Neue Seniorenwohnanlage in Schwandorf: Viele Wohnungen sind weiter am Markt

Von Martin Kellermeier · 10. Juli 2024 um 05:00

Der Schwanenhof, die neue Seniorenanlage in der Großen Kreisstadt Schwandorf, nimmt immer mehr Gestalt an. Inzwischen läuft bereits der Innenausbau der 50 Wohnungen. Verkauft sind sie aber ein Dreivierteljahr vor dem Einzug der ersten Bewohner noch nicht einmal zur Hälfte.

Die BayernCare mit Sitz in Erlangen realisiert Immobilien im Senioren- und Pflegebereich in Süddeutschland. Auch in Schwandorf will das Unternehmen eine Kombination aus Pflege und seniorengerechtem Wohnen anbieten. Dazu hat man sich für den Bau einer u-förmigen Anlage an der Regensburger Straße entschieden.

Im Oktober 2023 wurde dafür der Grundstein gelegt, damals war lediglich das Kellergeschoss zu erkennen. Mittlerweile stehen auch die drei Etagen über der Erde. Das Dach ist dicht und die Fenster sind drinnen. In Summer wurden 320Tonnen Baustahl und 15.000 Öko-Kalksteine im Großblock verbaut.

Innenausbau läuft, Fertigstellung im kommenden Jahr

An der Fassade werden gerade der Außenputz aufgetragen und die Dämmung angebracht. In den einzelnen Wohnungen läuft sogar bereits der Innenausbau – all das im Auftrag des Generalunternehmers, der Gebrüder Donhauser Bau GmbH. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal im kommenden Jahr anvisiert.

Kürzlich hatte die BayernCare zu einem Baustellenfest geladen. Die Besucher konnten sich nicht nur über eine Bewirtung, sondern auch über exklusive Einblicke in die Großbaustelle freuen. Mitarbeiter des Bauherren führten Interessierte durch das Gebäude und präsentierten Wohnungen und Gemeinschaftsräume.

Konkret gibt es in dem barrierefreien Gebäude 21 Ein-, 20Zwei- und neun Drei-Zimmer-Wohnungen. Alle sind sie mit Balkonen, Terrassen, oder Loggien ausgestattet und können seniorengerechte Bäder und Notrufeinrichtungen vorweisen. „Das ist eine Seniorenwohnanlage. Dort sollen und wollen keine Studenten einziehen“, stellt Christopher Kunze, der Geschäftsführer der BayernCare, im Gespräch mit unserer Zeitung fest.

Die Wohnungen wirken trotz mit Planen verklebter Fenster hell, nur in den Bädern ist es eher dunkel, denn nur wenige der 50 Wohnungen wurden mit einem Badfenster ausgestattet. Kunze sieht darin kein Problem. Schwierigkeiten mit Feuchtigkeit werde es im Nassbereich nicht geben. Eine „tolle Lüftungsanlage“ werde hier Abhilfe schaffen.

Die Appartements hätten einen „normalen Zuschnitt für die heutige Zeit“. Man habe mit erfahrenen Architekten zusammengearbeitet. Alle Wohnungen seien gut mit Rollator oder Rollstuhl befahrbar.

Innenhof soll zur Begegnungsstätte werden

Die Planungen sehen zudem „ein umfangreiches Begrünungskonzept mit Baumpflanzungen, heimischen Sträuchern, Beeten, Rasenflächen und Durchwegungen vor“, wie es in einer Mitteilung der BayernCare heißt. Zentrale Begegnungsstätte solle ein geschützter Innenhof mit Sitzmöglichkeiten und natürlicher Verschattung werden.

Der BayernCare-Chef ist vom Konzept in Schwandorf überzeugt. „Es ist eine tolle Wohnform für rüstige Menschen, die alleinstehend sind und sich verkleiner wollen“, findet Kunze. Aber auch für Paare würden sich die neuen Wohnungen anbieten. So könnten Einfamilienhäuser für junge Familien frei werden.

Der größte Pluspunkt für Kunze an der neuen Immobilie ist die Kooperation mit dem örtlichen Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Dieses würde ein Servicebüro im Schwanenhof betreiben, über das die Bewohner verschiedene Dienstleistungen buchen können. Hierzu zählten pflegerische Angebote und Alltagsunterstützung genauso wie Reinigungs-, Wäsche- oder Einkaufsservices.

„Im Schwanenhof ist ein freies und eigenständiges Leben mit der Möglichkeit zur Unterstützung gegeben“, fasst es der BayernCare-Geschäftsführer zusammen. Mit einer Wohnung und dem dazugehörigen Konzept könne man „fast alle Pflegegrade abdecken“. Erst bei fortschreitender Demenz oder Pflegegrad fünf sei für die künftigen Bewohner der Seniorenwohnanlage ein Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung empfehlenswert, so Kunze.

Vom Konzept müssen der BayernCare-Geschäftsführer und seine Mitarbeiter nun nur noch Käufer überzeugen. Denn aktuell sind noch eine Menge Wohnungen auf dem Markt. Konkret stehen noch 13 Ein-, zwölf Zwei- und fünf Drei-Zimmer-Wohnungen zum Verkauf. Die kleinste Wohnung mit knapp 50 Quadratmetern wird derzeit für 249000 Euro angeboten, die größte mit knapp 80Quadratmetern liegt bei 425000 Euro, informiert Kunze.

Mit dem Baufortschritt steigen die Anfragen für Besichtigungen

Dass noch nicht einmal die Hälfte der Wohnungen verkauft wurden, beunruhigt den Geschäftsführer derweil nicht. Er spricht von „einem normalen Verkaufsstand für die aktuelle Marktphase“.

Jetzt, wo der Schwanenhof in seinen Dimensionen besser sichtbar wird, steige auch die Nachfrage für Besichtigungen. „Eine solche Wohnung wird selten vom Plan weg gekauft. Viele wollen erst durch den Grundriss laufen“, weiß Kunze.

Blick in eine Ein-Zimmer-Wohnung: Ein Abstellraum (Mitte) und ein Bad (r.) gehören zu allen Wohnungen. Foto: Daniel Seger, Moods Photography