Die Sparkasse im Landkreis Cham sieht sich im Kampf gegen den Klimawandel vorn dabei

Von Christoph Klöckner · 2. Juli 2024 um 19:00

Die Sparkasse im Landkreis sieht sich als Motor, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel mit Auswirkungen wie Starkregen, Hochwasser, Hagel oder Dürre geht. Und sie hat eine Überschrift dafür in ihren Geschäftsbericht für 2023 gefunden: Transformationsfinanzierung. Es geht dabei um nicht weniger als die Zukunft.

Nachhaltigkeit ist das zweite Stichwort, das dazu gehört – auch für die Sparkasse selbst, die mit Investitionen in erneuerbare Energien wie eigene Photovoltaikanlagen und in die energetische Sanierung der Sparkassenimmobilien möglichst bald klimaneutral werden will. Und bei solchen Aufgaben wollen sie auch ihre Kunden unterstützen, indem sie etwa bei Förderanträgen dazu helfen oder auch Kredite für zukunftsgerichtete Projekte ausgeben.

Vor allem bei den hiesigen Unternehmen fällt das schon einmal schwer – zumal die Skepsis in der Wirtschaft in Deutschland gerade groß ist. Da mache der Landkreis keine Ausnahme, so Theo Schneidhuber und Franz Wittmann unisono.

Wobei es mit Blick auf den nachhaltigen Umbau alle Varianten bei Firmen gebe, erläutert Schneidhuber: Manche seien Experten fürs klimafreundliche Wirtschaften, hätten bereits viel investiert etwa in eine eigenen Stromversorgung, andere würden von Auftraggebern angehalten, sich zu bewegen, wieder andere seien nicht zu überzeugen, dass es Sinn mache, dafür Geld auszugeben.

Es sei vor allem Frust und Unzufriedenheit in der Wirtschaft und in der Bevölkerung zu spüren – bedingt durch überbordende Bürokratie und Politikentscheidungen. Als Sparkasse habe man jedoch festgestellt, dass diese Zukunftsberatung der Sparkasse gegenüber der Konkurrenz am Markt ein Wettbewerbsvorteil ist.

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Die heute oft exportabhängigen Firmen im Landkreis würden aktuell große Investitionen eher meiden, nur Kredite für kleine, dringende Dinge aufnehmen. Dass da den Unternehmen manches Sparkassenangebot nicht passe, liege in einer Sache: „Die Zinsen sind zurück!“

Nach der Nullzinsphase schmecke das den Firmen natürlich eher nicht, nun wieder Zinsen zahlen zu müssen, beschreiben die Sparkassenvorstände. Und das spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse von 2023 wider: Das Kreditvolumen der Sparkasse etwa für Unternehmen, aber auch für Privatleute ist um 2,2 Prozentpunkte auf gut 1,2 Milliarden Euro zurückgegangen. „Das hat mit drei Dingen zu tun: Die Nachfrage war nicht da, wir waren zurückhaltender in der Vergabe, und es gab einige Rückzahlungen von Großkrediten“, sagt Vorstandsvorsitzender Franz Wittmann.

Was dagegen langsam wächst, ist der Kreditbedarf der Kommunen, da der öffentlichen Hand zunehmend das Geld ausgeht. „Der Bedarf der Gemeinden wird in den nächsten Jahren noch wachsen“, prophezeit Wittmann. Geld steht dafür bereit – im Übrigen auch Bargeld, wie Theo Schneidhuber zur aktuellen Diskussion um das Ende von Bargeld beiträgt: „Die Sparkasse bewegt im Jahr gut 660 Millionen Euro allein an Bargeld.“ Die Zahl stagniere zwar, doch leiste die Sparkasse hier auch Dienste für andere Banken, die sich davon in Cham zurückgezogen hätten.

Bestnoten hat die Sparkasse von ihren Mitarbeitern in Umfragen bekommen – die besten Oberpfalz-weit, wie Theo Schneidhuber betont. Das sei auch deshalb so, weil mit den Zinsen auch der eigentlich Sinn des Bankerberufs, die Kunden zu beraten, wo sie am besten ihr Geld anlegen, zurück sei: „Banker sein macht wieder Spaß, weil Geld wieder etwas wert ist! Wir machen wieder das, was wir gelernt haben!“, sagt er.

Eine umfassenden Vermögensberatung der Kunden mit Blick in die Zukunft bis zum Ruhestand stehe da als neues Beratungskonzept ganz oben auf der Agenda, so Wittmann: „Und wir haben viel Erfolg damit!“ Denn, da man vor Ort sei, hätten die Menschen Vertrauen zur Sparkasse, sagt Wittmann: „Wir können nicht fortlaufen!“

Geschäftsbilanz der Sparkasse für 2023 in Zahlen

Entwicklung: Die Bilanzsumme der Sparkasse zeigt das finanzielle Schwergewicht des Geldinstituts im Landkreis Cham. Die Bilanzsumme stieg von 2,131 Milliarden Euro 2022 auf 2,206 Milliarden Euro in 2023.

Eigenkapital: Gleichzeitig wuchs das Eigenkapital der Sparkasse von 205 auf gut 218 Millionen Euro. Es dient auch zur Absicherung von Kundengeldern und der Bank selbst.

Kundeneinlagen: Die Kundeneinlagen sind die Basis für die Arbeit der Sparkasse. Diese sind 2023 auch gestiegen – von 1,677 Milliarden Euro auf nunmehr 1,757 Milliarden Euro. Der Sparkassen-Vorstand sieht darin auch einen Vertrauensbeweis der Bevölkerung.

Kredite: Das Kreditvolumen, das Geld, das die Bank 2023 an Kunden verlieh, lag bei 1,216 Milliarden Euro.

Girokonten: Die Anzahl der Girokonten, die bei der Sparkasse geführt werden, liegt bei aktuell 70450, davon sind 40271 Online-Konten.

Kundengelder: Insgesamt managte die Sparkasse 2023 Kundengelder in Höhe von 2,737 Milliarden Euro.

Steuern: Die Sparkasse führte 6,992 Millionen an Steuern ab.

Mitarbeiter: Die Bank beschäftigt 329 Mitarbeiter, davon 31 Auszubildende.