Kirchenmusik: „Perle in der bayerischen Hochschullandschaft“ wird 150 Jahre alt

Von Andreas Meixner · 28. Juni 2024 um 05:00

Weltweit ist sie eine der führenden Institutionen ihrer Art: die Kirchenmusikhochschule in Regensburg. Nun feiert die Einrichtung Jubiläum. Unter anderem mit einem großen Festkonzert im Regensburger Dom.

In den Tagen vor dem großen Festkonzert am 5.Juli im Regensburger Dom mit dem „Te Deum“ von Hector Berlioz herrscht wie immer emsiges Treiben in der Musikhochschule am Fuß der Steinernen Brücke. Es ist gerade Prüfungszeit, für Studierende und Lehrende eine intensive und kräftezehrende Phase im laufenden Sommersemester. In den Fluren des alten Klostergebäudes hört man aus allen Richtungen Musik, eilende Studentinnen und Studenten mit Instrumenten und Noten in der Hand bezeugen, dass sich hier alles und ausschließlich um die Musik dreht. Und das ist im Grunde schon lange so.

Die heutige Musikhochschule wurde 1874 als weltweit erste katholische Kirchenmusikschule im Zuge der kirchenmusikalischen Reformbewegungen des 19. Jahrhunderts gegründet und hatte von Anfang an über den deutschen Sprachraum hinaus internationale Bedeutung. Nach Jahrzehnten als Fachakademie für katholische Kirchenmusik und Musikerziehung wurde die Schule 2001 in den Rang einer Musikhochschule erhoben und ist seither auch die einzige Ausbildungsstätte ihrer Art in ganz Ostbayern. CSU-Staatsminister Hans Zehetmair bezeichnete die Regensburger Einrichtung einst als „Perle in der Bayerischen Hochschullandschaft“.

Rektor der Regensburger Hochschule: „HfKM ist unverzichtbar“

Franz Josef Stoiber, seit vergangenem Jahr Rektor der Hochschule für katholische Kirchenmusik & Musikpädagogik (HfKM), ist sichtlich stolz auf die Einrichtung und betont deren Wichtigkeit: „Für die Kirche, für die Gesellschaft und den Staat ist das, wofür die unsere Hochschule steht, unverzichtbar. Eine musisch-kulturelle Bildung und die Pflege musischer Fähigkeiten und Traditionen gehört zu den Grundpfeilern einer gesunden Zivilgesellschaft. Davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Ihren Schwerpunkt sieht die HfKM seit jeher in einer liturgisch-pastoralen sowie pädagogischen Ausrichtung in der Ausbildung angehender Kirchenmusikerinnen und Musiklehrern. In den Fächern Kirchenmusik, Gesangspädagogik, Chorleitung, Instrumentalpädagogik sowie in reinen instrumentalen Studiengängen können Bachelor- und Masterabschlüsse erworben werden. Zuhause ist die Hochschule im ehemaligen Kloster St. Mang im Regensburger Ortsteil Stadtamhof, in Sichtweite des Doms auf der anderen Seite der Donau. Sie ist Wirkungsstätte für rund 90 haupt- und nebenamtlich Lehrende in Musikpraxis, Wissenschaft und Forschung sowie Studienort für über 250 Studierende aus verschiedensten Ländern. Allein mit ihrer aus 14 Orgeln verschiedenster Stilepochen bestehenden Orgellandschaft gehört sie zu einer der am besten ausgestatteten Musikhochschule.

Familiäre Atmosphäre dank kompakter Größe der HfKM

In ihrer Verbindung von künstlerischer, pädagogischer und kirchenmusikalischer Ausbildung und der direkten Kooperation mit dem Studiengang für Schulmusik an der Universität Regensburg ist die HfKM in Bayern und weit über europäischen Grenzen hinaus einzigartig. Mit der Möglichkeit der parallelen oder sukzessiven Kombination von Studiengängen in Kirchenmusik, Musikpädagogik und Schulmusik ist das Studium zu einem höchst anerkannten Weg bei der Kombination von Bachelor- und Masterabschlüssen mit einem bayerischen Staatsexamen geworden.

Stoiber sieht darüber hinaus besondere Alleinstellungsmerkmale der Regensburger Musikhochschule: „Allein durch unsere kompakte Größe haben wir die Chance, unsere Studierenden in einer sehr familiären und zugewandten Atmosphäre auf höchstem pädagogischen und künstlerischen Niveau individuell zu fördern. Und im wunderschönen Regensburg mit seinem besonderen Flair und der vielfältigen städtischen Kulturlandschaft studieren zu können, hat für sich schon eine besondere Lebensqualität.“

Neben den Angeboten der Frühförderung von Jungstudierenden öffnete 2019 die Hochschule ihr vielfältiges, öffentliches Angebot mit der Gründung einer eigenen Mädchenkantorei. Vor wenigen Jahren wurde zudem das Ausbildungsangebot um den Masterstudiengang „Neue geistliche Musik“ (NGM) erweitert. Mit dem deutschlandweit bisher einzigartigen Studiengang komplettiert die Hochschule ihr Angebot um einen mittlerweile bedeutenden Bereich der kirchenmusikalischen Praxis.

Viele ausländische Studenten an der Regensburger Hochschule für Kirchenmusik

Auch die Internationalität wird an der Hochschule auf mehreren Ebenen gepflegt. Die langjährige Zusammenarbeit und Kooperation mit verschiedensten Institutionen in Europa, Südamerika und Asien zeugen von der tiefen Verwurzlung im weltweiten Netzwerk der Hochschul- und Ausbildungslandschaft. Somit überrascht es nicht, dass etwa ein Viertel aller Studierenden der HfKM aus dem Ausland kommt. Seit der Errichtung der Hochschule 2001 haben Studierende von fünf Kontinenten – Europa, Asien, Amerika, Afrika, Australien – dort einen Bachelor- oder Master-Abschluss erworben.

Termine zum Jubiläum:

Festkonzert: Am Freitag, 5. Juli, 19.30 Uhr, wird im Regensburger Dom das „Te Deum“ von Hector Berlioz aufgeführt. Mit dabei sind der Konzertchor der HfKM, der Universitätschor Regensburg, die Regensburger Domspatzen, das Universitätsorchester Regensburg sowie Richard Resch (Tenor), Arn Goerke, (Dirigent) und Choralscholen der HfKM unter der Leitung von Christoph Hönerlage. Karten: okticket.de.

Sommerkonzert: Am 25. Juli um 19.30 Uhr musizieren in der Studienkirche St. Andreas, im Konzertsaal und im Innenhof der HfKM Studierende, die Mädchenkantorei sowie Jungstudierende. Der Eintritt ist frei.

Dies academicus: Am 30. November, begeht die Hochschule mit der „Festakademie der HfKM“ ihren Dies academicus. Der Festgottesdienst in St. Andreas um 10 Uhr ist öffentlich.