Nachfrage und Menge stimmten: Spargel aus Abensberg und Umgebung konnte seinen Preis halten

Von Lucia Pirkl · 17. Juni 2024 um 15:00

Sie ging früh los und musste ein Auf und Ab beim Wetter ertragen: Die Spargelsaison 2024 war herausfordernd. Die Bauern aus Abensberg im Landkreis Kelheim und Umgebung zeigen sich dennoch zufrieden.

In diesen Tagen endet die Spargelsaison. Herbert Brandl aus Offenstetten hat sie bereits abgeschlossen. „Wir haben so früh wie noch nie angefangen, deshalb hören wir auch früher auf“, sagt der Landwirt im Nebenerwerb.

Für Brandl geht damit eine „ganz normale Saison“ zu Ende. „Es hat keine Spitzen gegeben“, sagt Brandl und bezieht sich damit auf die Menge des Spargels. Denn zu viel Spargel auf den Markt würde den Preis drücken. Was für den Verbraucher gut sein mag, ist für die Landwirte schlecht, denn die Kosten für den Spargelanbau, die bleiben ja trotzdem gleich. „Mehr als 50 Prozent entfallen auf die Lohnkosten“, sagt etwa Julia Fröhlich-Kügel vom Spargelhof Kügel in Sandharlanden. Klar, dass die Kosten in ihrem Betrieb mit etwa 80 Hektar und zur Spitze 180 Helfern, vornehmlich aus Rumänien, höher ausfallen als beispielsweise bei Brandl, der mit seinen drei Hektar lediglich drei Menschen aus Polen beschäftigt, „seit 30 Jahren“, wie er erwähnt, teilweise in der zweiten Generation.

Saison startete früh

Offiziell startete die Saison für den Abensberger Spargel heuer am 6. April, aber schon in der vorletzten Märzwoche wurde der erste Spargel auf den Feldern rund um Abensberg gestochen, früher als in den Jahren zuvor.

Der frühe Erntestart spielte den Landwirten in die Hände, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, „wo es ja erst Ende April so richtig anfing mit der Ernte“, erzählt Fröhlich-Kügel. Dann aber kam der „Kälteklatscher“ im April. „Vom Wetter her war es durchaus sehr durchwachsen, auch mit den Überschwemmungen, das war sehr herausfordernd“, sagt sie. Und dennoch sei auch sie mit der Erntemenge im Großen und Ganzen zufrieden. Dieses Auf und Ab des Wetters, mal war es sehr warm, dann wieder kalt, habe die Spargelmenge auf dem Markt relativ konstant gehalten.

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Schwierig sei es vor allem immer zu Beginn der Saison: Wenn man noch nach den ersten zaghaften Spitzen suchen müsse, stehe man oft in Konkurrenz zu ausländischer Ware, so Fröhlich-Kügel. Der Spargel aus Griechenland, Spanien, gar aus Peru oder Mexiko sei nur deshalb billiger, weil die Lohnkosten in jenen Länden günstiger seien. „Wenn dann der griechische Spargel für, sagen wir mal 3,99 Euro im Supermarkt angeboten wird und unserer 8,99 kosten muss, dann wird es freilich schwierig“, ist Fröhlich-Kügel bewusst.

Und dennoch: Die Lust am Spargel, die bleibt ungebrochen. „Die Kunden hatten wieder Lust auf den Spargel“, sagt zum Beispiel Siglinde Handschuh vom Spargelhof Handschuh in Sandharladen.

Grün ist im Trend

„Der grüne Spargel werde immer beliebter, so Brandls Beobachtung, „vor allem bei den jungen Leuten“. Diese Beobachtung teilt auch Fröhlich-Kügel: „Grün ist definitiv gefragt, vor allem bei der jüngeren Generation“. Der werde gerne auf den Grill gelegt. Aber auch der weiße Spargel sei nach wie vor sehr beliebt. Bis 24. Juni ist ihr Hofladen noch geöffnet, dann ist Schluss.

Offizieller Spargelanstich war am 6. April.