Kommt in der Regensburger Weißenburgstraße wieder Tempo 30?

Der Lärmaktionsplan für die Stadt Regensburg empfiehlt neun Geschwindigkeitsbeschränkungen. Auch in der Weißenburgstraße soll es wieder ein Tempolimit geben – darüber stimmen die Stadträte aber noch einmal ab.
Tempo 30 wirkt – das war die Botschaft von Lärmschutzexpertin Antje Janßen am Dienstagabend im Planungsausschuss. Sie erläuterte den Lärmaktionsplan für die Stadt, den das von ihr geleitete Planungsbüro LK Argus überarbeitet hat. Darin steht: In der Weißenburgstraße, wo bis vor Kurzem Tempo 30 zur Luftreinhaltung galt, solle die Geschwindigkeit ebenso reduziert werden wie an acht weiteren Örtlichkeiten. Das höre sich so an, „wie wenn sich der Verkehr halbiert hat“, erklärte Janßen.
Die Stadt ist zuständig für den vom Straßenverkehr erzeugten Lärm, die Autobahnen ausgenommen. Die Basis des Aktionsplans ist laut Janßen eine Lärmkartierung mit errechneten Werten, die Brennpunkte zeigt. 6,5 Prozent der Regensburger seien von Lärmpegeln betroffen, die der Gesundheit schaden könnten.
Kosten von circa 66.000 Euro
Konkret empfiehlt der Lärmaktionsplan ganztags Tempo 30 in einem Teil der Schottenstraße in der Altstadt, in einem zentrumsnahen Abschnitt der Kumpfmühler Straße, in der Adolph-Kolping- und D.-Martin-Luther-Straße zwischen Ostengasse und Landshuter Straße und in der Weißenburgstraße im Osten. Tempo 30 nachts ist vorgeschlagen für die zentrumsnahe Margaretenstraße zwischen Kumpfmühler Straße und Fritz-Fend-Straße, für die Amberger Straße zwischen B16 und Nordgaustraße und einen Abschnitt der Donaustaufer Straße im Norden sowie für die Hermann-Geib-Straße im Osten, zwischen Landshuter Straße und Furtmayrstraße. Für die Landshuter Straße ist eine Fahrbahnsanierung mit Lärmschutzasphalt angeraten und geplant. Durch die Maßnahmen könnten mindestens 940 Bürger ganztags und circa 770 Bürger nachts dauerhaft von Verkehrslärm entlastet werden, heißt es im Aktionsplan. Für die Stadt bedeuteten sie zusätzliche Kosten von circa 66.000 Euro.
Der Planungsausschuss beschloss den Aktionsplan gegen die Stimme von FDP-Stadträtin Gabriele Opitz. Sie erklärte zur Weißenburgstraße: „Da haben wir uns derart lächerlich gemacht, da stimme ich nicht zu.“ Prinzipiell sei sie durchaus manchmal für Tempo 30. CSU-Fraktionschef Michael Lehner erkundigte sich vor der Abstimmung, ob über die einzelnen Maßnahmen noch entschieden werde; das ist der Fall. „Wenn dem so ist, können wir dem Lärmaktionsplan zustimmen“, erklärte Lehner. Die CSU behalte sich aber vor, einzelne Empfehlungen abzulehnen, etwa die für die Weißenburgstraße. ÖDP-Fraktionschef Benedikt Suttner beantragte, die Maßnahmen zügiger umzusetzen als im anberaumten Fünf-Jahres-Zeitraum, fand dafür aber keine Mehrheit. Grüne, Brücke und Irmgard Freihoffer (Bündnis Sahra Wagenknecht) sprachen sich aber ebenfalls dafür aus, mehr 30er-Limits zu realisieren und das schnell. Klaus Rappert (SPD) warb auch für Tempo 30: „Was ich bemerkenswert finde: Das Ganze ist auch wirklich richtig wirksam.“
Lärmschutz abwägen
Noch offen ist, welche der im Aktionsplan vorgeschlagenen Tempolimits die Stadt dem Planungsausschuss zur Realisierung empfehlen wird. Von Verwaltungsseite hieß es: Die Stadt müsse den Lärmschutz jeweils abwägen gegen die „Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs“ – auch wenn die neue Straßenverkehrsordnung die Entscheidung für Tempo 30 etwas leichter mache.