Neuer Edeka-Markt in Pollanten: Zufahrt und Bodendenkmal durchkreuzen die Pläne

Von Bernhard Neumayer · 27. Juni 2024 um 11:00

Vor acht Monaten hat der Stadtrat in Berching grundsätzlich grünes Licht für einen neuen Edeka-Markt in Pollanten signalisiert. Seitdem ist es zumindest in der Öffentlichkeit ruhig um das Projekt geworden. Im Hintergrund dagegen arbeitet der Investor daran, das Vorhaben voranzutreiben.

Doch Walter Gehring von der Fortis ImmoInvest GmbH & Co. KG muss sich derzeit mit zwei Aspekten auseinandersetzen, die die Pläne verändern könnten. Zum einen sieht es derzeit nach Angaben des Pressesprechers des Landratsamtes Neumarkt danach aus, dass der Investor eine Linksabbiegespur errichten muss. Und zwar an der Stelle, an der man künftig von der Pollantener Hauptstraße aus links zum geplanten Edeka-Markt abbiegen würde.

„Aus unserer Sicht braucht es – Stand jetzt – dort eine Linksabbiegespur“, sagt Michael Gottschalk. Denn ein neuer Verbrauchermarkt erzeuge zusätzlich Verkehr. „Und unsere Erfahrung zeigt, dass dort auch Unfallpunkte entstehen können“, sagt Gottschalk vom Landratsamt. Eine Linksabbiegespur zu Supermärkten sei deshalb fast immer üblich.

Zum Edeka-Markt: Abbiegespur von Pollanten nötig?

Es sei denn, der Investor widerlegt, dass eine Abbiegespur notwendig ist. „Wenn er eine Berechnung vorlegt, dass sie nicht erforderlich ist, dann verlangen wir sie auch nicht“, sagt Gottschalk.

Und daran arbeitet der Investor gerade. Gehring wartet nach eigenen Angaben dieser Tage auf das Ergebnis eines Verkehrsgutachtens, das er in Auftrag gegeben hatte.

Wenn dabei herauskommt, dass keine Linksabbiegespur benötigt wird, kann wie bisher weitergeplant werden. Wird aber eine gebraucht, müsste die Straße verbreitert werden, sagt Gehring. Denn für eine zusätzliche Abbiegespur sei die Pollantener Hauptstraße derzeit zu schmal.

Sorgen, dass das Projekt daran scheitert, hat der Investor nicht. „Wenn wir eine brauchen, wird eine gebaut“, sagt Gehring. Das könne man während der Bauphase machen.

Während dieser muss auch auf das Bodendenkmal geachtet werden, dass das Landesamt für Denkmalpflege auf dem Grundstück an der B299 vermutet. Eine Siedlung der Spätlatènezeit und ein Gräberfeld der Völkerwanderungszeit sollen sich dort befinden.

Bodendenkmal: Siedlung der Spätlatènezeit vermutet

Wie damit umgegangen werde, könne das Landesamt für Denkmalpflege auf Nachfrage noch nicht mitteilen, da der Behörde bis dato kein Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis vorliege. Grundsätzlich seien Bauherren aber verpflichtet, die archäologischen Funde und Befunde zu erhalten und – wenn möglich – nicht in den Untergrund einzugreifen. Wenn Eingriffe in den Boden nicht vermieden werden können, braucht der Bauherr von der Unteren Denkmalschutzbehörde eine denkmalrechtliche Erlaubnis, um die Funde ausgraben zu lassen.

Nach Angaben des Investors soll es soweit aber nicht kommen. „Wir hatten ein Vorgespräch, bei dem wir die grundsätzliche Zusage für den Bau erhalten haben – mit der Einschränkung, dass wir nicht in den Boden eingreifen“, sagt Gehring. Das habe er aber auch nicht vor.

Gehring ist trotz Zufahrt und Bodendenkmal zuversichtlich, die Pläne umzusetzen. Der nächste Schritt sei, einen Bebauungsplan aufzusetzen und der Verwaltung vorzulegen. Über diesen entscheidet dann der Stadtrat, ehe die Träger öffentlicher Belange offiziell beteiligt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir im September bereit wären, mit diesem Thema in den Stadtrat zu gehen“, sagt Gehring.

Sein Plan wäre, dass der Bebauungsplan bis Mitte nächsten Jahres genehmigt sei. „Und dann können wir anfangen, zu bauen.“