Gewitter bei EM: Blitzschutz-Experten erklären, wie sicher Fußball-Fans im Stadion sind

Das Achtelfinale Deutschland gegen Dänemark bei der Fußball-EM hat man bei der Neumarkter Firma Dehn SE interessiert verfolgt. Als Fans, aber auch als Blitzschutz-Experten. Wegen eines Gewitters musste das Spiel unterbrochen werden. So groß schätzen die Ingenieure die Gefahr für Fußballer und Zuschauer grundsätzlich ein.
34 Minuten waren gespielt, da piff Schiedsrichter Michael Oliver und schickte die dänischen und deutschen Kicker vom Rasen. Dass das sehr berechtigt war, zeigte sich wenig später. Mehrere Blitze schlugen in der Nähe des Dortmunder Stadions ein. Der Blitzinformationsdienst Aldis/Blids gab für diese Blitze eine maximale Stromstärke von mehr als 16.000 Ampere an.
Jährlich gibt es durchschnittlich 52 Unfälle mit Blitzen in Deutschland, bei denen durchschnittlich rund 110 Menschen verletzt werden. Im Durchschnitt sterben vier Menschen pro Jahr. Das ergeben Statistiken, des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE).
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Was passiert, wenn ein Blitz einen Menschen trifft?
Getroffen werden kann ein Mensch entweder direkt oder durch Überschlag von einem anderen nichtmetallischen Objekt wie beispielsweise einem Baum. Blitze können sich auch im Boden ausbreiten. Wie stark dieser leitet, hängt vom Belag ab. Asphalt ist ein guter Isolator, eine Wiese eher nicht. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Blitz in etwas Metallenem einschlägt, das ein Mensch gerade berührt.
Meist fließt der Strom dabei über die Körperoberfläche ab und nicht durch den Körper, erklärt der VDE. Nur deswegen können Menschen einen Einschlag überleben. Häufige Folgen sind Verbrennungen. Ein Blitz kann sich aber auch unter anderem auf Herz, Hör- und Sehvermögen auswirken.
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Die Zuschauer auf den überdachten Tribünen im Dortmunder Stadion seien relativ sicher gewesen, erklärt Josef Birkl, Senior Engineering Expert bei Dehn SE. Wenn technische Vorkehrungen getroffen sind. „Sind Stadien mit vorschriftsgemäßen Blitzschutz ausgerüstet, dann sind zwar Blitzeinschläge in die Metalldachkonstruktion möglich, aber auf den Tribünen befindliche Personen sind nicht gefährdet“, sagt Birkl. Die metallene Dachkonstruktion wirke als Fangeinrichtung und der Blitz werde über die Stahltragkonstruktion sicher gegen Erde abgeleitet.
Das Risiko von Blitzen bei offenen Fußball-Stadien
Was bleibt, ist das Risiko auf dem Spielfeld vom Blitz getroffen zu werden – auch wenn es gering sei, wie der Experte von Dehn SE erklärt. Bei Stadien, die über ein schließbares, blitzstromgeprüftes Dach verfügen, ist auch das ausgeschlossen. Allerdings sind das bei der EM nur die Stadien in Frankfurt, Gelsenkirchen und Düsseldorf.
In Stadien wie dem Dortmunder könnte der Blitz im ungünstigsten Fall durch die große Öffnung in der Stadionmitte einschlagen und dort Menschen auf dem Feld gefährden. Birkl: „Da bleibt nur, wie in Dortmund geschehen, das Spiel zu unterbrechen, bis das Gewitter abgeklungen ist.“
Aber auch für offene Stadien gibt es Möglichkeiten, den Innenraum sicher zu machen, wie Birkl erklärt. Beispielsweise durch spezielle Seilüberspannungen.
In welchen Stadien Dehn SE diese und andere Techniken für Blitzschutz verbaut hat, darf das Unternehmen aus Neumarkt nicht sagen. Man habe leider keine explizite Freigabe einzelner Stadien, darüber zu sprechen, erklärt das Unternehmen. Allerdings findet sich auf der Homepage von Dehn SE ein Eintrag zu Blitzschutz in Fußballstadien. Dort heißt es: Dehn SE leiste „bereits heute einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf Sportplätzen sowie bei Events in vielen deutschen Stadien, wie zum Beispiel in München, Dortmund, Frankfurt und Düsseldorf“.
