Radparkverbot am Hauptbahnhof Regensburg sorgt für Ärger

Zwischen Abschnitt E an Gleis 1 und Bahnhofsklo stehen Hunderte Drahtesel dicht aneinandergedrängt. Seit vergangener Woche gibt es an dieser Stelle am Regensburger Hauptbahnhof aber auch viele lange Gesichter.
Denn die Bahn ließ in dem Bereich einige Flächen markieren und darin auch Piktogramme anbringen, die deutlich machen, dass innerhalb dieser schwarz-gelben Linien keine Räder mehr abgestellt werden dürfen. Das Problem dabei: Gerade dieser Abstellplatz ist sehr beliebt.
Flächen sind begehrt
Der Grund dafür liegt auf der Hand. Denn hier können Zug-Rad-Pendler ihre Räder besonders nahe am Gleis abstellen. Selbst die entfernteren Gleisabschnitte sind lediglich einen Katzensprung entfernt. Weiterhin sind diese Flächen überdacht, was die Räder vor Regen schützt. Entsprechend gut belegt sind diese Abstellflächen. Oft genug war es auch ohne die nun fürs Radparken gesperrten Teilbereiche schon schwer, einen Platz für den Drahtesel zu finden.
Die Bilder der neuen Piktogramme machten schnell die Runde in den Sozialen Medien. Versehen waren sie mit gesalzenen Kommentaren darüber, was das für die Verkehrswende bedeutet. Aber auch eine Leserin verschaffte ihrem Ärger über diesen Umstand bei der Mittelbayerischen Luft. Seit langem pendle sie mit dem Rad. Über die Abstellverbote und alternative Abstellflächen sei sie nicht informiert worden.
Auf die Frage, warum so viele Flächen mit einem Radparkverbot markiert wurden, auf denen keine Räder abgestellt werden dürfen, antwortet eine Sprecherin der Bahn, dass der markierte Bereich an Bahnsteig 1 aus Sicherheitsgründen frei bleiben müsse. Er diene unter anderem zur Leitung von Fußballfans aus dem Bahnhof sowie als Rettungstreffpunkt. „Zudem haben uns Rückmeldungen von Reisenden und Besuchern erreicht, dass der Zugang zu den öffentlichen Toiletten durch abgestellte Räder stark beeinträchtigt wird“, schreibt sie.
In Abstimmung mit der Bundespolizei seien daher seitens des Bahnhofsmanagements neue Markierungen zum Abstellen von Rädern angebracht worden. „Der sicherheitsrelevante Bereich bleibt so frei, zudem sind die Toiletten frei zugänglich“, erklärt die Sprecherin.
Räder hinter Absperrband
Auf die Frage, wie viele Räder auf den nun gestrichenen Flächen hätten Platz finden können, geht sie nicht ein. Stattdessen findet sich bei Gleis 1 nun ein Pulk von 20 Rädern hinter einem Absperrband. An den Lenkern der Fahrräder baumeln Fähnchen aus Papier, die ihre Besitzer dazu auffordern, das Rad zu entfernen. Zudem werden diese Radler auf die Abstellplätze vor dem Bahnhof bei der Galgenbergbrücke verwiesen.
Vergangene Woche waren an dieser Absperrung und auch an den Lenkern dieser Drahtesel noch einige Hinweise zu sehen. Der Bahn zugeordnete Schilder an diesem Absperrband sprachen das neue Fahrradverbot an und auch, dass widerrechtlich abgestellt Räder kostenpflichtig entfernt werden sollen.
„Die Räder, die aktuell innerhalb der Flatterbänder abgestellt sind, verbleiben in den kommenden Wochen noch in den Abstellanlagen“, kündigt die Bahnsprecherin an. Sollten sie dann noch nicht von ihren Besitzern abgeholt worden sein und sollen sie abtransportiert werden.
Radabstellplätze am Hauptbahnhof
Süden: Bei den Arcaden gibt es laut Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, unter den Überdachungen rund 360 Abstellmöglichkeiten.
Norden: Vor dem Hauptbahnhof wurden vor 20 Jahren rund 350 Stellplätze in der Nähe der Post – ebenfalls überdacht – bereitgestellt.
Osten: Die neue Anlage östlich des Bahnhofs bietet 60 Radboxen, 40 Stellplätze in Sammelgaragen und rund 200 Stellplätze in Fahrradbügeln.
Pläne: Ferner sollen zwei zusätzliche Flächen westlich und östlich am Bahnhofsvorplatz mit etwa 230 zusätzlichen Fahrradstellplätze entstehen.
Termin: Wann sie kommen, ist unklar. Dafür liege seitens des Zuschussgebers noch keine Bewilligung vor. Die sei aber Voraussetzung für die Ausschreibung.