Wachstumsprognose für Bruck: Der Markt braucht bis 2041 knapp 270 neue Wohnungen

Diese Zahl klingt nach einer großen Herausforderung für die Gemeinde: 268 neue Wohnungen werden im Markt Bruck bis zum Jahr 2041 benötigt – so sieht es zumindest ein Stadtplanungsbüro, das sich ausführlich mit der künftigen Entwicklung des Orts beschäftigt hat. Wie geht man im Rathaus damit um?
Kürzlich hatten Vertreter des Stadtplanungsbüros TB Markert aus Nürnberg im Marktrat eine umfangreiche Analyse zum Entwicklungspotenzial in Bruck vorgestellt. Der Anlass: Wie Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) erklärt, müsse eine Kommune, die neues Bauland ausweisen will, erst den tatsächlichen Bedarf für ein solches Vorhaben nachweisen. Ein wichtiges Hilfsmittel, um die Notwendigkeit zu zeigen, sei eine umfangreiche Analyse.
Mit dieser war das Büro TB Markert beauftragt. Dieses verweist in seinen Ausführungen für den Markt Bruck zunächst grundsätzlich auf das Landesentwicklungsprogramm des Freistaats. Um die Innenentwicklung einer Kommune zu stärken, müssten vorrangig bereits vorhandene Flächen wie etwa Brachflächen und Leerstände genutzt werden. Auch die Nachverdichtung bereits bebauter Flächen müsse bedacht werden, schreibt das Planungsbüro.
Grundsätzlich geht man bei TB Markert für den Markt Bruck für die kommenden 20Jahre von einem kontinuierlichen Wachstum aus. Bei der Bevölkerungsprognose bezieht sich das Planungsbüro auf die Datenbasis des Bayerischen Landesamtes für Statistik – und kommt zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2041 die Zahl der Einwohner auf 4865 klettern könnte. Im Vergleich zum Stand aus dem Jahr 2022 bedeute das ein Plus von knapp neun Prozent.
2,33 Personen pro Wohnung im Bruck
Steigende Bevölkerungszahlen gehen mit einer wachsenden Nachfrage nach Wohnraum Hand in Hand. Das war laut Büro TB Markert in den vergangenen Jahren in Bruck bereits zu beobachten: Von 2012 bis 2022 stieg die Anzahl der Wohngebäude im Markt von 1230 auf 1302 – das entspricht einem Plus von 5,9 Prozent. Im Jahr 2022 lebten im Schnitt 2,33Personen in einer Wohnung. Damit war die Belegung in Bruck dichter als im Bundesgebiet, wo der Durchschnittswert bei 1,99 Personen lag.
Doch was lässt sich mit solchen Zahlen anfangen – und gibt es im Markt überhaupt genug Flächen, die für den Bau von neuem Wohnraum in Frage kämen? Die Bürgermeisterin verweist auf eine Erhebung der Verwaltung zum Wohnbaupotenzial in Bruck. Das Ergebnis: Im Markt gibt es 124 freie Bauplätze mit einer Gesamtfläche von 11,1 Hektar. Das Problem an der Sache: Mangels Verkaufsbereitschaft der Eigentümer seien davon gerade einmal neun Grundstücke tatsächlich verfügbar. Auch bei Leerständen im Markt sei die Lage nicht einfach, sagt Faltermeier. Von den 32 vorhandenen sind derzeit nur acht Eigentümer abgabebereit. Immerhin gibt es als langfristige Perspektive laut Flächennutzungsplan auch noch 27,1 Hektar Bauerwartungsland.
„Zuzug nach Maß“ ist Faltermeiers Ziel
Faltermeier hat sich das umfangreiche Zahlenwerk des Planungsbüros genau angeschaut. Dass „ihre“ Gemeinde in den kommenden Jahren laut Prognose wachsen soll, freut sie natürlich. Sie wünsche sich grundsätzlich einen „Zuzug nach Maß“ in den Markt, sagt sie. Dann könne beispielsweise die Schule auch langfristig Bestand haben. „Der Markt Bruck soll attraktiv bleiben für die Leute, die hier wohnen“, sagt Faltermeier.
Damit niemand, der sich hier wohlfühle, wegziehen müsse, sei es für die Zukunft wichtig, erschwingliches Bauland zu schaffen – wie es im Ortsteil Schöngras mit dem Baugebiet Heckenäcker und seinen voraussichtlich 16 Parzellen geplant sei. Die Bürgermeisterin rechnet derzeit damit, dass ein Vermarktungsbeginn Ende 2026 realistisch sein könnte.
Auch im Bereich des Hinteren Marktes würde die Rathauschefin gern neues Bauland schaffen. Doch hier seien die Verhandlungen mit den Eigentümern bislang äußerst zäh gewesen. Deshalb müsse man sich auch über dieses Areal hinaus Gedanken machen und Möglichkeiten für weiteres Bauland in Bruck finden. Welche Optionen man habe, darüber solle der Marktrat in einer Klausurtagung besprechen, sagt Faltermeier.
Investor nicht erwünscht
Einen Investor, der ein neues Baugebiet in Bruck entwickelt und vermarktet, will Faltermeier nicht ins Boot holen. „Dann bestimmt er den Preis und treibt ihn im ganzen Ort künstlich in die Höhe“, befürchtet sie. Außerdem müsse die Entwicklung in Bruck überschaubar bleiben. Auf einen Schlag ein riesiges Baugebiet auszuweisen, sei für den Ort nicht sinnvoll, ist sie überzeugt.
Denn derzeit, so betont Faltermeier, sei von einer hohen Nachfrage nach Bauplätzen in Bruck nichts zu spüren. Anfragen ans Rathaus gebe es dazu so gut wie gar nicht. Deshalb frag sich die Bürgermeisterin, ob es tatsächlich im Moment keine Bauwilligen gibt. „Ich würde mich dazu über Feedback von den Bürgern freuen“, sagt sie.