Vandalen attackieren schon wieder Busse in Wackersdorf – Was sind mögliche Konsequenzen?

Von Caroline Keller · 26. Juni 2024 um 19:00

Es scheint nicht aufzuhören. Wieder einmal haben jugendliche Vandalen zwei Reisebusse in Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) demoliert, die auf dem Parkplatz der Disco JT’s abgestellt sind. Alle Vorfälle haben etwas gemeinsam: Sie passierten immer, wenn nebenan auf der Kartbahn Rennveranstaltungen stattfanden. Finden sich hier auch die Täter?

Der Besitzer der Busse, der namentlich nicht in Erscheinung treten möchte, ist fassungslos. Der Schaden ist immens an den Fahrzeugen, sagt der Schwandorfer Gastronom. Insgesamt seien 20 Glasscheiben komplett zu Bruch gegangen. Die Kosten für eine Scheibe beziffert er auf 1200Euro, für eine Windschutzscheibe auf 4000Euro.

Nur noch Scherben übrig

Der erste Fall passierte vor zwei Wochen am Mittwoch, 12. Juni. Die Polizeiinspektion Schwandorf informierte damals in ihrem Polizeibericht, dass sich vier bislang unbekannte Jugendliche zu den Bussen aufmachten, um an diesen erheblichen Schaden anzurichten. Gleichzeitig fand auf der Kartbahn Rennbetrieb mit verschiedenen jugendlichen Teams aus Europa statt. Die Ermittlungen vor Ort hatten sich laut Polizei schwierig gestaltet. Angaben zur Sache wurden nicht gemacht oder Personalien Preis gegeben. Die Polizei musste mit Verstärkung anrücken. So bestätigte auch Josef Feiler, Betreiber der Wackersdorfer Diskothek JT’s, das Geschehen: „Das war ein Polizeiaufgebot. Da sind drei bis vier Streifen angerückt.“

Doch damit nicht genug. Am darauffolgenden Samstag, 15.Juni, wurde die Polizei erneut ins Wackersdorfer Industriegebiet gerufen. Wieder hatten sich unbekannte Vandalen an den Bussen zu schaffen gemacht und wieder hatten sie es auf die Scheiben abgesehen.

Genau eine Woche später, am 22. Juni, wiederholte sich das Spiel. Doch dieses Mal konnte die Schwandorfer Polizei die mutmaßlichen Täter ermitteln. Laut Pressebericht soll es sich dabei um zwei Zwölfjährige handeln. Sie sollen mit Steinen die Busse beworfen haben. „Ob diese Sachschaden verursachten, ist aufgrund der Vorschäden bislang unklar“, informierte Schwandorfs Vize-Polizeichef Florian Meier. Weil die beiden Buben noch strafunmündig seien, blieben rechtliche Konsequenzen aus.

Nun reihte sich ein vierter Fall an die Ereignisse an. Am Dienstagnachmittag gegen 15Uhr sind die Busse erneut das Ziel von unbekannten Vandalen geworden. Wieder fand nebenan auf der Kartbahn eine Rennveranstaltung statt. Laut der Internetseite der Prokart-Raceland wird auf dem Kurs derzeit die „Iame Euro Series“ ausgetragen – eine Kartreihe, die Wettkämpfe in Italien, Spanien, Belgien und im oberpfälzer Wackersdorf stattfinden lässt.

Stephan Fritsch, Geschäftsführer der Kartbahn, versuchte nach eigener Aussage den jungen Rennfahrern ins Gewissen zu reden – vergeblich. „So lange man keinen Beweis hat, wer es war, sind uns allen die Hände gebunden“, informierte er am Telefon. Die Vorfälle lassen auch ihn ratlos zurück.

Sogar das Sportgericht des Deutschen Motorsport Bundes (DMSB) war schon vor Ort, um sich mit den Teamleitern, der Rennleitung und dem Veranstalter zu beraten. Mögliche Konsequenzen für die Täter wären dabei der Ausschluss vom Rennen und der Entzug der Kart-Lizenz. Derart empfindliche Sanktionen scheinen bei der Zerstörung verständlich. Denn die Täter beließen es am vergangenen Dienstag offenbar nicht nur bei den eh schon kräftig demolierten Scheiben. In scheinbar blinder Zerstörungswut rissen sie eine Dachluke heraus und schlitzten die Sitze auf. Wieder hatten die Vandalen mit Steinen geworfen. Zudem sollen sie von Disco-Chef Feiler abgestellte Fenster und Glastüren erheblich beschädigt haben.

Lieber eine Hüpfburg

Die faustgroßen Wurfgeschosse lagen noch verstreut auf dem Parkplatz herum. Wie der Besitzer der Busse berichtete, sei eines der beiden Gefährte bereits verkauft gewesen. Der Käufer nimmt das Fahrzeug nun nicht mehr. Den Schaden an dem Bus beziffert er auf 30000Euro. Aber das ist noch nicht alles: fürs Aufräumen werden ihm nochmals Kosten entstehen. Für den Gastronom steht daher fest, dass er den Standort in Wackersdorf für seine Busse aufgeben wird.

Die Zerstörungswut der jungen Rennfahrer macht auch Feiler wütend: „Sollen sie ihnen halt eine Hüpfburg hinstellen“, meint er in Richtung offenbar gelangweilter Nachwuchsrennfahrer. Auch die Polizei teilt in ihrem neuesten Bericht mit, dass die bislang Unbekannten die mittlerweile schrottreifen Busse wohl als eine Art Spielplatz betrachten.

Die faustgroßen Wurfgeschosse lagen noch auf dem Parkplatz der Diskothek herum.