Ritterpaar 2024 aus Furth im Wald über Cappuccino, Urlaub und Heiratspläne

Von Alexander Frimberger · 9. Juli 2024 um 05:00

Offizielle Termine, Fotoshootings, Besuche von Festen in der Region, Reiten üben und Bühnenprobe, Eva Baier und Ludwig Fleischmann sind im Moment die wohl gefragtesten Leute in der Region. Als Ritterpaar 2024 sind sie auch Repräsentanten ihrer Heimatstadt.

Wir stehen vor dem DLRG-Haus, erste Frage: den Rundweg links zum Staudamm oder rechts angehen? Baier und Fleischmann gehören zur Fraktion rechtsherum. Ein bisschen müde sehen die beiden an diesem Sonntagmorgen aus. „Ja wir waren gestern bei den Trenck-Festspielen“, sagt Fleischmann. War es schön? Beide nicken und lächeln.

Beide lieben Italien

Die Further Rittersleut‘ sind ja auch privat seit vielen Jahren ein Paar. Wer macht denn am Sonntag Frühstück?

„Wir sind morgens keine großen Esser, aber Eva macht mir einen Cappuccino. Den lieben wir beide, haben uns jetzt sogar eine Siebträgermaschine gekauft“, sagt der Ritter 2024 und lobt die Barista-Qualitäten seiner Lebensgefährtin. Maximal gibt es dazu ein Croissant. Ansonst lieben sie die italienische Küche. Auch wenn man es beiden nicht ansieht, sagt er: „Wir essen extrem gern. Spaghetti Bolognese oder Vongole (mit Muscheln) könnte ich jeden Tag essen.“ Gnocchi mit Käsesoße sind es übrigens bei Eva. „Und ich mag Fisch.“ Da liegt es nahe, dass Italien das liebste Reiseziel der beiden ist. „Wir mögen den Gardasee und Eva liebt Rimini“, sagt er, und sie ergänzt: „Früher bin ich zweimal im Jahr dorthin gefahren, inzwischen klappt es wegen des Studiums nur noch einmal.“ Fester Termin Ende August, Anfang September. Interessiert sind beide aber auch an den historischen Stätten des Landes.

Lesetipp: Uli Fleischmann aus Furth im Wald stellt hochwertige Uhren-Armbänder her

Wo steht eigentlich die Kaffeemaschine? Die beiden leben ja eine Wochenendbeziehung, weil Eva in Regensburg Zahnmedizin studiert. Tatsächlich haben sie in Ludwigs Elternhaus eine kleine Wohnung ausgebaut. Vor einem Monat sind sie dort eingezogen. Derzeit hat die Uni Festspielpause, Eva ist also durchweg in Furth im Wald: „Es ist schön, wenn man sich jeden Tag sieht“, sagt sie. Viel Freizeit bleibt natürlich trotzdem nicht, die wird derzeit komplett dem Drachenstich geopfert: „Reiten, proben, planen“, fasst Ludwig Fleischmann zusammen. Sechsmal die Woche schwingt er sich auf den Rücken der beiden Festspielpferde Goya und Sam.

Für Eva ist gerade Probenpause, weil die Mitarbeiter des Bauhofs die Bühne auf dem Stadtplatz aufbauen. Aber natürlich sitzt der Text schon. Schwieriger ist es, sich auf das Spielen einzulassen: „Man muss sich trauen, dann bekommt man auch die in einer Szene notwendige Emotion. Ich bin in diesen Momenten ganz im Hier und Jetzt, denke an nichts anderes mehr, dann geht das sehr gut.“

Ludwig hat sich inzwischen auch mit den für den Ritter notwendigen Waffen versorgt. Da ist zum einen die Lanze. „Die herzustellen ist eine Wissenschaft für sich.“ Es muss extrem hartes Holz sein, und die circa fünf Kilo schwere Waffe muss richtig austariert werden. Das hat Matthias Schweitzer übernommen, der 2018 mit Laura Lemminger das Rittrepaar mimte. Die Spitze hat Mühlbauer Stahlbau aus Furth hergestellt. Das Schwert hat er sich zum anderen in Tschechien gekauft, weil ihm gesagt wurde, dass es dort die Besten gibt: robust und sehr leicht.

Eva Baier hat sich mit Extensions eingedeckt, weil die Ritterin lange Haare haben muss und vier Dirndl gekauft. Da bietet die Festspielzeit gute Gelegenheit, sie liebt die bayerischen Trachtenkleider. Wenn doch einmal Zeit für Hobbys bleibt – nach dem Drachenstich sicher wieder mehr – dann schaut der FC Bayern-Fan extrem viel Fußball. „Ich schaue dann gezwungener Maßen auch mit“, sagt Furths Ritterin 2024. „Inzwischen kennst du dich aber auch schon sehr gut aus.“ Er schaut ans Ufer, wo ein paar Angler ihrem Hobby nachgehen. „Das hab ich früher häufiger gemacht, ich hab die gefangenen Fische aber immer wieder zurück ins Wasser geworfen.“ Beide finden die Ruhe beim Angeln schön.

Noch keine Hochzeitspläne

Wenn Eva nicht an ihrem Fußballwissen feilt, macht sie gerne Sport sowie Ballett und leitet unter anderem zwei Tanzgruppen. „Tatsächlich lerne ich in meiner Freizeit auch viel.“ Noch drei Jahre muss sie für ihren Zahnmedizinabschluss büffeln, möchte sich dann später schon einmal selbstständig machen. Angst vorm Zahnarzt haben sie übrigens beide nicht.

Natürlich darf eine Frage nicht fehlen: Gibt es schon Hochzeitspläne? Beide lachen und sagen unisono: „Nein, das hat Zeit bis nach dem Studium.“ Sie waren gerade erst auf drei verschiedenen Hochzeiten. „Die waren sehr schön, aber ehrlich gesagt waren wir etwas geschockt, wie teuer heiraten heute ist. Wieder einmal sind sich beide einig, man glaubt ihnen, wenn sie sagen, dass sie eigentlich nie Streit haben. „Wir regen uns eher gemeinsam über Dinge auf, die uns nicht gefallen.“ Beim Rückweg zum Auto noch eine letzte Frage: Wer ist der bessere Autofahrer? Eva grinst und hebt den Finger. So ganz einverstanden scheint Ludwig nicht zu sein, räumt aber dann doch ein: „Besser einparken kann sie, das stimmt.“ Erwischt!

Auch privat sind sie ein Herz und eine Seele.