Beim Ehepaar Bachl aus Cham herrscht Briefchaos – Die Deutsche Post räumt Fehler ein

Von Lisa Steigerwald · 12. Juli 2024 um 19:00

Durch den Lagerservice der Deutschen Post sollen Urlauber entspannt reisen können. Auch die Bachls aus Cham nutzten das Angebot. Doch nach ihrer Reise erwartete sie ein großes Postchaos. Ein randvoller Briefkasten sollte aber nicht ihr letztes Problem mit der Post gewesen sein.

„Es ist gar nichts passiert“, sagt Gabriel Bachl. Für einen Urlaub vom 3. bis 17. Juni hatte der 81-Jährige für sich und seine Frau Magdalena den Lagerservice gebucht. Und das bereits im April, sagt er. Der Preis betrug 15,90 Euro. Eigentlich sollte der Urlaubsdienst dem Paar die Arbeit erleichtern, da nach der Reise die Briefe gesammelt vom Postboten zugestellt werden sollten. Doch bisher hat der Service nur Ärger bereitet, sagt der Chamer.

Briefkasten randvoll – Beschwerde eingereicht

„Der Postkasten war voll“, sagt er. Weil der Briefkasten schon während der Abwesenheit überquoll, hat die Vermieterin einige Illustrierte aus dem Briefschlitz gezogen und vor die Wohnungstür gelegt, berichtet Bachl. Nicht zum ersten Mal habe der 81-Jährige den Lagerservice gebucht. „Bisher hat er immer funktioniert“, sagt er.

Rund 20 Minuten wartete Bachl in der Warteschleife des Kundenservices der Deutschen Post. Es gab einige Sprachschwierigkeiten, aber der Mitarbeiter hat mein Anliegen verstanden, sagt der Chamer. Als er verstanden habe, dass Bachl eine Beschwerde einreichen wolle, habe der Mitarbeiter ruppig reagiert und darauf hingewiesen, dass er eine Beschwerde nur schriftlich einreichen könne. Das tat der 81-Jährige am 26. Juni. In dem Schreiben forderte er eine Entschuldigung und sein Geld zurück. Bisher habe der Chamer aber noch keine Antwort erhalten.

Nächstes Problem: der Umzug

Dass die Antwort bei den Bachls ankommt, sei aber auch schwer. Denn das Ehepaar ist umgezogen und habe fristgerecht einen Nachsendeservice (Kosten: 31, 90 Euro) ab dem 3. Juli beantragt. Doch auch dieser funktioniere nicht richtig. „Bisher ist erst ein Brief angekommen“, sagt er, doch laut seiner Postbenachrichtigung per E-Mail hätten es einige mehr sein müssen. Und auch die Illustrierten seiner Frau bleiben aus.„Ich verlasse mich darauf, dass die Post zu mir kommt“, sagt der Chamer.

„Ich habe den Überblick verloren“, sagt Bachl. Vom Umzug seien noch Rechnungen offen, die, wenn sie schon verschickt wurden, noch nicht angekommen seien. Bisher seien aber höchstwahrscheinlich keine wichtigen Briefe verloren gegangen. Ab und an sei das Paar noch in der alten Wohnung, um dort zu putzen. Ein paar Briefe konnten wir dort aus dem Briefkasten holen, sagt Bachl.

Kundenservice wusste nicht weiter

Am 5. Juli rief der 81-Jährige deshalb erneut beim Kundenservice an. Dort erklärte die Postmitarbeiterin, dass der Nachsendeservice eine gewisse Vorlaufzeit benötige. Doch Bachl habe den Antrag fristgerecht gestellt und auch eine Bestätigung der Post für einen Nachsendeservice ab dem 3. Juli erhalten. Daraufhin habe er die Servicemitarbeiterin gefragt, wann diese Vorlaufzeit vorbei sei. Diese habe ihm keine Antwort geben können. Bachl stellt sich daher die Frage: „Soll ich im April den Antrag für Juli stellen?“

Keine Probleme bei der Zustellung – Post räumt Fehler ein

Eine Sprecherin der DHL Group, zu der die Deutsche Post gehört, teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass der Nachsendeauftrag ab dem 3. Juli hinterlegt ist. Und auch die Zusteller in Cham seien über den Umzug informiert. „Alle uns vorliegenden Sendungen werden dem Kunden also zugestellt“, so die Sprecherin. Weiter heißt es, dass es in Cham und der Umgebung keine Probleme bei der Zustellung gebe.

Beim Lagerservice räumt die Deutsche Post einen betrieblichen Fehler ein, dieser lasse sich laut Sprecherin aber nicht mehr nachvollziehen. „Wir bitten den Kunden vielmals um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten“, heißt es in der Mitteilung.

Es kommen wieder Briefe an

„Die Entschuldigung nehme ich an, aber nun hätte ich gern noch mein Geld zurück“, sagt Bachl bezüglich des Lagerservices. Seit vergangenem Mittwoch, 10. Juli, erhalte er nun Post an seine neue Wohnadresse. Darunter befand sich auch ein Schreiben der Deutschen Post, in dem mitgeteilt wurde, dass der Nachsendeservice am 3. Juli beginne und er sich auf die eingehenden Briefe freuen könne, erzählt er schmunzelnd. „Es fehlen aber immer noch die Fernsehzeitschrift, die Illustrierten und drei Briefe“, zählt der 81-Jährige auf.

Bis vergangenen Mittwoch war der Briefkasten von Gabriel Bachl meist leer Foto: Lisa Steigerwald