Geplantes Batteriespeicherwerk in Burglengenfeld: Klimamanager begrüßt Mammutprojekt

Von Thomas Rieke · 3. Juli 2024 um 12:22

Mit einem Kostenaufwand von rund 230Millionen Euro soll in der Burglengenfelder Vorstadt, vis-à-vis dem Zementwerk, ein Batteriespeicherwerk aus dem Boden gestampft werden. Projektentwickler Oliver Schlink von der suncorona Green Tech GmbH aus Leimen rührte dafür kürzlich im Stadtrat die Trommel. Auch Klimaschutzmanager Markus Süß sagt nun: „Genau so etwas brauchen wir!“

Die Mandatsträger zeigten sich größtenteils beeindruckt, zumal Schlink nicht nur die Bedeutung von Stromspeicherung für die Energiewende plausibel erklären konnte, sondern auch mit attraktivem Beiwerk lockte, von dem die Bevölkerung profitieren soll: Sportmöglichkeiten könnte es auf dem Grundstück des Batteriewerks ebenso geben wie eine Eisdiele oder eine Art Hofladen.

Klimaschutzmanager Markus Süß lässt sich von dem Freizeitangebot nicht blenden, hält es aber grundsätzlich für einen begrüßenswerten Ansatz, die überplante Fläche (immerhin rund 20000 Quadratmeter) mehrfach zu nutzen. Was die Hauptbedeutung des Projekts betrifft, so hat Süß ebenfalls eine klare Meinung: „Genau so etwas brauchen wir, unbedingt!“

Energiespeicher zwingend erforderlich

Durch den derzeitigen Aufbau vieler erneuerbarer Energiequellen und dem weiter anhaltendem Aufschwung dieser Branche steigt laut Süß der Anteil „fluktuierender“ Energie. Das bedeute, dass bei viel Sonnenschein oder viel Wind hohe Stromerträge möglich seien, jedoch bei Flaute nur sehr geringe Anteile. Damit hier kein Engpass entstehe, seien Energiespeicher erforderlich. Die Form von Batteriespeichern habe sich mittlerweile etabliert. Zudem leiste die Bereitstellung von Stromreserven einen wesentlichen Beitrag zur Netzstabilität.

MZ-Redakteur Thomas Rieke hat die Debatte im Ausschuss verfolgt. Lesen Sie hier seinen Kommentar zum Thema

„Es ist gut, dass mit dieser Möglichkeit grüner Strom gespeichert werden kann, um bei weniger Abnahme durch alle Verbraucher keine Erzeugungsanlagen abschalten zu müssen“, erklärt Süß weiter. Strom könne weiter produziert und in den Batterien gebunkert werden.

Jede Möglichkeit der Stromspeicherung erwünscht

Dass suncorona selbst einräumte, den Strom nicht zwingend und schon gar nicht komplett aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, trübt die Bilanz in Süß’ Augen nicht wesentlich. Für den Aufbau der zukunftsfähigen Energie-Infrastruktur aus Photovoltaik und Wind sei jede Möglichkeit zur Stromspeicherung erwünscht. Welche Art von Strom in das geplante Werk fließe, bleibe in der Tat dem Betreiber überlassen. Wolle er ihn als „grünen“ verkaufen, müsse er jedoch die entsprechenden Zertifikate vorweisen.