Beim 40. Arber Radmarathon geht’s im Retro-Dress von Regensburg in den Bayerischen Wald

Von Stefanie Kraus · 11. Juli 2024 um 17:24

Nostalgie und Neuerungen: Für den diesjährigen Arber Radmarathon haben sich die Verantwortlichen des Veloclubs Ratisbona einiges einfallen lassen. Seit 40 Jahren schwingen sich tausende Sportler am letzten Juli-Wochenende in den Sattel. Heuer sollen erstmals die trendigen Gravel-Bikes zum Einsatz kommen – und auch nostalgische Drahtesel ein Revival erleben.

„Es soll ein ganz besonderer Arber werden“, sagte Ulrich Mönius, Vorsitzender des Regensburger Veloclubs, gestern bei einer Pressekonferenz im Vereinsheim. Seit vier Jahrzehnten sei die Veranstaltung ein Zugpferd für Ostbayern und die Region. 1985 wurde das Radrennen erstmals ausgetragen, damals gingen 90 Teilnehmer an den Start. Genau auf diese Wurzeln wollen sich die Verantwortlichen zum 40.Jubiläum besinnen – und damit die geballte Nostalgie der 80er Jahre in die Gegenwart holen.

Und zwar so: Beim ersten „Arber-Retro“ gehen die Teilnehmer mit alten Rennrädern an den Start. „Die müssen noch in D-Mark bezahlt worden sein“, scherzte Mönius. Tatsächlich sollte vor allem die technische Ausstattung den Richtlinien standhalten und zumindest annähernd denen des Gründungsjahrzehnts entsprechen.

Beispielsweise darf das Rad keine Klick-Pedale haben und kein Carbon verbaut sein. Ein Stahlrahmen sowie sichtbare Züge oder eine Rahmenschaltung sollten möglichst auch vorhanden sein. Auch sollen die Athleten mit kultigen Outfits aus der Zeit an den Start gehen. Das Besondere: Die historische Ausfahrt soll nicht nur die 40 Jahre unterstreichen, die es die Veranstaltung bereits gibt. Sie ist auch einem ihrer größten Unterstützer und Liebhaber gewidmet – dem Anfang April verstorbenen Regensburger Unternehmer und Radsport-Visionär Helmut Stadler. Deswegen trägt der Arber-Retro im Untertitel auch die offizielle Bezeichnung „Gedächtnisfahrt“.

Traditionelle Versorgung auf der Strecke

Die Strecke sei familienfreundlich, so der Vorsitzende, es geht von Regensburg bis Kiefenholz und zurück. Die Streckenversorgung ist ebenso traditionell wie der fahrbare Untersatz: Es gibt Bier, Radler und Wasser. Preise winken dem ältesten Teilnehmer, dem ältesten Rad und dem originellsten Outfit.

Passend zur Retro-Thematik fällt auch das diesjährige Trikot-Design aus. Alexander Koller, stellvertretender Veloclub-Vorsitzender, präsentierte das neue Renn-Dress gleich am eigenen Leib. Dieses dürfte wohl etwas weniger polarisieren, als sein deutlich auffälligerer Vorgänger aus dem Jahr 2023. Denn für das Jubiläums-Trikot hat sich der Verein für eine klassische Farbkombi aus Rot, Weiß und Blau entschieden. „Ich kann den Farben viel abgewinnen“, sagte Mönius.

Auch neu in diesem Jahr: Auf dem Regensburger Dultplatz wird für die Athleten, Unterstützer und Fans das Glöckl-Festzelt stehen. „So sind wird deutlich unabhängiger vom Wetter“, sagte Mönius. Zudem werden die Start- und Zieleinfahrt „vereinfacht“, indem diese in unmittelbare Nähe zur Oberpfalz-Brücke verlegt werden. Passend zum Jubiläum wurden unter den Teilnehmern 40 Startplätze verlost.

Für jeden etwas dabei: zehn verschiedene Routen

Am Samstag, 27. Juli, findet bereits eine Radmesse auf dem Dultplatz statt, die Athleten können ihre Startunterlagen abholen. Am Sonntag, dem eigentlich Renntag, geht es für die Sportler zwischen 6 und 9 Uhr auf die zehn verschiedenen Strecken. Fünf davon sind auf Rennräder ausgelegt, vier auf Mountainbikes und eine auf Gravel-Bikes. Auf dem Dultplatz ist den ganzen Tag Betrieb. Eine weitere gute Nachricht: Die Veranstalter rechnen erstmals nach der Corona-Delle wieder mit mehr als 5000 Teilnehmern. „In 40 Jahren sind beim Arber-Radmarathon über 150.000Sportler an den Start gegangen“, sagte Mönius.

1053Kilometer Strecke werden heuer im Vorfeld von Freiwilligen präpariert, 300 Helfer sind rund um das Rennen im Einsatz. In vier Jahrzehnten seien über 10.000 Helferstunden zusammengekommen, sagte Mönius. „Deswegen ist das alles möglich.“