Gemeinde Wenzenbach plant das nächste Millionen-Projekt

Von Michael Sperger · 19. Juni 2024 um 19:00

Wegen steigender Schülerzahlen und zusätzlichem Raumbedarf für die Ganztagsbetreuung stößt die Grundschule in Irlbach an ihre Kapazitätsgrenze. Die nächste Baustelle im Schulbereich zwingt die Gemeinde Wenzenbach zum Handeln. Die Kostenprognose sorgte im Gemeinderat für wenig Euphorie.

Nachdem beim Schulzentrum am Roither Berg mittlerweile mit Gesamtkosten von 59 Millionen Euro gerechnet wird, kündigt sich auch bei der Grundschule in Irlbach Handlungsbedarf an. „Ich gebe zu, dieses Projekt kommt zur unrechten Zeit. Wir investieren in nächster Zeit ohnehin schon viel“, sagte Bürgermeister Sebastian Koch. Am Ende entschied sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig für die Planung eines Anbaus für rund 1,4 Millionen Euro.

Wegen steigender Schülerzahlen und zusätzlichem Raumbedarf für die Ganztagsbetreuung stößt die Grundschule in Irlbach an ihre Kapazitätsgrenze. Auch im Hinblick auf mehrere Baugebiete im Umfeld des Ortsteils stellte Koch fest: „Der Bedarf wird weiter steigen.“

Pausenhof der Grundschule Irlbach verschönern

Der beauftragte Architekt Thomas Pongratz stellte dem Gremium den Entwurf für die neuen Räumlichkeiten vor. Dort soll künftig die Ganztagsbetreuung untergebracht werden. Zunächst wird dazu einstöckig angebaut – mit der Möglichkeit, bei Bedarf einen zweiten Stock auf das Gebäude zu setzen. Bei dieser Gelegenheit soll auch gleich der Pausenhof umgestaltet werden, der laut Architekt „nicht gerade der schönste ist“. Für die Außenanlagen sind knapp 160000 Euro eingerechnet.

Auch Schulleiterin Maria Maier wurde die Planung bereits vorgestellt. Sie merkte an, dass der im Schulgebäude beheimatete Hort soweit möglich in das Haus Ruppert umziehen solle, um die Raumsituation weiter zu entspannen. Der Kindergarten, der zur Zeit noch in der Schule untergebracht ist, soll ohnehin nächstes Jahr in die Bayerwaldstraße umziehen. Im aktuellen Schuljahr gehen 151 Schüler in sieben Klassen in die Grundschule. Nächstes Jahr werden es wohl bereits acht sein. Die Anregungen von Schulseite sollen noch in die Planungen einfließen.

Bisher keine Mittel im Wenzenbacher Haushalt eingestellt

Die Pläne des Regensburger Architekten stießen auf volle Zustimmung im Wenzenbacher Gremium – anders sah es bei der ersten Kostenprognose aus. „1,4 Millionen Euro für einen Raum? Das ist doch Wahnsinn“, stellte Rainer Mißlbeck (CSU) fest. Auch dass für diese Maßnahme aktuell noch keine Mittel im Wenzenbacher Haushalt eingestellt sind, merkte er kritisch an.

Wolfgang Brandl (Grüne) erinnerte an eine mögliche energetische Sanierung des Gesamtbaus. „Die sollten wir bei allen anderen Planungen nicht vergessen“, sagte der Gemeinderat. Den Bedarf nach mehr Räumlichkeiten in der Grundschule wollte auch Gerhard Bäumler (Freie Wähler) nicht bestreiten. Er stellte einzig die Frage, ob man die Kosten für die Gemeinde nicht zum Beispiel durch weitere Förderungen senken könnte.

Förderung für Grundschul-Anbau in Irlbach in Aussicht

„Bei der Gesamtsumme für diesen vergleichsweise eher kleinen Bau habe ich schon auch etwas geschluckt“, sagte Bürgermeister Koch. Doch die Prognosen der Schülerzahlen und das Raumprogramm der Regierung der Oberpfalz machen den Anbau aus Sicht der Gemeinde alternativlos.

Die Verwaltung soll für das Projekt nach dem Beschluss des Gemeinderats einen Haushaltsansatz für 2025 erarbeiten. Für den Bau stünde bei 109 Quadratmetern Nutzfläche eine FAG-Förderung von etwa 470000 Euro in Aussicht, weitere Fördermöglichkeiten zum Beispiel für energetisches Bauen wolle man prüfen. „Wir sind bei der Planung noch ganz im Anfangsstadium“, sagte Koch.

Dorferneuerung Grünthal: Ein Spielplatz wie ein Bauernhof

Bereits im vergangenen Jahr beschloss der Wenzenbacher Gemeinderat die einfache Dorferneuerung für Grünthal. Im Mai erhielt die Gemeinde nun vom Amt für Ländliche Entwicklung grünes Licht. Bei dem Projekt sollen der Platz an der Kapelle neugestaltet werden, ein Treffpunkt am Feuerwehrhaus entstehen sowie der Spielplatz erneuert werden.

Als erstes Projekt soll nun die Umgestaltung des Spielplatzes am Heiglbauerweg angegangen werden. Mit Klettergerüst in Traktor-Optik und Schafen als Spielgeräte wird dieser im Stil eines Bauernhofs konzipiert. Die Gemeinde beantragt für die Maßnahmen der Dorferneuerung jeweils eine Förderung von 39 Prozent. Die ersten Ausschreibungen laufen bereits.