Diese Prüfung geht über den Gaumen: Schüler zeigten, was sie gelernt haben

Kochen unter Zeitdruck: Abschlussschüler bewirteten Gäste an der Aventinus Mittelschule in Abensberg.
Grünes Thai-Curry mit Koriander, Kokosnuss-Panacotta mit Minze, selbst gemachte Spargellachspasta und zum Start ein Löffel Bärlauchbutter: Das Buffet ist angerichtet, der Tisch ist schön gedeckt, die Gäste sitzen gemütlich beieinander.
Während die sich das Essen schmecken lassen, dürften Mia Tierling, Michele Büttner, Lilly Schöttner, Lana Horvat und Emily Triebel noch etwas angespannt sein. Genauso wie das Einkaufen, das Kochen und das Anrichten der Speisen ist auch das Bewirten Teil ihrer Abschlussprüfung für den M-Zug im Fach Ernährung und Soziales. Für die fünf Schülerinnen der Aventinus Mittelschule geht es in diesen Tagen also emotional rund.
Im Hintergrund schauen Judith Kneitinger und Silvia Dechant, Fachlehrerinnen für Hauswirtschaft, auf ihre Schützlinge, geben Anweisungen und bewerten.
Vier Gänge mit Kräutern
Den größten Teil ihrer Prüfung, den haben die Fünf aber mit dem Essen geschafft: Einen Tag zuvor hatten sie das Prüfungsthema erfahren: Ein Viergänge-Menü mit Kräutern. Dazu sollten sie Rezepte auswählen, einkaufen und das Ganze dann nachkochen. Jede musste zwei Gerichte machen, dazu kam eine Zusatzaufgabe, wie den Tisch schmücken oder Menükarten schreiben. Für das Kochen selbst hatten sie zweieinhalb Stunden Zeit. „Und die Zeit, die ist tatsächlich die größte Herausforderung“, sagt beispielsweise Mia Tierling.
Aber auch so manches Rezept aus dem Internet habe es in sich, sei nicht so richtig geeignet zum Nachkochen, weiß Dechant. Wie gut, dass es eine so genannte Schalter- und Fragestunde vor dem Kochen gibt. Dort können die Schüler dann ihre Rezepte durchsprechen, werden nicht allein gelassen mit etwaigen Schwierigkeiten, „und wenn sie Fragen haben, retten wir sie aus der Patsche. Das Ganze soll ja zum Erfolg führen“, sagt Kneitinger. „Sie geben sich schon unheimlich viel Mühe“, fügt Dechant hinzu.
Das Kochen ist freilich für die Schüler nichts Neues, schon ab der 7. Klasse kochen sie Gerichte nach, ab der 8. Klasse gibt es Übungsprojekte, so gewinnen die Schüler, darunter im Übrigen auch Jungs, immer mehr an Sicherheit. Unterstützt werden die Prüflinge dann von Achtklässlern, die während des Kochens beim Schnippeln und danach beim Abspülen und Aufräumen helfen.
Für Gäste zu kochen ist freilich noch einmal etwas anderes als für sich selbst oder andere Schüler, „das ist für die Kinder natürlich noch einmal ein anderer Ansporn“, weiß Rektor Wolfgang Brey. Beim Essen am Donnerstagmittag lobt er das Engagement der Prüflinge: „Die haben eine Riesenleistung erbracht.“ Die Einladung der Gäste aus Wirtschaft, Politik, Schule oder Verwaltung dient gleichzeitig auch dem Verfestigen von Kontakten zu langjährigen Partnern der Schule, „ein schöner Anlass, um sich bei denen zu bedanken“, so Brey.
Großer Teil geschafft
Nach eineinhalb Stunden ist es vorbei, die fünf jungen Frauen fühlen sich erleichtert, die Füße tun weh, aber der größte Teil der Prüfung ist geschafft. Jetzt fehlt noch die Präsentation und das Vorstellen ihrer Projektmappe, die sie im Vorfeld erstellen mussten.

