Waffen und Drogen verkauft: Mann (31) macht in Regensburg Deal mit verdecktem Ermittler

Von André Baumgarten · 11. Juli 2024 um 19:00

Zweimal übergibt ein 31-Jähriger in Regensburg Pistolen, Revolver und Rauschgift. Doch sein Geschäftspartner ist von der Kripo. Beim Deal in einer Wohnung im Stadtteil Kumpfmühl schnappte die Falle zu. Spuren in dem Fall führen nach Augsburg.

In einem Mehrfamilienhaus mitten in Regensburg ist Ermittlern am Dienstagabend ein großer Zugriff gelungen: Fast 1,2 Kilogramm Heroin, Kokain und Crystal Meth wurden sichergestellt. Bei dem Deal wechselte auch eine scharfe Pistole die Besitzer. Was die Verkäufer sicherlich nicht ahnten: Sie machten ihr Rauschgift- und Waffengeschäft mit der Kriminalpolizei.

Die Männer verkauften an einen verdeckten Ermittler, wie Recherchen der Mediengruppe Bayern zeigen. Seit Monaten waren die Fahnder ihnen auf der Spur. Die Pressemitteilung zum Zugriff im Regensburger Stadtteil Kumpfmühl versandte das Polizeipräsidium Schwaben-Nord. Demnach geht um Ermittlungen zu Drogenhandel und Verstößen gegen das Waffengesetz und enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft in Regensburg.

Hinweis aus Drogen-Großverfahren in Augsburg

Seit Herbst standen zwei 26 und 31 Jahre alte Türken sowie ein 48-Jähriger aus der Ukraine im Fokus. Ein Großverfahren im Raum Augsburg hatte erste Indizien zu Waffendeals in Regensburg erbracht. Diese Hinweise stammten offenbar aus operativen Maßnahmen, also aus in dem anderen Fall abgehörten Telefonaten sowie Handyauswertungen. Im Augsburger Verfahren steht Rauschgifthandel im zweistelligen Kilobereich im Raum. Die Verdächtigen sollen dort quasi ganz Südbayern beliefert haben.

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Fakt ist: Dem 31-Jährigen aus Regensburg, für den am Dienstag die Handschellen klickten, wird mehr als eine Tat vorgeworfen. Er soll nach Recherchen der Mediengruppe Bayern schon vor dem aktuellen Zugriff an illegalen Waffengeschäften im großen Stil beteiligt gewesen sein, unter anderem einen Deal mit russischen Pistolen abgewickelt haben. Doch schon da waren die Fahnder ihm aber auf den Fersen und hörten mit. Anfang Mai soll es in Regensburg dann zu einem weiteren Geschäft gekommen sein – dabei übergab der 31-Jährige offenbar eine Pistole und einen Revolver an einen verdeckten Ermittler.

Knapp neun Wochen später, am Dienstag, sollten dann Heroin, Kokain und Crystal Meth sowie erneut eine Pistole, diesmal vom deutschen Hersteller „SIG Sauer“, verkauft werden. Besorgt haben sollen sich die Täter die heiße Ware erst in der vergangenen Woche in den Niederlanden. Als der Deal in der Wohnung des 31-Jährigen über die Bühne gegangen war, griffen Spezialkräfte zu.

100.000 Euro in bar im Stuhlpolster versteckt

Die Polizei verhaftete den Regensburger sowie die beiden mutmaßlichen Mittäter (26 und 48 Jahre). Sie stammen aus der Stadt und dem Landkreis Kelheim. Im Anschluss wurden die Ermittler in der Wohnung des Ältesten fündig: Versteckt im Sitzpolster eines Stuhls konnten knapp 100.000 Euro in bar gefunden werden. Sie wurden sichergestellt.

Das alles wollte der Regensburger Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher nicht kommentieren. Er bestätigte, „dass die Staatsanwaltschaft in Regensburg ein mehrmonatiges verdecktes Ermittlungsverfahren mit der Kriminalpolizei Augsburg geführt hat“. Ziel sei es gewesen, „Waffen und Betäubungsmittel aus dem Verkehr zu ziehen“. Das sei gelungen. Zu weiteren Hintergründen könne sich die Staatsanwaltschaft Regensburg nicht äußern, da die Ermittlungen noch liefen.

Richter erlässt Haftbefehle gegen drei Verdächtige

Die drei verhafteten Männer wurden am Mittwochnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt – es ergingen gegen alle Haftbefehle, sie kamen und unterschiedliche Justizvollzugsanstalten. Vertreten werden die in Regensburg gefassten Verdächtigen unter anderen von den beiden Strafverteidigern Shervin Ameri und Maximilian Keser. Auch die wollten sich aber nicht näher zu Details äußern.