Müller steigt auf: Papst Franziskus ernennt früheren Regensburger Bischof zum Kardinalpriester

Aufstieg für Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller: Der frühere Bischof von Regensburg wurde beim Konsistorium am Montag zum Kardinalpriester ernannt. Müller hatte auf die Erhebung einen Antrag gestellt, heißt es aus dem Vatikan. Das steht Kardinälen nach zehn Jahren ihres Dienstes zu.
Am Montag um 9 Uhr eröffnete Papst Franziskus laut dem Vatikanischen Presseamt das Konsistorium, eine Versammlung der Kardinäle. Dort, wo Papst Benedikt XVI. am 11. Februar 2013 seinen Rücktritt verkündete, versammelten sich die Kurienkardinäle vor dem Kirchenoberhaupt. Dabei verkündete der Papst nicht nur, welche Heiligen neu ins Register aufgenommen werden. Er folgte auch den Anträgen dreier Kardinäle, sie von Kardinaldiakonen zu Kardinalpriestern zu erheben. Das geschieht in der Regel nach zehn Jahren im Dienst eines Kardinals als Purpurträger.
Neben Müller wurde der US-amerikanische Kardinal James Michael Harvey zum Kardinalpriester erhoben. Er ist einer der Erzpriester der päpstlichen Basiliken in Rom und seine Patriarchalbasilika ist St. Paul vor den Mauern. Der zweite ist Lorenzo Kardinal Baldisseri, emeritierter italienischer Kurienkardinal und ehemaliger Generalsekretär der Bischofssynode. Müllers Titularkirche Sant Agnese in Agone liegt an der berühmtenPiazza Navona. Durch die Erhebung Müllers in den Stand des Kardinalpriesters wird auch seine Titularkirche „pro hac vize“, das bedeutet übersetzt „für dieses eine Mal“, als Kardinalspriesterkirche geführt.
Kardinäle tragen blutrot, weil sie damit zeigen, dass sie dem Papst bis in den Tod folgen würden. Stirbt ein Papst, wählen alle Kardinäle unter 80 Jahren ein neues Kirchenoberhaupt. Müller wurde 2014 von Franziskus zum Kardinal kreiert – verzögert. Denn Müllers großer Förderer Papst Benedikt hatte ihn bereits im Juni 2012 zum Glaubenspräfekt gemacht. Diese Position, die für viele als die wichtigste in der Kurie gilt, weil sie über den katholischen Glauben und dessen Einhaltung wacht, hatte Joseph Ratzinger selbst von 1980 bis zu seiner Wahl zum Pontifex 2005 inne. Franziskus hatte Müller zunächst 2017 überraschend als Glaubenspräfekt entlassen. Lange hatte der Kardinal keine Aufgabe im Vatikan. 2021 ernannte Franziskus den früheren Glaubenspräfekten zumindest zum Richter am Obersten Kirchengericht.
