Von wegen Stillstand: Jetzt rückt der Baumeister an der Grundschule Abensberg an

Von Lucia Pirkl · 17. Mai 2024 um 05:00

Platz für über 500 Schüler: In den kommenden Monaten wird das Gebäude in der Römerstraße in Abensberg (Landkreis Kelheim) nach oben und nach unten wachsen. Unsere Zeitung hat die Baustelle besucht.

Der Pausenhof ist aufgerissen, ein Graben ist noch offen, daneben stehen Baufahrzeuge. Von außen hatte man lange Zeit nicht viel davon erkennen können, was im Grundschulgebäude passiert. Dabei hat sich in den vergangenen Monaten viel getan.

Abbrucharbeiten im Inneren abgeschlossen

Die Abbrucharbeiten im Inneren sind nun abgeschlossen, der so genannte Mädchentrakt wurde entkernt. Böden, Fenster, Decken, Heizung – alles musste raus. Der Trakt wurde in den Rohbauzustand versetzt. Besonderheiten gab es dabei keine, obwohl man bei Bestandsbauten ja nie vor Überraschungen gefeit ist, wie Blerim Syla, in der Stadt zuständig für den Hochbau, weiß. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt er.

Nicht nur im Inneren des Gebäudes wurde fleißig gewerkelt, auch auf dem ehemaligen Pausenhof ist Einiges passiert. So wurde der Schacht verlegt, um den Pausenhof künftig zu entwässern, der Übergabeschacht, der künftig das Wasser in einen Kanal in Richtung Abens einleiten soll, ist eingerichtet. Eine Fernwärmeleitung wurde verlegt.

Baumeister startet

In der kommenden Woche nun startet der Baumeister mit dem Ausbau. Gemeint ist damit freilich nicht der Protagonist aus der Kinderserie „Bob der Baumeister“, sondern das Bauunternehmen Rödl und Herdegen aus Regensburg (Baumeister planen, leiten und überwachen die Ausführung von Bauprojekten im Hoch- und Tiefbau, Anm. der Redaktion).

Das Gebäude wird in den kommenden Monaten sowohl in die Höhe als auch in die Tiefe wachsen. Das Dach wird abgenommen, das Gebäude aufgestockt. Anfang Januar soll dann wieder ein Dach draufkommen. Zudem wird die Aula demontiert, um sie unterkellern zu können. Auch der WC-Trakt in der Nordspange muss weichen, ein neuer WC-Trakt gebaut.

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Von der Straße aus mag es manches Mal so ausgesehen haben, als herrsche Stillstand. Die frühe Räumung des Pausenhofs hatte im Vorfeld zu einigen Fragen in der Bevölkerung geführt. Geräumt wurde aber schon deshalb bereits in den Sommerferien, weil man da ruhig arbeiten könne, ohne auf Schüler achtgeben zu müssen, so Syla und versichert: „Es läuft nicht gut, sondern sehr gut.“

Dass man mit den Bauarbeiten etwas später starten konnte als ursprünglich geplant, liege zum einen an der Baugenehmigung, die erst relativ spät vom Landratsamt kam und zum anderen an den Förderzusagen, die sich verzögerten. Syla will das nicht als Vorwurf verstanden wissen, er weiß um die Personalengpässe in Behörden, darum, dass dort nicht selten Stapel um Stapel abgearbeitet werden muss.

Erster Bauabschnitt beinhaltet Verwaltungstrakt

In den kommenden Monaten wird aus dem alten Gebäude ein neues, modernes Schulhaus entstehen. Dieser erste Bauabschnitt beinhaltet einen Verwaltungstrakt, das Lehrercluster mit Lehrerzimmer, Elternsprechzimmer oder Kopierzimmer sowie die Aula und Klassenzimmer für zwei Jahrgangsstufen.

In der Aula findet auch eine zentrale Garderobe Platz. Außerdem dürfen sich die Schüler über einen Musikraum freuen. „Den wollten wir ursprünglich unter dem Dach, neben unserem geplanten Kreativatelier haben“, so Rektorin Andrea Brandl, aber das pädagogische Konzept sah vor, den Musikraum neben der Aula einzuplanen. Mit der ist er dann durch eine Wand, die sich öffnen lässt, verbunden und bietet so auch zusätzlichen Raum bei Schulaufführungen. Wenn der erste Bauabschnitt fertig ist, werden zwei Klassenstufen aus den Containern ins Schulhaus zurückziehen.

Umzug zum Schuljahr 26/27

Und das ist zum Schulstart 2026/2027 geplant. Syla ist zuversichtlich: „So wie es läuft, sind wir guter Dinge, dass wir das schaffen.“

Dann ist der zweite Bauabschnitt an der Reihe, nämlich die Renovierung des Knabenschulgebäudes.

Pädagogisches Konzept hat seinen Preis:

Austausch: Man befinde sich ständig im regen Austausch mit der Schule, so Syla, damit der laufende Betrieb gut funktioniert.

Orientiert hat man sich auch an der Martini-Schuie Freystatt bei Neumarkt.

Kosten: Die Kosten für die Grundschulsanierung werden

die Stadt in den kommenden Jahren fordern. Ursprünglich waren dafür 16 Millionen geplant, aktuell liege man bei 24 bis 25 Millionen, so Bürgermeister Bernhard Resch vor Kurzem bei der Bürgerversammlung. Das sei vor allem dem pädagogischen Konzept mit Lernlandschaften, die klassenübergreifende Begegnungen ermöglichten, geschuldet – eine Entscheidung, die der Schulverband mehrheitlich abgenickt habe, wie er betonte.

Viel Platz: Die Schule werde künftig Platz für bis zu 537 Schüler bieten. Zuzüge oder steigende Schülerzahlen sind mit eingeplant.

Mitu der schule steht man im ständigen Austausch, hier auf dem Bild im Gespräch mit Rektorin Andrea Brandl.