Die neue Salsa-Community in der Diskothek JT’s in Wackersdorf

Von Renate Ahrens · 7. Februar 2024 um 11:44

Mitreißende Salsa-Musik erklingt in der Disco JT’s in Wackersdorf an diesem Sonntagnachmittag. Die Tanzfläche im Dancefloor „Kuba“ ist voller Menschen in jedem Alter, und alle haben sichtlich Spaß. Das neue Konzept von Inhaber Josef Feiler kommt an.

Barbara (64) und Albert (67) aus Hirschau stehen noch am Rand und wippen im Takt mit. Die beiden sind eigentlich begeisterte Boogie-Woogie-Tänzer und haben erst kürzlich von den Tanznachmittagen im JT’s erfahren. „Salsa wollen wir schon lange lernen. Das Konzept hier ist super – und auch noch altersentsprechend am Sonntagnachmittag“, erklärt Barbara und schmunzelt. Nicht mehr lange dauert es, und das Paar traut sich auf die Tanzfläche, obwohl der „Oberpfälzer Hüftschwung“ für diesen schnellen und lebendigen Tanz nach ihren Worten noch nicht so ganz passt und sie ihn erst üben müssen, wie Albert lachend sagt.

Fünf Tanzlehrer geben kostenlos Tipps

Im JT’s ist das ganz einfach möglich: Fünf Tanzlehrer erteilen hin und wieder kostenlosen Unterricht, ganz unkompliziert am Nachmittag. Einer davon ist Thomas Kurz (52), der beteuert, praktisch jeder könne Salsa lernen. Wichtig sei lediglich die Freude am Tanzen.

Manche üben an diesem Sonntag noch die Schritte, andere haben bereits den Schwung raus. Egal, wie: Salsa bedeutet Lebensfreude und macht den Kopf frei, das bestätigen alle. Aber nicht nur das: Wie eine Familie sei man hier zusammengewachsen, seit Josef Feiler, der Inhaber des JT’s, im vergangenen Jahr die Idee zu den Tanznachmittagen hatte, erzählen die Gäste. Nichts Vergleichbares gebe es im weiten Umkreis, und so kämen immer mehr Menschen zu den Salsa-Nachmittagen nach Wackersdorf.

Gäste kommen bis aus Hof und Passau

nach Wackersdorf

Die Autokennzeichen der zahlreichen Fahrzeuge vor der Tür bestätigen das: Aus Erding, Hof, Passau oder Forchheim stammen zum Beispiel die Tanzbegeisterten. Etwa 300 bis 400 Menschen, schätzt der Veranstalter, finden sich jedes Mal ein. Josef Feiler hat den Club im Oktober 2022, also direkt nach der Pandemie, übernommen und eine Veränderung in der Partyszene festgestellt: „Die Jungen gehen seit Corona nicht mehr weg.“ Anscheinend feierten sie zu Hause, sagt der 47-Jährige achselzuckend, der den Club nach seinen Vorstellungen umbaute und offener gestaltete.

Im November 2023 startete Feiler daher den Versuch mit den Tanznachmittagen, die nach seiner Einschätzung auch ein älteres Publikum ansprechen würden. Tatsächlich schlug der Versuch nach seinen Worten ein wie eine Bombe: Nach kürzester Zeit habe sich das Sonntagnachmittagstanzen „in der Szene“ herumgesprochen, und ständig kämen neue Leute dazu – neben den vielen Stammgästen „zwischen 25 und 77 Jahren“, freut sich Feiler.

Man kenne sich inzwischen, und sogar gar eine Clique sei im JT's entstanden, bestätigt Oliver Eckmann aus Schwandorf, der seit zehn Jahren mit seiner Angelika Salsa tanzt und sich über das Konzept freut. Allerdings herrsche „etwas Damenüberschuss“, weitere Herren auf der Tanzfläche seien also noch erwünscht.

Begeistert über die neue „Salsa-Community“ im JT’s zeigen sich auch Christiane Eimer (57) aus Stulln und Norbert Bäumler (54) aus Schwarzenbach, die von Anfang an dabei sind. Für sie sei das ein schöner Ausgleich zum Beruf, außerdem verbunden mit Bewegung und Sport. Sogar ihr 30-jähriger Sohn fände es „cool“, dass die Eltern in die Disco gehen und tanzen – übrigens nicht nur Salsa, sondern zum Beispiel auch Disco-Fox.

Auch Disco-Fox ist in beim Partyvolk

Das ist im daneben gelegenen Dancefloor „Havanna“ möglich, und auch hier ist die Tanzfläche voll. Wer nicht tanzen will, kann an der Bar zusehen – doch das ist die Ausnahme. Susi Arnold (47) hat nach eigenen Worten über die sozialen Medien von den Veranstaltungen erfahren und ist heute erstmals mit ihrer Mutter Hannelore Schmid (67) da. „Super ist es hier“, sagt sie strahlend. Treuer Stammgast ist dagegen Christine Kolb aus Kümmersbruck – sie versäumt keinen Sonntag. „Ich tanze für mein Leben gern“, sagt die 56-Jährige. „Und bei uns in der Nähe gibt es so etwas nicht. DJ Simon ist super und geht auf unsere Musikwünsche ein.“ Tanzen mache gute Laune, halte körperlich und geistig fit. Man fühle sich einfach gut nach diesen Sonntagnachmittagen, versichert Christine Kolb und ist damit nicht allein.

Auch an den Abenden ist natürlich einiges los. Zum Beispiel bietet Josef Feiler Motto-Tanztage an wie „Die neue Deutsche Welle- und Schlagerparty“, Ü30-Partys und Schülerpartys mit vergünstigtem Eintritt oder sogar „Kids- und Eltern-Partys“ an den Sonntagnachmittagen.

Er habe wohl eine Marktlücke entdeckt, sagt Feiler und wundert sich nicht: „Beim Tanzen werden erwiesenermaßen Glückshormone ausgeschüttet, und es führt die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Es ist ansteckend und liegt an sich jedem im Blut.“ Man müsse es nur für sich entdecken.

Zwischen 25 und 77 Jahren, so schätzt der Inhaber des JT's, sind die Besucher an den Nachmittagen, auch hier im Dancefloor für Discofox. Foto: Renate Ahrens