Bad Kötzting feiert im Kurpark den „schönsten Planetenweg der Republik“

Als „großartige Gemeinschaftsleistung“ würdigte am Samstag bei der Feier „Zehn Jahre Planetenweg“ Bürgermeister Markus Hofmann die damalige Initiative des Fördervereins Geodätisches Informationszentrum Wettzell zur Schaffung einer attraktiven Einrichtung, die auf eine Initiative von Franz Plötz zurückging.
GIZ-Vorsitzender Dr. Thomas Klügel und Dr. Wolfgang Schlüter schilderten bei einem Rundgang im Kurpark die schwierige Planungs- und Entwicklungsphase, ehe der Planetenweg vor zehn Jahren eingeweiht werden konnte.
Starke Frequentierung
Klügel freute sich über zahlreiche Teilnehmer an der kleinen Jubiläumsfeier, die mit einem Rundgang durch das Museum im Sinocur begann, dessen Aufbau Dr. Alexander Neidhardt erläuterte. Die Idee und einen Großteil der Ausstellungsobjekte habe Professor Dr. Hanns Ruder, der mehrfach zu Vorträgen in Wettzell war, entwickelt. Bis 2014 war die Ausstellung im Wettzeller Schulhaus zu sehen, ehe sie nach dem Bau des Sinocur und dem Aufbau des Planetenweges vom Kurpark nach Wettzell auf Vorschlag von Plötz hier untergebracht wurde.
Pro Monat würden 70 bis 80 Besucher verzeichnet, in Ferienzeiten bis zu 200, was für eine Ausstellungsfläche von 70 Quadratmetern eine starke Frequentierung bedeute. Vor allem die Aufenthaltsdauer in der informativen Präsentation, die vom Film über NASA-Raketenstarts bis zu riesigen Fotos von Planeten unseres Sonnensystems reiche, sei sehr hoch.
Nach einem Marsch in den Kurpark entschieden die Teilnehmer, die Sonne (als Startpunkt des Planetenweges) lieber zu meiden und im Schatten beim Planeten Merkur die Geschichte des Weges zu beleuchten. Als Ergänzung des Observatoriums in Wettzell sei der Planetenweg zu einer Attraktion geworden, sagte Klügel.
Schlüter, der 25 Jahre das Observatorium des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie in Wettzell leitete, beschrieb die vielen Hürden, die von den Initiatoren des GIZ überwunden werden mussten. Eine der größten war die Finanzierung, die durch Zugang zu von Mitglied Karl Bergbauer empfohlenen Sponsoren gelang. Zwar gebe es rund 2000 Planetenwege in Deutschland, stellten die Verantwortlichen fest, „aber unserer ist vielleicht der Schönste der Republik“.
„Der Orbit sollte erlebbar sein“, begründete Johannes Haslsteiner, warum die maßstäbliche Darstellung der Planeten so wichtig war. Die Steinstelen sollten dabei „einen menschlichen Maßstab“ haben und die 1,10 Meter großen Ringe am Fuße der Stelen schufen den Bezug zur Größe der Sonne. „Wir wollten etwas Wertiges schaffen“, so Hasl-steiner, deshalb sei viel Zeit in die Gestaltung der Drucke investiert worden. Fritz Albrecht übergab an Klügel einen Ammonit als Steinnachbildung aus der Werkstatt der ARA-Kunst und regte an, eventuell einen Weg anzulegen, der die Entwicklung der Erde „vom Urknall bis heute“ beschreibt, wozu er ein Grundkonzept entwickelte.
Lob vom Bürgermeister
Bei der Venus schilderte Ideengeber Franz Plötz, welch positive Erfahrungen er mit vielen Führungen von Schulklassen auf dem Planetenweg gemacht hat. Er hat auch ein eigenes Fotobuch über den Planetenweg gestaltet, das er im Eigenverlag vertreibt. Ein Exemplar übergab er zusammen mit der Chronik des Geodätischen Informationszentrums an Bürgermeister Hofmann.
„Hier wurde etwas ganz Tolles geschaffen und auch nach zehn Jahren ist die Begeisterung noch so groß wie damals“, stellte der Bürgermeister fest. Er freue sich, dass weiterführende Projekte bereits in Vorbereitung sind. Zum Jubiläum gratulierte auch der Vorsitzende der Sternwarte Roßberg, Wolfgang Kagermeier.
Für einen stimmungsvollen Ausklang im Lindner-Saal sorgte Puppenspielerin Tanja Schnagl, Tochter von Franz und Renate Plötz, mit ihren „Swinging Puppets“.

