Jazzweekend, CSD, Theaterball und EM: Regensburg feiert ein Mega-Wochenende

So viel Party war selten. Mehrere Großereignisse fallen auf das erste Juli-Wochenende: das Bayerische Jazzweekend, der CSD, der Sommernachtsball des Theaters und das Public-Viewing beim Deutschlandspiel.
Im Sommer jagt in der Domstadt stets ein Fest das andere. Doch ein Party-Wochenende wie das kommende erlebt Regensburg selten. Beim Jazzweekend unterhalten ab Donnerstag bekannte Größen und aufstrebende Talente. Tausende Gäste werden ins Welterbe strömen. Am Samstag zieht die CSD-Parade über die Steinerne Brücke und macht auf die Rechte der LGBTQ+-Community aufmerksam. Theaterfreunde tanzen beim Sommernachtsball. Die EM-Party geht am Freitag im Viertelfinale gegen Spanien weiter. Beim Public Viewing fiebern viele mit.
Das 43. Jazzweekend lässt die ganz Regensburg pulsieren
109 Bands und Kombos loten ab Donnerstag die Bandbreite des Jazz aus. Die Bühnen verteilen sich vor allem auf die Innenstadt. Der künstlerische Leiter des Bayerischen Jazzweekends, Christian Sommerer, hat ein vielversprechendes Programm zusammengestellt. Zahlreiche Genres sind zu hören. Auftakt ist am Donnerstag um 17 Uhr mit der Münchner Sängerin und Komponistin Karoline Weidt und ihrem Visions Ensemble auf der Piazza im Gewerbepark. Eingängige Melodien und ausgefeilte Arrangements erwarten das Publikum. Weidt ist als Artist in Residence mit mehreren Formationen zu erleben. Kulturreferent Wolfgang Dersch nimmt sich wie viele Regensburger ein straffes Programm vor. „Selbstverständlich werde ich mir am Freitag bei der traditionellen Eröffnung das Landes-Jugend-Jazzorchester am Bismarckplatz anhören“, sagt er. Am Samstag will sich Dersch von Bühne zu Bühne treiben lassen. „Bevor ich mit dem künstlerischen Leiter Christian Sommerer nach Kallmünz fahre, um mir dort Booom mit Leyla Carter und Gerwin Eisenhauer anzuhören.“
Der einheimische Schlagzeug-Star Eisenhauer spielt mit der Rapperin Carter auch am Samstagabend im Degginger. Sie experimentieren mit Stilen wie Jungle, Techno und House. Am Samstag spielen Victhamin aus Wien im Amore, Vino & Amici. Die Musikerinnen von drei Kontinenten kommunizieren über Bass, Klavier und Saxophon. Regensburg zieht Bands aus der ganzen Welt an, von Brasilien über Kanada und USA bis China. Zu Gast sind auch Musiker aus den Partnerstädten Pilsen und Aberdeen. Die Junge Bühne am Bismarckplatz wird Nachwuchs-Plattform. Auf Schloss Schönberg in Wenzenbach und in Kallmünz erklingt an mehreren Tagen Jazz. OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer freut sich auf die Fortführung der Kooperation mit dem Aberdeen Jazz Festival und dem daraus entstandenen Projekt Connecting Rivers. Die Formation gastiert am Samstag im Degginger. Ein Erlebnis ist die Schiffsbühne auf der Ruthof am Marc-Aurel-Ufer. Dixie, Soul und Blues mit Bands wie den Dixie Hot Licks am Freitag ertönen dort.
Regensburg: Die CSD-Parade zieht vom Domplatz nach Stadtamhof
Beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag erwarten die Veranstalter von Queeres Regensburg mehr als 2500 Teilnehmende, die ab 12 Uhr vom Domplatz über die Steinerne Brücke nach Stadtamhof ziehen. Im Vorfeld hat der Verein gebeten, in Gruppen zur Parade zu kommen. Der Grund: Teilnehmende werden häufig angepöbelt. „Durch den Rechtsruck in der Gesellschaft kommt es vor und nach dem CSD vereinzelt zu Übergriffen“, sagt Sabine Jokuschies aus dem Vorstand. In der Stadt sei es schon passiert, dass Menschen der LGBTQ+-Community geschubst, beschimpft und angespuckt, die Regenbohnenfahnen zerrissen wurden.
Erstmals sind für die Parade nur E-Fahrzeuge zugelassen. „Wir versuchen, uns klimaschonend zu bewegen“, sagt Jokuschies. In Stadtamhof legt eine Berliner DJane auf. Bei einem Polit-Talk mit Stadtratsmitgliedern geht es um die Frage, wie queeres Leben vor Ort angenehmer gestaltet werden kann. Im Bühnenprogramm treten Dragqueens sowie der Sänger, Geiger und Aktivist MKSM auf. Martin Preis, Vorsitzender der Regensburger Schwulen- und Lesbeninitiative (Resi) betont, der CSD sei wichtig, um erzkatholischen Kreisen mindestens einmal im Jahr zu zeigen, dass es auch andere Arten des Zusammenlebens gebe. Er hält die Stadt aber für relativ LGBTQ-freundlich. „Das haben wir auch dem CSD zu verdanken.“ Seit 1984 wird die Parade mit Unterbrechungen hier veranstaltet.
Gäste des Theaterballs tanzen die Nacht in Regensburg durch
Das Theater lädt am Samstag zum ersten Sommernachtsball ein. Die Eröffnungsgala mit Höhepunkten aus Oper und Operette beginnt um 19.30 Uhr und wird auf einer Leinwand am Bismarckplatz übertragen. Auf drei Etagen wird getanzt und gefeiert bis zum Morgen. Freiflächen am Bismarck- und Anrulfsplatz verwandeln sich in eine Partylocation. „Das Theater wird mit luftiger Leichtigkeit und Kreativität bespielt“, kündigt Sprecherin Andrea Hoffmann an, die mit 800 Gästen rechnet. An einer Beachbar auf dem Arnulfsplatz werden exotische Drinks serviert. Den Sand liefert am Donnerstag eine Firma. Besuchern, die vor allem tanzen möchten, bietet das Theater reine Flanierkarten an, die günstiger sind als die Galatickets. Bei der Mitternachtsgala schauen die Stars aus The Rocky Horror Show vorbei.
19 Public-Viewing-Orte in Regensburg: Bei der EM steigt die Spannung
Für Deutschland geht es bei der EM am Freitag im Viertelfinale gegen Spanien weiter. Anstoß ist um 18 Uhr in Stuttgart. In der Gruppe macht Fußballschauen mehr Spaß. 19 Public-Viewing-Orte sind bei der Stadt angemeldet worden, 17 davon auf Freisitzen von Lokalen. Man kann die Partie im Jahn-stadion verfolgen, wo das Gemeinschaftsgefühl wohl am besten zu erleben ist. Bis zu 1400 Fans können dabei sein (Tickets gibt es für sechs bzw. acht Euro, inklusive zwei Euro Verzehrgutschein). 1500 Personen können im Prüfeninger Schlossgarten die DFB-Elf anfeuern (Tickets: fünf Euro). Im Spitalkeller stehen 450 Sitzplätze zur Verfügung. Der Weltenburger am Dom zeigt die EM auf einer LED-Wand auf der Terrasse. Auf dem Arcaden Beach kann man mit den Füßen im Sand mitfiebern.
Parken und Polizei
Öffentlicher Nahverkehr: Die Stadt empfiehlt, am Feierwochenende mit dem öffentlichen Nahverkehr anzureisen und diesen auch für innerstädtische Wege zu nutzen.
Park+Ride: Autofahrer sollten sich über Park+Ride-Angebote und die Situation in den Parkhäusern informieren. Eine Übersicht des Stadtwerks zu freien Plätzen, gibt es auf der Website das-stadtwerk-regensburg.de.
Polizei: Die Dienststellen und Einsatzkräfte seien an ereignisreiche Wochenenden nicht nur gewöhnt, sondern passten sich auch an, sagt Sprecher Michael Zaschka vom Präsidium. „Jazzweekend, Sommernachtsball, Christopher-Street-Day und Public Viewing sind in der Regel konfliktfreie Ereignisse im Veranstaltungskalender, die meist keiner besonderen polizeilichen Präsenz bedürfen.“ Die Polizei begleite sie gerne.
Polizei: Die Dienststellen und Einsatzkräfte seien an ereignisreiche Wochenenden nicht nur gewöhnt, sondern passten sich auch an, sagt Sprecher Michael Zaschka vom Präsidium. „Jazzweekend, Sommernachtsball, Christopher-Street-Day und Public Viewing sind in der Regel konfliktfreie Ereignisse im Veranstaltungskalender, die meist keiner besonderen polizeilichen Präsenz bedürfen.“ Die Polizei begleite sie gerne.


