Rodinger Volksfest übertrifft Erwartungen: Bürgermeisterin zieht sehr positives Fazit

Von Bastian Schreiner · 8. Juli 2024 um 20:45

Das beste Volksfest seit langem: So lassen sich die Reaktionen von Stadt und Festwirt auf einen Nenner bringen. Die Verkürzung von elf auf neun Tage, das erstklassige Musikangebot und ein paar Umstrukturierungen im Programm haben dafür gesorgt, dass das Zelt an fast allen Festtagen bestens gefüllt war. Auch die Festküchen sowie Polizei und Rettungsdienst ziehen ein positives Fazit.

Das 69. Volksfest war laut Bürgermeisterin Alexandra Riedl ein „voller Erfolg“. Sehr überrascht war sie vor allem von der guten Stimmung im Zelt. Trotz Fußball-EM und Wetterextremen – diese beiden Faktoren könne man nicht beeinflussen – wurden zahlreiche Besucher auf die Festwiese am Esper gelockt.

Lesen Sie hier: Das Geheimnis in Roding ist gelüftet: Carolin Hossinger ist Volksfestkönigin 2024

Gerade zur Eröffnung am ersten Samstag seien die Vorzeichen mit 35 Grad und EM-Achtelfinale der deutschen Nationalmannschaft alles andere als rosig gewesen. „Die, die trotzdem da waren, haben eine tolle Stimmung gemacht“, sagt Riedl.

Der Einzug fand heuer erstmals am Sonntag statt. „Wir waren zuerst skeptisch, aber es hat funktioniert“, freut sich die Bürgermeisterin mit Blick auf die rund 2000 Teilnehmer. Auch nach dem Umzug seien noch viele Leute im Festzelt geblieben.

„Super Stimmung im Zelt“

Der Montag mit der Kapelle Josef Menzl war quasi ein Selbstläufer, das Zelt entsprechend voll. Von einer „super Stimmung“ mit der bekannten Band Waidler Power spricht Riedl auch am Dienstag beim Tag der Soldaten. „Es waren viele junge Leute da, deshalb haben wir die Musik noch eine Stunde verlängert“, erzählt sie. Positiv überrascht war Riedl am Mittwochabend, als die Troglauer das rappelvolle Zelt zum Kochen brachten. „Einigen war es vielleicht zu laut, aber die Fans wollten das ja so“, sagt sie.

Beim Städte- und Gemeindetreffen am Donnerstag habe der Regen etwas geschadet. „Da wäre der Biergarten voll gewesen. Es mussten aber alle ins Zelt. Für alle reichte der Platz dann nicht, weil die meisten Tische schon reserviert waren“, berichtet Riedl. Dafür war die Festwiese bis weit nach dem Feuerwerk stark frequentiert. Nach dem Feuerwerk, das wieder ein Höhepunkt war, kehrten auch viele zurück ins Zelt, wo die Stadtkapelle für Unterhaltung sorgte.

Lesen Sie hier: „Jedes Feuerwerk ist ein Kunstwerk“: Thomas Kuchinka sorgt wieder für ein Spektakel in Roding

Wegen des EM-Spiels gegen Spanien am Freitag beim Tag der Betriebe haben einige Firmen ihre Reservierungen abgesagt. Der Besuch war trotzdem ordentlich und die Stimmung trotz Niederlage der Nationalmannschaft gut. Den zweiten Samstag mit der Band Ois Easy und einem vollen Zelt bezeichnet Riedl als „Wahnsinn“. Ebenfalls sehr positiv lief der Abschluss am Sonntag, an dem auch der Wettergott mitspielte: volles Zelt am Mittag, sportliche Aktivitäten, volle Festwiese, guter Besuch am Abend mit der Blaskapelle Pfeffer.

„Auch die Schausteller sind zufrieden. Für das Wetter können wir leider nichts“, so Riedl. Ein großes Lob gebührt Volksfestkönigin Carolin Hossinger, die die Festtage super gemeistert hat. „Das ist eine Herausforderung, man ist ständig unter Strom und hat viele Termine“, weiß Riedl aus eigener Erfahrung.

Nächstes Jahr steht das 70. Rodinger Volksfest an – und die Bürgermeisterin verspricht schon jetzt, dass sich die Verantwortlichen für das Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen. Die Anzahl der Festtage sei noch offen. „Weniger als neun sollen es aber nicht werden“, betont sie. In den kommenden Wochen werde die Stadt Gespräche mit den Festküchen und dem Festwirt, dessen Vertrag heuer ausläuft, führen. „Wir werden unsere Hausaufgaben machen. Die Leute können sicher sein, dass es ein 70. Volksfest geben wird“, sagt sie.

Festwirt Matthias Strauß von der Brauerei Dimpfl in Furth im Wald blickt auf ein gutes und harmonisches Volksfest zurück. Das hochkarätige Musikprogramm und die Verkürzung hätten sich positiv ausgewirkt: „In der Kürze liegt die Würze!“ Durch die Kompaktheit konnte man die schwachen Tage wie in den Vorjahren verhindern. „Neun Tage sind besser als elf“, sagt Strauß, der sich wie die beiden Festküchen für eine Verkürzung stark machte. Dass sich EM und Hitze bemerkbar machen, sei logisch. Dafür waren der Einzug und das Feuerwerk, aber auch Montag, Dienstag und Mittwoch gut besucht.

Zu seiner Zukunft als Festwirt in Roding möchte sich Matthias Strauß, dessen Vertrag drei Jahre Gültigkeit hatte, derzeit nicht äußern. Zunächst werde er mit der Stadt Gespräche führen.

„Verkürzung war richtig“

Das Fest sei wegen der Verkürzung besser gewesen, aber noch nicht optimal, sagt Beate Haberzeth von der gleichnamigen Festküche. Man denke über eine weitere Verkürzung beispielsweise von Mittwoch bis Montag nach. „Am Samstag waren Fußball und Hitze. Ab Sonntag mit dem Einzug lief es wieder besser, wobei wir am Tag der Betriebe einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnen mussten“, resümiert Haberzeth. Und weiter: „Die guten Bands haben sich positiv vom Gästeaufkommen und Umsatz bemerkbar gemacht.

Durch die Verkürzung habe sich nicht viel geändert, sagt Nina Aumer von der Festküche Aumer/Gleixner. „Am ersten Sonntag ist das Mittagsgeschäft weggefallen, da der Umzug erst um 16 Uhr begann. Die Bands haben die jungen Besucher angezogen, die essen aber wenig. Bei Blasmusik essen die älteren Semester mehr. „Für die Zukunft wünschen wir uns Planungssicherheit“, ergänzt Tobias Aumer, der sich für heuer zufrieden zeigt.

Unter den Volksfestköniginnen fühlt sich der frühere Festwirt Jupp Brantl noch sehr wohl. Fotos: Reinhard Schreiner
Königin Carolin Hossinger – hier mit Papa Armin, Mama Andrea und Bruder Constantin – hat neun schöne Festtage hinter sich.