Geplantes Kiosk-Projekt im Ostpark in Regensburg: Warten auf das Wasser

Von Heike Haala · 2. Juli 2024 um 10:00

Musik, Snacks, Drinks, Menschen, die im Rasen entspannen und deren Laune auch bei einem Regenschauer ziemlich fröhlich bleibt: Kürzlich war zu sehen, wie sich die Mitglieder vom Verein Parkhaus das im Regensburger Ostpark vorstellen.

Zu gerne würden sie ihn schnell regelmäßig in eine derart quirlige Spielwiese verwandeln. Stattdessen klagen die Parkhäusler, die Stadt lasse ihren Verein warten. Ihr Plan: Wenn sie die ehemalige Gartenamtsunterkunft zu einem Gemeinschaftshaus umbauen, könnten sie es für kulturelle und soziale Zwecke nutzen, heißt es im Grobkonzept, das der Planungsausschuss vor einem Jahr auf den Weg brachte.

Studierende der Ostbayerischen Technischen Hochschule hatten Pläne für den Kiosk erarbeitet: mit Dachterrasse, Küche, Klo und Lager. Im Investitionsprogramm der Stadt liegen 180.000 Euro für das Projekt bereit. Auch der Verein werde etwas zu den im November 2022 auf 257.222 Euro geschätzten Kosten beitragen müssen. Zudem seien diese bis zu 60 Prozent förderfähig, heißt es in der Vorlage. Die Mitglieder sollen einen Bauantrag erstellen, auf Grundlage dessen die erforderlichen Verträge abgeschlossen werden können, so lautete der Fahrplan aus dem vergangenen Jahr.

Warten auf den Schlüssel

Was ist inzwischen also passiert? Ribisl-Stadtrat Jakob Friedl, Stefan Sennebogen, Sabine Kowoll und Sabine Niels haben den Schlüssel zu dem unscheinbaren Bau mit einem türkisfarbenen Tag darauf immer noch nicht von der Stadt bekommen. Knackpunkt sei die Wasserversorgung, die vor der Baugenehmigung noch sichergestellt werden müsse, sagen sie. Wobei Friedl sich fragt, was daran so schwer sein kann. Immerhin habe er beobachtet, wie Mitarbeiter des Gartenamts vor einiger Zeit eine Wasserleitung am Eingang zum Park verlegten. Zudem wisse er von einer weiteren nur wenige Meter hinter dem Gebäude.

„Aber die Stadt hat die Leitungsrechte damals nicht miterworben“, sagt er. Deswegen könne auch dieses Rohr seiner Information nach nicht so einfach angezapft werden. Zuletzt habe Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer immerhin zugesichert, dass sich von Seiten der Verwaltung eine Lösung für das Problem finden lasse, sagen die Mitglieder von Parkhaus.

Friedl und seine Mitstreiter klagen aber auch, dass ihnen das zu unkoordiniert abläuft. „An uns liegt das nicht. Wir haben Architekten im Team. Es fehlt uns sicher nicht an der Expertise, eine Baustelle zu machen“, verdeutlicht Friedl. Deswegen wünschen sie sich einen Termin mit Vertretern aller betroffenen Ämter.

Nächste Party geplant

„Der Bauantrag liegt seit 2023 vor. Die Baugenehmigung wurde jedoch noch nicht erteilt, da noch Abstimmungsbedarf besteht“, gibt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, Auskunft zum Sachstand bei dem Thema. Es habe bereits Gespräche mit dem Verein gegeben, um sich über die Voraussetzungen für eine vertragliche Vereinbarung auszutauschen.

Der Verein ist laut der Pressesprecherin seit August 2023 über die weiteren Verfahrensschritte und Leistungen, die er erbringen muss, informiert worden. Die Stadtverwaltung ist zudem auch weiterhin bemüht, das Parkhaus-Projekt im Ostpark zu unterstützen, beteuert sie.

Der Verein plant einstweilen die nächste Party im Park, damit das Interesse an dem geplanten Identifikationspunkt bei den Menschen, die ihn einmal nutzen sollen, nicht schwindet. Auf die Frage, ob er auch die Oberbürgermeisterin zu dieser Feier einladen wird, sagt Friedl: „Alle sind eingeladen, wir wollen sie nun nicht belästigen.“

Zuletzt verdeutlicht er noch, dass es längst nicht nur die Mitglieder seines Vereins sind, die sich deswegen gedulden müssen: Auch andere Vereine sollen sich hier einmal treffen können, hier könnten Beratungsstunden stattfinden, hier könnten noch weitere dieser Straßenfeste im Park organisiert werden.

So war die Party im Park.