Schädlinge: Stadt Schwandorf will Buchsbaum aus öffentlichen Grünanlagen verbannen

Der Buchsbaum, beliebt bei der Gartengestaltung und in öffentlichen Anlagen, hat in Schwandorf keine große Zukunft. Die Stadt will in absehbarer Zeit ganz auf das Ziergewächs verzichten, das sich so schön in Form schneiden lässt. Grund ist ein Schädling, der aus Asien eingeschleppt wurde.
Der bei Gartenfreunden inzwischen schon berüchtigte Buchsbaumzünsler ist eine Schmetterlingsart, die sich erst in den vergangenen Jahren in Deutschland und Europa verbreitet hat. Für die Raupen sind die grünen Blätter ein gefundenes Fressen, bei starkem Befall können die Zier-Bäumchen komplett absterben.
Für den Bauhof ein „normales Zünslerjahr“
Die Stadt, konkret der Fachbereich Grünanlagen im Bauhof, hat mit dem importierten Schädling schon länger ihre liebe Not – auch heuer. Von einem „normalen Zünslerjahr“ spricht Pressesprecherin Lara Schmaus auf Anfrage, „Befall war und ist vorhanden“. Als Beispiele nennt sie unter anderem die Buchsbäume bei der Bushaltestelle Landratsamt an der Wackersdorfer Straße oder am Kreuzberg gegenüber dem Pfarrzentrum.
Zwei größere Buchsbäume am Kriegerdenkmal im Ortsteil Richt hätten vom Bauhof gleich komplett entfernt werden müssen, denn hier war der Befall schon zu weit fortgeschritten. Die Ziergewächse würden anschließend verbrannt, „damit eine weitere Verbreitung ausgeschlossen werden kann“. Zur Vorbeugung setzt die Stadt laut Schmaus meist Ende April ein „zugelassenes Insektizid“ ein, „aus Umweltschutzgründen selbstverständlich auf ein Minimum beschränkt“.
Bekämpfung ist ziemlich aufwendig
Wegen der hohen Anfälligkeit und der aufwendigen Bekämpfung hat die Stadt inzwischen erste Konsequenzen gezogen. Der Zukauf von Buchsbäumen durch den Bauhof wurde schon vor einiger Zeit „gänzlich eingestellt“, wie Sprecherin Schmaus informiert. Wenn die Ziergewächse überhaupt noch gepflanzt werden, stammen sie von Privatleuten, die besonders große Pflanzen kostenlos abgeben.
Doch die Tage des Buchsbaums auf öffentlichem Grund sind offenbar gezählt. „Der Buchs wird aus den städtischen Grünanlagen komplett verschwinden“, sagt Schmaus. Als Alternative setzen die Stadt-Gärtner inzwischen eher auf Eiben. „Überwiegend wird jedoch auf insektenfreundliche Pflanzen zurückgegriffen“, so die Sprecherin.
Fachleute empfehlen regelmäßige Kontrollen
Für Gartenbesitzer, die auf den Buchsbaum nicht verzichten wollen, stellt sich aber weiter die Frage, wie man den Falter und seine gefräßigen Raupen am besten bekämpft. Die Ratschläge, die im Internet kursieren, sind vielfältig und wohl auch unterschiedlich wirksam. Wichtig ist für die Fachleute zunächst vor allem die regelmäßige Kontrolle auf einen Befall, der sich an angefressenen Blättern, Gespinsten und natürlich den grün und schwarz gefärbten Raupen feststellen lässt. Dazu müssen die Pflanzen auseinandergedrückt werden, denn die Raupen fangen innen mit dem Fressen an.
Als Gegenmaßnahmen werden zunächst mechanische Verfahren genannt – vom Absammeln bis zum Einsatz des Hochdruckreinigers, verbunden mit einem Rückschnitt der befallenen Pflanzenteile. Das Umweltbundesamt empfiehlt die biologische Bekämpfung auf der Basis eines bestimmten Bakteriums, das die Raupen auf natürliche Weise abtötet. Auch Neem-Präparate sollen helfen. Umweltverbände wiederum raten dazu, Vögel in den Garten zu locken. Denn die haben die Raupen inzwischen auch als gehaltvolle Nahrung entdeckt.
Auch für die Entsorgung gibt es Tipps. Abgesammelte Raupen und kleinere Mengen von befallenen Pflanzenteilen sollten nach Auskunft aus dem Landratsamt gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden. Bei größeren Bäumen oder einem ausgedehnten Befall empfiehlt Pressesprecher Manuel Lischka eine Anlieferung des ebenfalls verpackten Grünguts direkt beim Müllkraftwerk Schwandorf.