Packende Duelle im Wasser und an Land: Triathlon in Kallmünz zieht die Zuschauer an

Von Stefanie Kraus · 16. Juni 2024 um 13:57

Nach 18 Minuten und 46 Sekunden steigt das Führungsduo aus dem 16,7Grad kalten Wasser. Beide Männer haben soeben eine Strecke von 1500 Metern in der Naab zurückgelegt. Zeit, um diese außerordentliche Leistung zu genießen, bleibt ihnen nicht. Zwei Helfer ziehen die beiden in der Nähe der Steinernen Brücke in Kallmünz (Landkreis Regensburg) aus dem Fluss, dann rennen sie los.

Während sie laufen, reißen sie sich unter den lauten Anfeuerungsrufen der umstehenden Zuschauer die Taucherbrillen und Badekappen von den Köpfen und öffnen die Reißverschlüsse ihrer Neoprenanzüge.

Beim 37. Sparkassen Triathlon verwandelte sich der Markt Kallmünz am Samstag wieder in ein Eldorado für alle Ausdauersportler. Insgesamt kämpften mehr als 350 Starter auf zwei Distanzen in verschiedenen Klassen, einzeln oder in der Staffel, um die Podestplätze – und wurden von der Stimmung der begeisterten Zuschauer getragen.

Zurück in der Wechselzone am Schmidwöhr heißt es für die beiden Führenden sowie alle Verfolger, so schnell wie möglich auf das Rad zu kommen oder in der Staffel an ihre Teamkollegen zu übergeben. Dann geht es auf die 20 (Jedermann-Distanz) oder 35 Kilometer (Kurzdistanz) Richtung Burglengenfeld. Anschließend müssen die Teilnehmer noch fünf oder zehn Kilometer von Kallmünz Richtung Rohrbach und zurücklaufen. Nach nur einer Stunde und einer Minute kommt Daniel Reindl vom TWin Neumarkt als erster Athlet überhaupt und Sieger der Jedermann-Distanz ins Ziel. Hunderte werden ihm folgen.

Ein besonderes Spektakel für die am Zieleinlauf wartenden Zuschauer war der Kampf um das Podest in der Einzelwertung der Männer auf der Kurzdistanz. Innerhalb von nur 42 Sekunden kamen die drei Führenden ins Ziel. Danach gab es faires Händeschütteln, herzliche Umarmungen – und ein Stück frische Wassermelone.

Organisatoren mit dem Wettkampf zufrieden

Organisationsleiter Robert Fischer vom ATSV Kallmünz freute sich über die wieder steigenden Teilnehmerzahlen nach der kurzweiligen Corona-Flaute. 2023 seien es noch rund 250 Starter gewesen. Das deutliche Plus in diesem Jahr zeige, dass die Sportler sich in Kallmünz wohlzufühlen scheinen. Bis zuletzt hätten sich noch Athleten nachgemeldet. Einen großen Dank richtete der Orga-Leiter an die etwa 150 Helfer des ATSV Kallmünz sowie der Feuerwehr. „Ohne die wäre das alles nicht möglich“, sagt Fischer. Sie sorgten am Samstag für die Kulinarik, halfen beim Wettkampf, sperrten Straßen oder feuerten lautstark an.

Neben den sportlichen Höhepunkten war sicher der Einsatz des Moderatoren-Duos Stephan Karl und Thomas Kerner ein Gewinn für die Zuschauer. Während Kerner, selbst ein ausgewiesener Spitzensportler, die Anwesenden mit seiner Expertise fütterte, sorgte Multitalent Stephan Karl für gute Stimmung und Lacher. „Der Triathlon in Kallmünz bringt die Leute zusammen“, sagte Karl. Und weiter: „Das faire Miteinander unter den Sportlern finde ich ganz besonders.“

Gründungsväter immer noch mit dabei

Auch Gerd Rucker, Präsident des Bayerischen Triathlonverbands, war am Samstag vor Ort. 2002 sei er erstmals als Kampfrichter in die Marktgemeinde gekommen. „Mit Kallmünz verbinde ich besonders die traumhafte Kulisse“, sagte er.

Das Sportevent ist das älteste seiner Art in der Oberpfalz – und viele der Gründungsväter halten ihm bis heute die Treue. So auch Karl Hammer, der nach einer Dekade als Aktiver nun Jahr für Jahr an der Absperrung am Marktplatz steht. „Früher war das eine selbst gestrickte Veranstaltung“, sagte er. Dass der Wettkampf heute so professionell vonstattengehe, beeindrucke ihn. Besonders freut ihn, dass sich auch der Nachwuchs bereits fleißig an der Organisation beteiligt oder selbst auf die Strecke geht. „So wird es den Triathlon sicher noch lange geben“, sagte er.

Dass der Triathlon für alle da ist zeigt auch die folgende Diskrepanz: Zwischen den jüngsten Teilnehmern Benedikt Rinnagl (2008) und Anna Christen (2006) liegen im Vergleich zu den ältesten Teilnehmern Klaus Huber (1951) und Hildegard Bergler (1956) ganze 57 und 50 Jahre Altersunterschied.

Vor dem Start hielten die Verantwortlichen eine Wettkampfbesprechung ab. Foto: Mario Donhauser
Zuschauer wie Athleten wurden am Schmidwöhr versorgt. Foto: Mario Donhauser
Auf dem Weg zum Einstieg Foto: Mario Donhauser
Viele Zuschauer begleiteten die Sportler zum Start. Foto: Mario Donhauser
Los ging der Wettkampf mit Schwimmen in der Naab. Foto: Mario Donhauser
Die Wassertemperatur betrug 16,7 Grad. Foto: Mario Donhauser
Helfer begleiten die Sportler, auch im Wasser. Foto: Mario Donhauser
In der Wechselzone muss es schnell gehen. Foto: Mario Donhauser
Weiter ging es auf dem Rad. Foto: Mario Donhauser
Getragen wurden die Athleten von den Zuschauern. Foto: Mario Donhauser
In der Vilsgasse nahmen die Athleten Fahrt auf. Foto: Mario Donhauser
Nach dem Radfahren ging es auf die Laufstrecke. Foto: Mario Donhauser
Die Sportler holten alles aus sich heraus. Foto: Mario Donhauser
Organisationsleiter Robert Fischer wartete auf die ersten Athleten. Foto: Mario Donhauser
Strahlende Gesichter bei den Siegern der Jedermann-Distanz. Foto: Mario Donhauser
Daniel Reindl im Gespräch mit Moderator Thomas Kerner. Foto: Mario Donhauser
Hannah Hofmockel siegte auf der Jedermann-Distanz. Foto: Mario Donhauser
Begleitet wurden die Sieger von Helfern. Foto: Mario Donhauser
Erschöpft, aber glücklich. Foto: Mario Donhauser
Faires Miteinander Foto: Mario Donhauser
Die Sportler hatten alles gegeben. Foto: Mario Donhauser
Weitere Athleten kamen ins Ziel. Foto: Mario Donhauser
Die Sieger der Kurzdistanz bei den Männern Foto: Mario Donhauser
Die Siegerinnen der Kurzdistanz bei den Frauen Foto: Mario Donhauser
Gute Laune in der Zielzone Foto: Mario Donhauser
Weitere Athletinnen kamen ins Ziel. Foto: Mario Donhauser
Die Sportler konnten sich nach dem Wettkampf stärken. Foto: Mario Donhauser