Schule, Jugendtreff, Bücherei: Der Leiter des Berchinger Kulturamts zieht Bilanz

Von Bernhard Neumayer · 24. Juni 2024 um 17:00

Nein, die Tage bis zur Rente habe er nie gezählt, sagt Hans Rosenbeck. „Denn ich habe die Arbeit meist gerne gemacht“, sagt der Leiter der Abteilung Kultur/Jugend/Tourismus der Stadt Berching. Dennoch sei er froh, bestimmte Tätigkeiten bald nicht mehr ausüben zu müssen.

Vier Tage muss Rosenbeck noch geliebte sowie lästige Arbeiten offiziell erledigen. Dann geht der 65-Jährige, der dieser Tage seinen 66. Geburtstag begeht, in Rente.

Insbesondere die administrativen Tätigkeiten für die Schule der Dorf- und Landentwicklung in Plankstetten seien Rosenbeck eine Last gewesen, die nun wegfällt. Anfang der 1990er Jahre hatte Rosenbeck die Schule mit dem damaligen Berchinger Bürgermeister Albert Löhner aufgebaut. Seit 1992 leitete sie Rosenbeck als Geschäftsführer.

Schule der Dorf- und Landentwicklung: Rosenbecks Doppelfunktion

In dieser Funktion stellte Rosenbeck Förderanträge und organisierte und wickelte jährlich 60 bis 70 Tagungen und Seminare ab. Wegen der Schule der Dorf- und Landentwicklung sei es immer ein Jonglieren mit seinen Aufgabenbereichen bei der Stadt gewesen.

Offiziell war geregelt, dass Rosenbeck seine Arbeitszeit je zur Hälfte einsetzt. Nicht immer sei das in der Praxis möglich gewesen. Mal waren in der Stadt viele Veranstaltungen auf einen Schlag zu organisieren gewesen, mal herrschte in Plankstetten Hochbetrieb bei den Seminaren.

Seit Januar 2023 sind die Aufgaben strikt getrennt. Rosenbecks Nachfolger als Geschäftsführer der Schule in Plankstetten, Karl Roth, arbeitet in Vollzeit für die Dorf- und Landentwicklung. Er ist beim Amt für ländliche Entwicklung angestellt und kümmert sich von Plankstetten aus um die Bildungseinrichtung für die Entwicklung des ländlichen Raums.

„Gerne erinnere ich mich an die großen Tagungen der Schule der Dorf- und Landentwicklung zurück, beispielsweise mit Abtprimas Notker Wolf oder mit Alois Glück“, sagt Rosenbeck. Auch seinen Tätigkeiten als Moderator und Fachreferent sowie als Gastdozent an der Fachhochschule Triesdorf könne er viel Gutes abgewinnen.

Und auch auf seine Arbeit für die Stadt Berching schaut Rosenbeck positiv zurück. Mit Albert Löhner, Rudolf Eineder und Ludwig Eisenreich erlebte Rosenbeck drei Bürgermeister in Berching. In der Zeit von 1990 bis jetzt sei viel passiert.

Drei Schwerpunkte für Rosenbeck seien die Grund- und Mittelschule, die Stadtbücherei und die Jugend gewesen, wie er sagt. In diesen Bereichen habe er gemeinsam mit Unterstützern einiges aufgebaut. „Ich hoffe, dass diese Strukturen fortgeführt werden.“ Wie sich die Stadtverwaltung ab 1. Juli neu aufstellt, lesen Sie nächsten Monat.

Den Jugendtreff in Berching aufgebaut

Zurück zu Hans Rosenbeck: Ein großes Anliegen sei ihm die Grund- und Mittelschule gewesen. Ganztag, Mensa, Ferienbetreuung und Bläserklassen: Dabei habe Rosenbeck „massiv unterstützt“ und mitgegründet. Auch bei der Gründung des Jugendtreffs in der Kulturfabrik sei Rosenbeck involviert gewesen. Ein weinendes Auge habe er, weil der Bau des neuen Jugendtreffs geplatzt sei. „Aber klar, die Schule hat Vorrang.“

Glücklich ist Rosenbeck darüber, dass der Umzug der Bücherei gelungen sei. „Ohne Barbara Großmann hätte das nicht funktioniert.“ Und im Kulturbereich und bei der Nachbarschaftshilfe sei Rosenbeck auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen angewiesen gewesen. Wobei er bei der Nachbarschaftshilfe auch die Kommune in der Pflicht sehe, so stark wie möglich zu helfen. Den Ehrenamtlichen sowie seinen Mitarbeiterinnen im Kultur- und Tourismusbüro, die sehr gute Arbeit leisteten, möchte Rosenbeck auch auf diesem Weg danken.

Viele Mitarbeiter haben ihn jahrelang begleitet. Als Rosenbeck 1990 bei der Stadt angefangen hat, war seine Aufgabe, das Stadtarchiv zu ordnen. 1992 wurde er dann Geschäftsführer der Schule für Dorf- und Landentwicklung und Leiter der Abteilung Kultur/Jugend/Tourismus. Vier Tage noch.

Dann freut er sich auf Reisen, Ausstellungen, Museen, Büchereien, Konzerte – und einfach auf die Rente, um sich in Ruhe zu orientieren.

Das sagt der Bürgermeister über seinen Amtsleiter:

„Herr Dr. Hans Rosenbeck hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur die Schule der Dorf- und Landentwicklung aus dem Nichts aufgebaut, sondern auch das Kultur- und Tourismusbüro zu dem gemacht, was es heute ist“, teilt Bürgermeister Ludwig Eisenreich auf Nachfrage mit.

Rosenbeck habe viele Veranstaltungen initiiert, durchgeführt, bei der Gründung verschiedener Vereine unterstützt und dem Thema rund um Christoph Willibald Gluck viel Leidenschaft geschenkt und somit Berching im kulturellen Bereich weiterentwickelt und gestärkt. Auch die Redaktion des städtischen Mitteilungsblatts hatte er zusammen mit seiner Mitarbeiterin Beate Streller inne. Für den Aufbau und die Pflege der städtischen Homepage war er mit seinem Team im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

„Der Abschied in den verdienten Ruhestand bedeutet für die Stadtverwaltung eine neue Struktur in den Sachgebieten, sodass wir den Fortlauf der Projekte sichern können“, sagt Eisenreich. Wie sich die Stadtverwaltung strukturiert, lesen Sie im Juli.