Nach dem Verkauf des Schwandorfer Piusheims: So geht mit der Kinder-Krippe weiter

Das Piusheim in der Schwandorfer Herbststraße ist verkauft. Wie berichtet, hat sich die Horsch-Stiftung das Grundstück gesichert, um dort sogenannte Hoffnungshäuser zu bauen. Doch in dem früheren Pfarrheim ist derzeit noch eine Krippe untergebracht. Wie also geht es mit der Einrichtung weiter?
Laut Sebastian Weigl, Fachbereichsleiter Schulen und Kita beim BRK Kreisverband Schwandorf, werden in der Krippe 24 Kinder betreut. Die Einrichtung betreibt das BRK seit Dezember 2022 – und zwar als Übergangskrippe. Sie war also nie eine Dauerlösung. Die Räume wurden von der Stadt Schwandorf angemietet.
Nun aber wird das Piusheim auf lange Sicht abgerissen, denn die Horsch-Stiftung will dort Platz für ein besonderes Projekt schaffen. Auf rund 4000Quadratmetern könnten nämlich Hoffnungshäuser entstehen. Dabei sollen Menschen, die mitten im Leben stehen, mit sozial Benachteiligen unter einem Dach leben – so etwa mit Migranten, Alleinerziehenden oder Senioren. Im Nachbarbundesland Baden-Württemberg gibt es bereits mehrere dieser Häuser.
Horsch-Stiftung will Lösung für die Mieter finden
Doch die weitere Betreuung der Kinder ist gesichert. Bis zum Schuljahresende können die Kleinen weiter in dem Gebäude betreut werden. Dann laufe der Mietvertrag mit der Stadt ohnehin regulär aus, hieß es jüngst in einem Pfarrbrief für Herz Jesu. Dort lag ein dreiseitiges Schreiben bei, unterzeichnet von Pfarradministrator Andreas Schinko, das über die aktuellen Entwicklungen informierte.
Dass die Einrichtung so lange im Piusheim bleiben kann, ist auch der Horsch-Stiftung wichtig. „Wir haben das von vorneherein gesagt, dass die Kindertagesstätte auf jeden Fall ohne Probleme bis zum Schluss so bestehen bleiben kann“, sagt Philipp Simmet, Geschäftsführer der Horsch-Stiftung, mit Blick auf das Ende des Mietvertrags. Tatsächlich wäre der planmäßig ausgelaufen, selbst wenn das Gebäude nicht verkauft worden wäre.
Auch für die anderen Mieter – insgesamt gibt es fünf Wohnungen sowie eine Gewerbeeinheit – sollen Lösungen gefunden werden, bevor das Projekt beginnt. „Für uns ist es im Moment die alleroberste Priorität, für die unterschiedlich bestehenden Mietparteien Lösungen zu finden“, sagt Simmet der Mittelbayerischen. „Das heißt, dass jeder eine Wohnung hat, die den eigenen Bedürfnissen entspricht.“
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Aber zurück zu den Kindern: Wie Pfarradministrator Andreas Schinko schreibt, sollen die Kleinen künftig im Kinderhaus Lindenblüten unterkommen. Die Einrichtung befindet sich in der Industriestraße und ist knapp eineinhalb Kilometer vom Piusheim entfernt. Das Kinderhaus ist mit derzeit 136 Plätzen eine der größten Einrichtungen, die es in Schwandorf gibt.
Auch der BRK-Kreisverband Schwandorf bestätigt diese Informationen – der Sozialverband betreibt nicht nur die Übergangskrippe in der Herbststraße, sondern auch das Kinderhaus Lindenblüten. Laut Sebastian Weigl vom BRK werden die Kinder zunächst provisorisch im Kinderhaus Lindenblüten betreut. Dessen Kapazitäten werden aber gerade um zwei Kindergarten-Gruppen mit je 25 Plätzen erweitert. Dafür wird auf dem Grundstück ein Modulbau errichtet. Wenn der fertig ist, wechseln die Kinder aus dem Piusheim dorthin. Ein Großteil kommt nämlich bereits vom Krippen- ins Kindergartenalter, sagt Weigl.
„Ich persönlich bin erst mal zufrieden mit der Lösung, weil uns die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern wichtig ist“, sagt der Fachbereichsleiter Schulen und Kita. Daher habe man vermeiden wollen, dass Eltern plötzlich ohne Betreuungsplatz dastehen.
Planungen für das Projekt in Schwandorf laufen weiter
Der Mietvertrag endet offiziell am 31. August, wie die Stadt mitteilt. Der Auszug erfolge aber bereits vorher, nämlich in der Zeit von 1. bis 2.August. Auch die Stadt bestätigt, dass „alle Kinder der Kinderkrippe Piusheim“ einen Betreuungsplatz im Kinderhaus Lindenblüten bekommen. Neben den Plätzen, die für die Piusheim-Kinder im Erweiterungsbau bereitstehen, gibt es theoretisch noch weitere Plätze. Doch die seien von der Kindergartenleitung „bereits anderen Kindern zugewiesen“ worden. „Das heißt, die Module sind direkt mit deren Bezugsfertigkeit voll belegt“, wie Stadt-Sprecherin Maria Schuierer mitteilt.
Laut Stadt gibt es in Schwandorf (ohne genehmigte Überbelegungen) insgesamt circa 168 Betreuungsplätze in Krippen- und circa 1000 in Kindergärten. Auf der Warteliste für den Kindergarten stehen derzeit circa 21 und für die Krippe circa 57Kinder. Zum Stichtag 1.September dürften es fünf Kindergraten- und 28 Krippenkinder sein. Die Warteliste ändere sich aber fast täglich, so die Stadt. Es kämen immer wieder neue Anmeldungen hinzu, zudem könnten häufig nachträglich Plätze vergeben werden.
Unterdessen laufen die Planungen für die Hoffnungshäuser weiter. Erst kürzlich wurde das Projekt bei einem Infoabend für interessierte Anwohner in den Grundzügen vorgestellt. Die Planungen sind bisher noch in einem frühen Stadium. Von Seiten der Anwohner gab es dabei auch kritische Anmerkungen zur Parksituation. Sie befürchteten eine weitere Verschärfung im Lindenviertel.
Nun wird über den Sommer weiter an der baulichen Planung gearbeitet, sagt Philipp Simmet von der Horsch-Stiftung. Er geht davon aus, dass der Bauantrag wahrscheinlich erst im Herbst bei der Stadt eingereicht wird.
Das Konzept hinter den Hoffnungshäusern
Plan: In den Hoffnungshäusern sollen Menschen, die mitten im Leben stehen, mit sozial benachteiligen Menschen leben. Bei einem Infoabend sagte Thomas Röhm von der Hoffnungsträger Stiftung, dass in der Regel 30 Prozent der Wohnungen auf dem freien Markt angeboten werden – und die übrigen 70Prozent gefördert seien.
Konzept: Die Häuser setzen laut der Hoffnungsträger Stiftung auf Nachhaltigkeit und werden in Holzständerbauweise errichtet. Für das Projekt soll auf Netzwerke vor Ort zurückgegriffen werden – so etwa auf Ehrenamtliche, soziale Initiativen oder die Kirchen. Auch wird es an jedem Standort einen fest angestellten Leiter geben, der dort lebt.
Investor und Betreiber: Die Horsch-Stiftung ist in der Stadt vor allem durch die Initiative „Integration SAD“ bekannt – sie wird als Investor für das Projekt in Erscheinung treten. Die Hoffnungsträger Stiftung aus dem baden-württembergischen Leonberg hingegen werde der Betreiber für das geplante Hoffnungshaus in Schwandorf.