Regensburger Unternehmer führt neuen Bundesverband – Fokus auf Qualität

Seit 2022 hat die Solarwirtschaft einen Boom erlebt. In den Solarmarkt drängen viele Unternehmen, die auf schnelles Wachstum aus sind – teils auch auf Kosten der Qualität. Einige Unternehmen aus der Solarbranche haben nun einen neuen Verband – den Bundesverband des Solarhandwerks (BDSH) – gegründet. Dadurch soll das Solarhandwerk unterstützt und die Qualität gesichert werden.
Die Initiative einen solchen Verband zu gründen, ging von Peter Knuth, Geschäftsführer des Regensburger Photovoltaik-Anbieters Enerix und Vorsitzender des BDSH, aus. Er ist im Frühjahr an Torben Brodersen, Geschäftsführer des BDSH, herangetreten, weil er eine Lücke bei der Interessenvertretung innerhalb der Solarwirtschaft gesehen hatte. Mit den bestehenden Verbänden sei das Handwerk nicht unterstützt worden, erklärt Knuth. Denn er ist der Meinung: „Die Energiewende funktioniert nur, wenn auch das Handwerk funktioniert.“
Der BDSH möchte die Interessen des Solarhandwerks in Berlin vertreten, erklärt Brodersen. Bisher gab es zwar den Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW), jedoch habe es Lücken in der Interessenvertretung gegeben, sagt Brodersen. „Wir wollen eine Qualitätsgemeinschaft schaffen“, sagt er.
Qualitätssiegel für Betriebe
Eines der Ziele des BDSH sei es, Qualitätsanbieter in den Verband zu holen. „Nur dann hat das Siegel eine Qualitätsaussage“, sagt Knuth. Denn auch 20 Jahre nach der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) habe es die Branche nicht geschafft, eine Qualitätsgemeinschaft aufzubauen, sagt er. Das will der BDSH künftig ändern, um Kunden mehr Sicherheit zu geben.
Mehr Wertschätzung für Handwerk
Auf der Webseite des Verbandes heißt es zudem, in der jüngeren Zeit seien „viele Unternehmen mit mangelnder Kompetenz und mit Aussichten auf einen vermeintlich kurzfristigen Profit in den Markt eingetreten“. In der Branche gebe es Firmen, die bei der Installation von Solaranlagen mit „gefährlichem Halbwissen“ arbeiten oder nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter einsetzen, sagt Knuth. Denn „das Berufsbild Solarteur gibt es nicht“, sagt der BDSH-Vorsitzende.
Der neue Bundesverband möchte sich daher dafür einsetzen, dass die Wertschätzung des Handwerks und der Handwerksbetriebe steigt. Denn bisher bedarf es mehrere Handwerker, um eine PV-Anlage zu planen und zu installieren, erklärt Knuth.
Falsche Impulse aus Berlin
Nach Knuths Meinung kommen falsche Impulse aus Berlin: Der Zubau von PV-Anlagen erfolgt im Moment quasi nur neben Autobahnen und nicht auf den Dächern der Häuser. „Doch diese Anlagen entlasten die Stromnetze“, sagt er. Ähnliches beobachtet er auch beim BSW. Auch hier werden die Handwerksbetriebe vernachlässigt. „Der BSW setzt keine Impulse im privaten Segment“, sagt der BDSH-Vorsitzende.
Resonanz der Solar-Unternehmen bisher positiv
Deshalb sei es kaum verwunderlich, dass die Resonanz der Unternehmen bisher sehr positiv ausfiel. „Endlich ein Verband der unsere Interessen vertritt“, schrieb ein Unternehmen an den BDSH, wie Brodersen erzählt. „Grundsätzlich ist jeder, der an der Energiewende mitarbeitet, willkommen“, sagt Knuth. Und sie stünden seit der Verbandsgründung bereits mit 25 Unternehmen in Kontakt, die Mitglieder des Verbandes werden möchten, so Brodersen. Es werde geprüft, ob die Unternehmen den Statuten des Verbandes entsprechen. „Qualität schafft Vertrauen“, lautet das Leitmotto der Gründungsmitglieder. „Das ist das, was uns antreibt und am Ende dem Kunden nutzt“, sagt Brodersen.

