Nach Bürgerentscheid in Mühlhausen: Wie sicher ist es, dass neue Supermärkte kommen?

Eine Mehrheit der Bürger hat entschieden: Mühlhausen plant das Einzelhandelszentrum weiter. Doch, dass Wahlsieger nicht euphorisch und Abstimmungsverlierer nicht so niedergeschlagen sind, hat einen Grund.
„Sekt gibt es heute keinen zum Feiern“, sagte Bürgermeister Martin Hundsdorfer nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Die Arbeit beginne nun erst beziehungsweise wieder. Zur Erinnerung: Die Planungen der Gemeinde waren infolge des Bürgerbegehrens pausiert worden. Aus Hundsdorfers Sicht ging so wertvolle Zeit verloren. Die will er nun aufholen.
Welcher Ausgang am Ende dieser Aufholjagd steht, ist aus seiner Sicht jedoch offen. Es könne nach den noch vielen bevorstehenden fachlichen und rechtlichen Schritten auch am Ende stehen, dass der Gemeinderat mehrheitlich zu dem Ergebnis kommt: Das Projekt ist nicht umzusetzen.
Landesplanung hat offenbar Probleme mit dem Mühlhausener Einzelhandelszentrum
Ins gleiche Horn stießen auch die Vertreter der Bürgerinitiative. Tenor: Der Bürgerentscheid ist entschieden, aber nicht, ob wirklich ein Einzelhandelszentrum gebaut wird. Die Augen richten sich nun mehr denn je auf die Regierung der Oberpfalz und die dortigen Wächter der Landesplanung. Es zeichnet sich ab: Die Planer des Einzelhandelszentrums werden sich argumentativ strecken und einige Stellschrauben drehen müssen.
Von Befürwortern und Gegnern des Projekts ist gleichermaßen zu hören, dass sich die Regierung der Oberpfalz in Vorgesprächen aus landesplanerischer Sicht nicht begeistert von dem Mühlhausener Projekt gezeigt habe. Was diese Aussage hinter verschlossenen Türen in einem frühen Stadium des Prozesses bedeutet, wird sich noch zeigen müssen.
Nach Bürgerentscheid: Bürgermeister sieht Gräben in Mühlhausen
Das gilt auch für die Frage, ob sich die Wogen in Mühlhausen glätten werden. In den vergangenen Wochen stritten beide Seiten teils sehr emotional. Manfred Schreiner von den Freien Wählern fragte am Sonntag: „Angesichts eines solch knappen Ergebnisses sollte der Bürgermeister sich fragen, ob er das Projekt gegen knapp die Hälfte der Wähler weiterverfolgen will“.
Der Angesprochene will das. Hundsdorfer sprach aber von großen Gräben, die durch den Streit in der Gemeinde entstanden seien. Ob sie bald zugeschüttet werden können, wie es sich der Bürgermeister wünschte, wird sich zeigen müssen.