Mainburger Realschul-Deckel soll weg: Kelheims Kreispolitik unterstützt Schulleiter Bayerl

Von Martina Hutzler · 9. Juli 2024 um 17:59

Geht es nach Schulleitung und Kreispolitik, soll die Realschule Mainburg künftig mehr als zwei Klassen pro Jahrgang haben dürfen. Das hat Folgen für die Nachbarschulen.

Seit die Realschule Mainburg im Herbst 2012 den Unterrichtsbetrieb aufnahm, startete sie zwei Mal - 2019 und 2023 - mit drei statt zwei fünften Klassen; heuer wird das auch der Fall sein. Das geht nur mit Sondererlaubnis aus München.

Denn eine dritte Realschule für den Kreis Kelheim genehmigte das Kultusministerium im Jahr 2011 erst nach jahrelangem Drängen von Politik und Bevölkerung – und nur unter Auflagen. Die neue Schule sollte sich auf Jugendliche aus der Region Mainburg konzentrieren und als Pilotprojekt mit der benachbarten Mittelschule kooperieren. Vor allem aber sollte die Realschule dauerhaft zweizügig bleiben; so wurde sie auch gebaut. Ziel war, Nachbarschulen wie Rottenburg und Geisenfeld zu schützen.

Das ist nach Ansicht von Landratsamt und Kreisausschuss Kelheim nicht mehr nötig: Schon jetzt kommt das Gros der aktuell 400 Schüler/innen aus dem Raum Mainburg.

Und der Zulauf zur Realschule wird laut Schulprognose des Instituts SAGS weiter steigen: bis 2034 auf 474 Schüler/innen. Müssten sie, wegen der Auflage Zweizügigkeit, in Mainburg abgewiesen werden, käme mutmaßlich die Realschule Abensberg als „Ausweich-Quartier“ in die Bredouille; sie würde dann womöglich achtzügig, mit über 1200 Jugendlichen.

Daher befürwortet der Landkreis den Antrag von Schulleiter Bayerl beim Ministerialbeauftragten, Mainburgs Deckelung aufzuheben: Das beschloss am Montag einstimmig der Kreisausschuss. Wohl wissend, dass damit langfristig womöglich ein Ausbau der Schule nötig wird. Und dass bis dahin der Mainburger Schulcampus enger zusammenrücken muss.

Schon jetzt nutzt die eher beengte Realschule Räume ihrer Nachbarn Hallertauer Mittelschule und Gabelsberger Gymnasium. Die Kooperation müsse man, wenn möglich, noch ausbauen und dafür wohl auch die bislang unterschiedlichen Unterrichts-Startzeiten angleichen, hieß es in der Sitzung. Was den Neustädter Kreisrat Thomas Memmel (CSU) zum Vorschlag brachte, beim Kultusministerium ein Pilotprojekt „Gesamtschule“ für Mainburg zu beantragen.

Im Gymnasium Mainburg jedenfalls dürfte Platz frei werden für Realschüler: Es wird nach Prognose des Landratsamts etwa 100 Kids ans Gymnasium Rohr verlieren, wenn dort im Herbst 2025 der Landkreis neuer Träger wird.