Aventinus Grundschule: Für den wohl teuersten Bau der Stadt Abensberg beginnt jetzt eine neue Ära

Von Lucia Pirkl · 15. Juli 2024 um 11:00

Mit der symbolischen Grundsteinlegung am Freitag fiel der Startschuss für die nach außen sichtbaren Baumaßnahmen an der Aventinus Grundschule Abensberg.

Wenn in ein paar Jahrhunderten zufällig jemand die Zeitkapsel aus dem Erdreich birgt, wird er darin nichts finden über den Schweiß, den der Bau der Grundschule gefordert hat, nichts über die Diskussionen im Vorfeld, aber dafür jede Menge Wünsche, die Kinder für ihre Zukunft hatten.

Am Freitag feierte die Aventinus Grundschule Abensberg die Grundsteinlegung ihrer Erweiterung. Wohl selten waren bei einem solchen Ereignis so viele kleine und große Gäste anwesend wie hier. Die Schule nutzte den Tag nämlich gleich für ein schönes Schulfest.

Mit der Grundsteinlegung beginnt eine neue Ära, „ab heute beginnt sichtbar eine neue Zeitrechnung“, sagte Rektorin Andrea Brandl an die Kinder, deren Eltern und die geladenen Gäste, die direkt oder indirekt vom Bau betroffen sind. „Ab heute können wir uns sichtbar auf ganz neue Unterrichtsformen freuen, aber wir müssen uns noch etwas in Geduld üben“, appellierte sie an die Eltern und Schüler, das Ziel sei aber schon deutlich vor Augen.

Ein Plus für alle

Ihren Dank richtete sie auch an die Nachbargemeinde Biburg, die im Schulverband diese teurere Lösung mittrage und an Bürgermeister Bernhard Resch, der den Weg, den sein Vorgänger Uwe Brandl begann, weiterführe und in Bildung investiere. Das neue Schulhaus mit Lernlandschaften werde ein Plus an Gestaltung von der Schule zum Lebensraum und auch ein Plus an Arbeitsqualität bieten, ist Brandl überzeugt. Die gesamte Schulfamilie werde es aber sein, die das Gebäude dann mit Leben erfülle.

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Auch Resch sprach von einem großen Tag und räumte ein: „Ja, es kostet Geld und Bauvolumina.“ Aber man solle in das Wertvollste investieren, was man habe, und das seien die Kinder, die vor allem in Zeiten, in denen die offene Ganztagsschule immer mehr gefragt ist, auch nachmittags immer mehr Zeit in dann ansprechenden Räumen verbringen werden. Politisch sei es eine „harte Nuss“ gewesen, räumte er ein. Umso mehr freue er sich, dass alle Fraktionen bei der Grundsteinlegung vertreten seien. „Ich bin überzeugt, dass wir eine tolle Schule bauen. Ja, es ist die teuerste Maßnahme in der Geschichte der Stadt, aber wenn man die Kinder sieht, dann muss man überzeugt sein, dass es richtig war. “

Dann wurde die Zeitkapsel mit der Tageszeitung vom Freitag, mit Bauplänen in gedruckter und digitaler Form, einer Münze der Stadt Abensberg und mit Wünschen von Schülern und Lehrern gefüllt: „Wir wünschen uns ein neues Haus mit Platz zum Erholen“, lasen Sonja und Philipp die Wünsche vor. Die Kinder sangen „Schule ist mehr “ und die Kapsel wurde nebenan auf der Baustelle schon einmal symbolisch eingemauert, Kinder und Eltern konnten das auf einer Leinwand verfolgen. Sie werde wahrscheinlich im Kellerfundament versenkt werden, so Sandra Böhm, leitende Architektin von Raith und Partner. „Ich bin mehr als begeistert von der heutigen Kulisse, das ist die größte Grundsteinlegung, die wir jemals hatten“, sagte sie anschließend mit Verweis auf die vielen Schüler, die den Tag musikalisch begleiteten und das anschließende Fest kaum mehr erwarten konnten. Die ersten Gedanken zum Projekt starteten 2021. Viele, viele Personen seien an der Entstehung beteiligt. „Aber jetzt geht es hier auf der Baustelle richtig los, in den nächsten Monaten wird man die Transformation auch von außen erkennen“, meinte sie.

Kommunikation ist wichtig

Allen sei bewusst, dass vor allem Nachbarn, aber eben auch Schüler, Eltern und Lehrer und das ganze Personal an der Schule von den Bauarbeiten beeinträchtigt würden. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit Respekt, Toleranz und aktiver Kommunikation zusammenarbeiten“, wünschte sich Böhm.

Die Grundsteinlegung ging in ein Schulfest nach dem Motto „Nachhaltig und plastikfrei, gemeinsam für die Erde“ über. Der Elternbeirat hatte Kuchen, Gegrilltes und Getränke vorbereitet, auch Eis gab es, dazu präsentierten sich die Frühstücksfreunde und das Eine Welt Forum, das faire Produkte anbot. An verschiedenen Stationen konnten die Kinder viel Spaßiges erleben und so den Tag schön abschließen.

Die Zeitkapsel wurde nebenan einbetoniert und in den Pausenhof per Video übertragen.
Viele Gäste folgten der Einladung von Rektorin Andrea Brandl und der Stadt.
Kinder und Lehrer begleiteten die Grundsteinlegung musikalisch.