Neuer Taufstein, weniger Bänke: Berchings Stadtpfarrkirche soll renoviert werden

Von Bernhard Neumayer · 26. Juni 2024 um 15:00

Die Berchinger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt soll innen weißer und damit heller werden. Ein Ingenieurbüro hat dafür bereits nach den Wünschen von Kirchenvertretern Pläne ausgearbeitet. Ob und inwieweit diese umgesetzt werden, hängt aber an der Diözese Eichstätt.

Auf der Wunschliste, wie sie Kirchenpfleger Markus Altrichter nannte, stehen ein paar Verbesserungen: Beleuchtung, Akustik, Belüftung, Elektrik, Barrierefreiheit, neuer Eingangsbereich mit zentralem Tauf-/Weihwasserbecken, ein Raum der Stille, ein kleiner Prozessionsweg sowie flexible Stühle in den Seitenkapellen und für den Taufbereich.

Wie sich Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und Stadtpfarrer Francesco Benini die neue Stadtpfarrkirche vorstellen könnten, zeigten sie anhand der ausgearbeiteten Pläne des Neumarkter Ingenieurbüros Lerzer erstmals Vertretern des Bistums Eichstätt.

Damit man sich ausmalen kann, wie die Kirche aussehen soll, wenn sie innen komplett neu gestrichen ist, wurde in den vergangenen Wochen bereits eine sogenannte Musterachse gefertigt. Schicht für Schicht hat ein Kirchenmaler die insgesamt sieben Lagen an Farben mit einem Skalpell abgekratzt. Statt grau leuchtet die Kirche an einer Stelle nun bereits weiß – so wie früher. So soll später der gesamte Innenraum gestrichen werden.

Stadtpfarrkirche Berching: Innenraum wird wieder weiß

„Wir sind angewiesen, dass wir den Originalfarbton herstellen“, sagte Altrichter. Die Kostprobe der Musterachse macht bei Stadtpfarrer Benini Lust auf mehr. „Die Kirche wird viel heller als jetzt wirken, wenn alles weiß ist und die Sonne hereinstrahlt“, freute sich Benini, der in der Kirche weitere Akzente setzen will.

Ihm schwebt ein neuer Bereich für Taufen vor – und zwar im jetzigen Eingangsbereich, in der Mitte hinter den letzten Bankreihen. Denn das jetzige Taufbecken sei nicht ideal, weil Gläubige bei Taufen wenig sehen, wenn Familienangehörige um das Becken herum stehen. Das neue Tauf- soll auch das Weihwasserbecken für die Gläubigen werden.

Dort, wo das neue Taufbecken aus Jura-Kalkstein später stehen soll, ist auch ein größerer Vorraum geplant. Dafür sollen die zwei hinteren Bankreihe weichen. Auch der Windfang an den beiden Eingangstüren soll erneuert werden.

Außerdem plant Pfarrer Benini, den Ort zur Verehrung der Gottesmutter Maria vorne links hinter dem Seitenaltar geschützter zu gestalten. Eine Wand soll helfen, dass Gläubige in Ruhe eine Kerze anzünden und beten können.

Renovierung der Kirche: Auf Zuschüsse angewiesen

Wie teuer das alles wird, teilten die Verantwortlichen auf Nachfrage noch nicht mit. „Dass wir aber Geld brauchen, ist klar“, sagte Altrichter. Deshalb werde zu einem späteren Zeitpunkt zu Spenden aufgerufen. „Damit das Wahrzeichen der Stadt bald wieder in frischem Glanz erstrahlt“, sagte der Pfarrer, der die ein oder andere Stelle zeigte, an der der Putz bröckelt.

Benini freute sich ebenso wie die Vertreter der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats, dass trotz des Baustopps der Diözese, die Planungen für die Innensanierung der Stadtpfarrkirche weiterlaufen durften. Wenn es soweit ist, dass das Gotteshaus saniert wird, muss die Kirche in dieser Zeit geschlossen werden. Die Gottesdienste werden dann in St. Lorenz, der Wallfahrtskirche Maria-Hilf und der Kapelle des Seniorenheims gefeiert.

Bevor renoviert werden kann, muss der Vergabeausschuss des Bistums das Vorhaben genehmigen. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass das Gremium die Pläne im Herbst bespricht. Wenn das Bistum grünes Licht gibt, geht es ans Eingemachte.

So könnte der neue Taufbereich aussehen: Das Tauf- und Weihwasserbecken im Zentrum soll sich im hinteren Bereich der Kirche befinden – zwischen den Eingängen, die mit neuem Windfang aufgewertet werden sollen. Foto: Visualisierung Büro Lerzer
Mit einer Wand soll der Raum der Stille zur Verehrung der Gottesmutter Maria geschützt werden. Foto: Visualisierung Büro Lerzer
Berchings Pfarrer zeigt die Musterachse: So weiß wie die Fläche an der Wand im Hintergrund soll der ganze Innenraum werden. Foto: Neumayer