der Ansicht, dass sie „keinesfalls weiter kommissarisch“ im Amt seien. 2021 hatte Schweiger nach Neuwahlen Landrat Martin Neumeyer als Kreisvorsitzender abgelöst.

Christian Schweiger war 2021 zum neuen BRK-Kreisvorsitzenden gewählt worden. Er löste damals Landrat Martin Neumeyer ab. Foto: Beate Weigert