Stadtcafe 2.0 geht an den Start: Taubnschlog-Wirt ist der neue Pächter am Nittenauer Marktplatz

Von Cornelia Lorenz · 26. Juni 2024 um 17:00

Nahtlos vollzieht sich am Samstag im „Stadtcafe“ in Nittenau (Landkreis Schwandorf) ein Pächterwechsel: Die bisherige Wirtin Susanna Herold übergibt den Betrieb an ihren Nachfolger, Taubnschlog-Inhaber Driton Saiti. Der 43-Jährige setzt im Stadtcafe auf Kontinuität, hat aber auch ein paar neue Ideen parat.

Saiti ist in Nittenau kein Unbekannter: Seit 31 Jahren lebt der gebürtige Kosovare hier und fühlt sich zuhause. „Mir hat Nittenau von Anfang an gut gefallen, besonders die Leute. Wenn sie sehen, dass man fleißig ist, wird man auch respektiert“, sagt er. Eigentlich ist Saiti gelernter Maler, doch die Gastronomie hat es ihm schon lange angetan. „Ich mag den Kontakt mit der Kundschaft sehr gern“, sagt er.

Als Wirt kann der 43-Jährige in Nittenau bereits auf ein erfolgreiches Projekt verweisen: Im Herbst 2021 hat er das Kultlokal Taubnschlog übernommen, das früher von Künstler Horst betrieben wurde und wo die Taubnschlog-Biker ein- und ausgingen. Am 11. November 2021 sperrte Saiti als neuer Wirt den Taubnschlog mit dem Zusatz „2.0.“ wieder auf – und lockt seitdem die Gäste unter anderem mit einer bunten Auswahl an Pinsas an.

Jetzt hat Saiti in der Nittenauer Gastro-Szene einen weiteren Schritt gewagt: Als neuer Pächter des Stadtcafes sorgt er dafür, dass es in diesem prominenten Gebäude am Marktplatz lebendig bleibt. „Ein Leerstand im Zentrum wäre unattraktiv für eine Stadt“, sagt der 43-Jährige. Als er erfahren habe, dass Herold ihren Rückzug plane und die Stadt als Immobilieneigentümerin einen neuen Pächter suche, habe er sich intensiv Gedanken gemacht – und schließlich beschlossen, den Sprung zu wagen.

Neuer Wirt steht vor einer großen Aufgabe

Saiti ist klar, dass mit einem zweiten Lokal eine Menge zusätzliche Arbeit auf ihn zukommt. „Das wird schon eine große Aufgabe“, sagt er. Doch glücklicherweise bleibe Herolds Personal an Bord. Ohne die bisherigen Mitarbeiter des Stadtcafes wäre für ihn die Übernahme nicht möglich gewesen, sagt Saiti. Außerdem kann er auf Unterstützung aus der Familie setzen: Seine Schwester Diana Ismajli und sein Neffe Art Ismajli werden im Café kräftig mit anpacken.

Grundsätzlich, so betont der neue Pächter, wolle er den bisherigen Kurs des Lokals beibehalten – schließlich habe es eine treue Stammkundschaft, für die man weiterhin da sein wolle. Dennoch soll es aber auch ein paar Änderungen geben. In Anlehnung an den „Taubnschlog 2.0“ wird aus dem Café nun auch das „Stadtcafe 2.0“. Die Ruhetage am Montag und Dienstag will Saiti beibehalten, dafür an den anderen Tagen aber abends länger offen haben – bis 22 Uhr anstatt, wie bislang, bis 18 Uhr. Auch soll es für die Gäste abends ein buntes Speisenangebot geben – natürlich auch die zehn Sorten Pinsas, die im Taubnschlog 2.0 auf der Karte stehen. Diese italienische Spezialität sei bei den Gästen äußerst beliebt und hat für Saiti eine ganz besondere Bedeutung. „Die Pinsas waren in der Corona-Zeit meine Rettung“, sagt er, wenn er an diese für Gastronomen so schwere Zeit zurückdenkt.

Der Abschied von „ihrem“ Café fällt Herold nicht ganz leicht. Seit Mai 2017 war die ehemalige Stadträtin Pächterin im „Stadtcafe Nittenau“ gewesen. Damals hatte die langjährige Betreiberin Heike Schwarz ihren Pachtvertrag beendet und Herold trat an ihre Stelle. Seitdem hatte sie einige Herausforderungen zu bewältigen – unter anderem die Corona-Krise.

Personalmangel als Problem

Auch mit Personalmangel hatte Herold immer wieder zu kämpfen gehabt, so dass sie im vergangenen Sommer ernsthaft mit dem Gedanken spiele, sich von ihrem Lokal zu trennen und auch bereits erste Gespräche mit Interessenten geführt hatte. Doch dann beschloss sie doch, weiterzumachen – auch, weil sie viele Gäste auf ihre Ankündigung hin, sich zurückzuziehen, traurig reagierten.

Doch nun sei endgültig der Zeitpunkt gekommen, um das Café abzugeben, sagt Herold. Bei ihrem Nachfolger sei es in besten Händen, die Übergabegespräche seien äußerst harmonisch verlaufen. „Für mich ist es sehr beruhigend zu wissen, dass es im Stadtcafe weitergeht“, sagt sie.