Uli Fleischmann aus Furth im Wald stellt hochwertige Uhren-Armbänder her

Nur ein kleines Schild an der Hauswand in der Nordgaustraße 6 weist darauf hin, was hinter den Türen wartet. „Fluco“ steht darauf. Es handelt sich um ein Further Traditionsunternehmen, das mit innovativen, zukunftsweisenden Ideen besticht.
Uli Fleischmann, Inhaber von Fluco lächelt, wenn man ihn nach der Bedeutung des Firmennamens fragt: „Zusammengesetzt aus Fleischmann und Co“, sagt er. Gegründet hat das Unternehmen sein Großvater im Jahr 1952. Er begann Armbänder für Uhren herzustellen, weil der Bedarf nach dem Krieg kontinuierlich stieg. Positiver Nebeneffekt. Das Gerberhandwerk, das aus Tierhäuten Leder herstellt, hatte damals einen hohen Stellenwert in Furth im Wald. „Das ist bis heute so“, sagt Fleischmann, „wir beziehen das Leder von der Gerberei Perlinger.“ Seit 1993 leitet er die Geschicke des Unternehmens. Damals ist sein Vater überraschend gestorben. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen.“ Und der Drachenstichritter des Jahres 1995 lernte schwimmen.
Bis zu 50 Arbeitsschritte
Er hat das Unternehmen aufbauend auf dem was sein Großvater und sein Papa geschaffen haben, zu dem gemacht, was es heute ist: Ein Hersteller für erstklassige Uhren-Armbänder. Juweliere Uhrenhersteller und Uhrmacher kaufen oder verkaufen seine hochwertigen Produkte aber auch Einzelanfertigungen sind möglich. Natürlich kosten die Bänder mehr als am Ein-Euro-Wühltisch. Wer die Fertigungshalle betritt, weiß auch warum: Es mutet an, wie in einer Manufaktur. „Stimmt“, sagt Fleischmann, „bis zu 50 Arbeitsschritte sind notwendig, bis ein Band die Produktion verlässt.“ Es wird gestanzt, genäht, überstehende Fäden abgeflämmt, geschnitten, geschärft, abgekantet und vieles mehr.
„Die allermeisten Arbeitsschritte passieren in Handarbeit“, so Fleischmann. Mit Maschinen, die teilweise schon vom Großvater angeschafft worden sind. „Die sind zuverlässiger und weniger anfällig als moderne Gegenstücke. “ Fleischmann deutet auf ein modernes Stanzgerät, das ungenutzt abseits steht, während ein Mitarbeiter an einem an eine Dampfmaschine erinnerndes Objekt mühelos zukünftige Armbänder aus dem Leder stanzt.
Insgesamt 35 Mitarbeiter hat Fluco. „Viele sind schon seit über 40 Jahren bei uns, haben schon für meinen Urgroßvater gearbeitet“, sagt Ludwig Fleischmann, der in vierter Generation in das Unternehmen einsteigen wird. Im Gegensatz zu seinem Vater, der ganz unvermittelt Firmenchef wurde, bereitet sich Ludwig, Ritter für die aktuelle Drachenstichsaison, gründlich auf seine Aufgabe vor. Im Rahmen eines dualen Studiums, in den Bereichen Handelsmanagement und E-Commerce, bastelt er mit an der Zukunft des Unternehmens. „Ich bin der Vegan-Beauftragte“, erklärt Ludwig. Wer weiß, dass zum veganen Lebensstil nicht nur gehört, keine tierischen Produkte zu essen, sondern solche auch nicht zu tragen, weiß, warum es diesen Job braucht. Vieles ist schon ausprobiert worden. Zum Beispiel mit dem, was bei der Weinproduktion übrig bleibt, dem sogenannten Trester. „Das Problem ist, dass da immer nur ein kleiner Teil aus dem Naturstoff besteht.“ Als Träger muss dann wieder ein Plastik fungieren. Jetzt ist man bei einer schweizer Firma fündig geworden. Die stellen Stoffe aus Bananenblättern her. Ein reines Naturprodukt, für das Fluco die exklusiven UhrenArmbandrechte hat. Auch wenn die Qualität der Bananenarmbänder hervorragend ist: „Mir ist Leder ehrlich gesagt lieber“, sagt Uli Fleischmann während er sein gut gefülltes Lager zeigt.
Keine Massenware
„Die Haut der Tiere fällt ja sowieso an, sie zu vernichten wäre ja auch nicht richtig.“ Und auf noch etwas legen Vater und Sohn wert: „Wir stehen für deutsche Qualitätsprodukte.“ Das will auch Ludwig in Zukunft so beibehalten. Minderwertige Massenproduktion aus Asien ist ihre Sache nicht.
Bananenfasern
„Qwstion“ lautet der etwas sperrige Name einer schweizer Firma, die „Bananatex“ entwickelt haben. Es handelt sich dabei um einen Stoff, der komplett aus Bananenfasern gewebt wird. Ein reines Naturprodukt. Vergräbt man den Stoff, soll er sich innerhalb von sechs Wochen komplett auflösen. Die Bananenpflanzen, werden im philippinischen Hochland biologisch kultiviert. Die Markteinführung des Fluco Uhren-Armbandes soll in Kürze erfolgen.


