Neuer Kreisbrandrat im Kreis Regensburg: Johann Bornschlegl soll auf Wolfgang Scheuerer folgen

Der Landkreis Regensburg braucht einen neuen Feuerwehr-Chef. Der bisherige Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer wird bei der Wahl am 22. Juli in Barbing aus Altersgründen nicht mehr antreten. Aus Unterlagen, die der MZ exklusiv vorliegen, geht hervor: Nachfolger wird aller Voraussicht nach Johann Bornschlegl aus Wörth.
In einem Brief von Landrätin Tanja Schweiger an die Feuerwehrkommandanten, der der MZ vorliegt, heißt es, dass sie im Februar um Rückmeldungen aus Feuerwehrkreisen gebeten habe. Die Ehrenamtlichen sollten ihr berichten, wo sie sich Veränderungen wünschen. Grundsätzlich bestehe zwar eine hohe Zufriedenheit, betont Schweiger. Dennoch hätten ihr die Ehrenamtlichen mitgeteilt, dass sie sich Veränderungen in der Aus- und Fortbildung, beim Beschaffungswesen, bei der Kommunikationsstruktur, bei der Unterstützung durch die Kreisbrandinspektion und den Kreisbrandmeister bei schwierigen Einsatzlagen wünschen. Zudem stehen Digitalisierung, der Einsatz neuer Medien und Änderungen bei der Alarm- und Einsatzplanung auf dem Wunschzettel der Floriansjünger.
Nur ein Kandidat
In den vergangenen Monaten habe sie viele Gespräche mit Personen geführt habe, die aus ihrer Sicht geeignet seien, schreibt Schweiger, der es als Landrätin obliegt, einen Kandidaten für das Amt des Kreisbrandrates vorzuschlagen. Dabei sei ihr vorgeschlagen worden, „ein starkes Zeichen des Miteinanders“ zu setzen und nur einen, nämlich den erfahrensten Kandidaten vorzuschlagen. Das sei Johann Bornschlegl aus Wörth.
Dieser sei seit 35 Jahren bei der Feuerwehr aktiv, habe Erfahrung in allen Einsatzbereichen. Bornschlegl sei bei einer Vielzahl schwieriger Einsätze gefordert gewesen und habe sich dabei als verlässlicher Partner erwiesen. Der Wörther habe zudem langjährige Erfahrung in Führungspositionen. Dazu komme sein Hauptamt als Lehrer an der Feuerwehrschule, das mit einer guten Vernetzung einhergehe. Daher, so schreibt Schweiger in dem Brief, bitte sie am 22. Juli um Unterstützung für Bornschlegl. Das Landratsamt bestätigt auf Anfrage, dass der Brief tatsächlich aus der Feder von Tanja Schweiger stammt.
Auch Johann Bornschlegl selbst bestätigt der MZ, dass das Schreiben an die Kommandanten versandt wurde. Sicher sei ihm das Amt noch nicht, wie der Wörther betont. „Ich sag immer: Eine Wahl ist eine Wahl. Und das ist auch gut so.“ Sollte sich tatsächlich eine Mehrheit der Kommandanten für ihn aussprechen, freue er sich auf die neue Aufgabe. „Es ist ein sehr reizvolles Amt.“ Wenngleich er betont: „Die nächste Zeit wird sicher nicht einfach.“ In vielen Kommunen würden die Haushaltsmittel knapp – darunter hätten auch Feuerwehren zu leiden.
Er wolle als Kreisbrandrat insbesondere kleine Ortswehren stärken. „Wir haben gerade beim Hochwasser gesehen, wie wichtig die sind. Wir werden es ohne sie nicht schaffen.“ Ein Kreisbrandrat fungiere als eine Art Bindeglied zwischen den einzelnen Wehren und anderen Stellen. „Und das ist wichtiger denn je.“
Bornschlegl tritt nicht das erste Mal zur Wahl an. 2013 kandidierte er schon einmal. Seinerzeit war Waldemar Knott Kreisbrandrat – und die Feuerwehren im Landkreis tiefgespalten. Manch ein Floriansjünger warf Knott einen diktatorischen Führungsstil vor. Im November 2013 traten die Kommandanten an die Urne – sie hatten die Wahl zwischen Bornschlegl und Wolfgang Scheuerer. Zweiterer erhielt 96 der 173 Stimmen. Bei der Wahl war die Stimmung angespannt, wie die MZ damals schrieb. Für eine derart große Veranstaltung sei es seltsam ruhig gewesen im Barbinger Rathaussaal.
Gräben überwinden
Bornschlegl betont im MZ-Gespräch am Freitag, dass man genau eine solche Lagerbildung bei der anstehenden Wahl vermeiden wollte. Es habe aber eine Zeit gedauert, bis die Gräben nach den Querelen der Vergangenheit wieder zugeschüttet worden seien, sagt der Wörther ganz offen. Es sei nun allerdings an der Zeit, die Kraft, die zur Verfügung steht, wieder dem Ehrenamt zu widmen. „Wir sind nur gemeinsam stark.“