CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek bei der Grenzpolizei in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 22. Juni 2024 um 05:00

Am Freitagnachmittag besuchte der Bayerische CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek die Grenzpolizei Furth im Wald. Das Treffen stand im Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und des anstehenden Umbaus des in die Jahre gekommenen Dienstgebäudes, das deutlich hinter der Leistungsfähigkeit der Polizei hinterherhinkt.

Zunächst konnte sich Holetschek, der mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp in die Drachenstichstadt gekommen war, davon überzeugen, wie modern die Ermittlungsmethoden der Grenzpolizei sind.

Das rollende Büro

Am Übergang Schafberg war ein Gerät (AKE) aufgestellt, das Kennzeichen automatisiert abliest und die Daten an einen Polizeibus weitergibt.

Das rollende Büro, wie es intern genannt wird, ist komplett mit Monitoren sowie der notwendigen Technik ausgestattet, um pfeilschnell Informationen weiterzuleiten, wenn ein verdächtiges Kennzeichen entdeckt wurde. Die Trefferquote ist an der Bundesstraße wegen des geringeren Verkehrsaufkommens nicht so hoch wie bei den fest installierten AKEs an der Autobahn (BAB).

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„Erst letzte Woche konnten so bei einer Fahrzeugkontrolle auf der BAB 400000 Euro sichergestellt werden“, sagte der Oberpfälzer Polizeipräsident Thomas Schöniger, der ebenfalls nach Furth gekommen war. Weitere technische Highlights, die dem Fraktionsvorsitzenden präsentiert wurden, waren ein Gerät, das an die Karosserie jedes Fahrzeugs magnetisch befestigt werden kann. Es stellt fest, ob sich jemand im Innenraum befindet. Wichtig bei Schleuserfahndungen oder auch bei Tierschmuggel. Ein praktisches Beispiel eines Fahndungserfolgs stand in Form eines Wohnmobils auf dem Dienstgelände. Der Fahrer hatte sich verdächtig gemacht, wurde kontrolliert und mittels modernster Technik, mit der Fahrzeugdaten ausgelesen werden können, stellten die Beamten fest, dass es sich um ein gestohlenes Gefährt handelt. Der Betroffene gab an, es für 50000 Euro auf einem Parkplatz in Frankreich bar bezahlt zu haben. Wie sich der Mann verdächtig gemacht hat, das konnte nicht wirklich beantwortet werden. Schöniger und seine Mitarbeiter vor Ort waren sich einig: Es ist jahrelange Erfahrung, die das Auge schult.

Josef Weindl, Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, ging auf das bestehende Dienstgebäude ein. 1986 gebaut, istes arg in die Jahre gekommen und auch aufgrund der steigenden Mitarbeiterzahlen zu klein und nicht mehr zeitgemäß. 2,8 Millionen Euro stellt die Staatsregierung zur Verfügung, um ab Anfang 2025 das Erdgeschoss zeitgemäß zu renovieren und ein weiteres Geschoss auf das bestehende Gebäude zu setzen.

Bei einer kurzen Führung durch Grenzpolizeileiter Marco Hastreiter unternahm man auch einen Abstecher in den Keller des Hauses. Schon im Treppengang roch es etwas modrig. So groß die Freude über die notwendigen Umbaumaßnahmen ist, der Wermutstropfen Keller, der regelrecht aus der Zeit gefallen scheint, bleibt. Aufgrund bürokratischer Regularien konnten nicht die benötigten 3,4 Millionen Euro bewilligt werden, der Keller und die Außenanlagen mussten aus der Planung gestrichen werden.

Noch während die Führung weiterging, stecken Holetschek und Hopp die Köpfe zusammen. Direkt darauf angesprochen sagte Holetschek später: „Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann, aber begeistert bin ich von dem Keller nicht.“ Er wisse, dass Hopp alle Anstrengungen unternommen habe, „aber wir sollten den Keller nicht aus den Augen verlieren. Unseren Zuspruch habt ihr.“

Sicherheit spielt große Rolle

Wie sein Kollege und die ebenfalls angereiste Martina Engl-hardt Kopf, vertrat der Minister die Ansicht, dass jeder Cent der in die Grenzpolizei in Bayern gesteckt wird, ein gut investierter sei. „Die Sicherheit spielt in unserem Land eine immer größere Rolle.“ Die sei, obwohl die Angriffe auf Hilfskräfte häufiger werden in Bayern, in der Oberpfalz und im Speziellen im Landkreis Cham hervorragend. Wer auf so hohem Niveau arbeite, der müsse auch vernünftige Bedingungen haben.

Marco Hastreitererläuterte die Umbaupläne.
Die Delegation lauschte den Ausführungen von Josef Weindl.