Die Regensburger Young 501 und whosdom liefern den Soundtrack zur Europameisterschaft

Von Philip Hell · 12. Juni 2024 um 15:00

Am Freitag rollt der Ball: Die Europameisterschaft beginnt – zwei Regensburger Musiker sind dafür ins Studio gegangen und haben eine Fußball-Hymne aufgenommen.

„EM Song 2024“ heißt der Track der Künstler „Young 501“ und „whosdom“ beziehungsweise Dominik Fischbach (23) und Dominik Seebauer (26). Mit Fußball hatten die beiden bislang eher weniger am Hut. Fischbach sei als Zehnjähriger sogar aus der Jugendmannschaft geflogen. „Weil ich zu schlecht war“, sagt er und muss lachen. Dennoch kicken sie auch heute noch ein bisschen – zum Beispiel neulich abends auf der Jahninsel. Auch dieser Tage sind die beiden allerdings nur mäßig begabte Ballkünstler.

„Die anderen haben gesagt, wir sollen doch bitte Musik machen und das Kicken lassen“, erzählt Fischbach. „Da haben wir uns gedacht: Wenn uns die so kommen, machen wir einfach einen EM-Song.“ Beim Fußball, betonen die beiden, gehe es ja nicht nur um den Sport an sich. „Es geht um das Außenrum. Am Abend Public-Viewing, Bier mit Freunden trinken: einfach eine geile Zeit haben.“ Dieses Gefühl wollten die beiden in einem Song verpacken. Sie singen darüber, dass sich Deutschland den EM-Pokal zum vierten Mal holen soll. „Und niemand hält uns auf.“ Auch ein neues Sommermärchen beschwören sie. „Dadurch, dass die EM nun in Deutschland ist, hält auf einmal das ganze Land zusammen. Das find ich schon geil“, sagt Seebauer.

Positive Musik aus Regensburg: „Man lebt nur einmal“

Grundsätzlich verbreitet der Song Euphorie – was beabsichtigt ist, wie beide betonen. Die gegenwärtige Musik sei ihnen bisweilen zu negativ. „Wir wollen die Positivität wieder in die Jugend bringen“, sagt Fischbach. „Das Leben ist schön. Man lebt nur einmal.“ Andere Musik sei depressiv, ergänzt Seebauer. „Und das bin ich nicht.“ Ihren Musikstil beschreiben sie als Pop-Punk-Rap. Kennengelernt haben sich die beiden Dominiks bei einem Auftritt des Regensburger Musikers Apollson. Recht schnell produzierten sie dann die ersten Songs gemeinsam. Beide sind Mitglieder eines Regensburger Künstlerkollektivs, aus dessen Umfeld beispielsweise auch der Rapper Bucci stammt, der inzwischen allerdings in Berlin wohnt. Im Kollektiv arbeiten die Künstler eng zusammen, schicken sich Songfragmente hin und her.

Dominik Fischbach, aka „Young 501“, stammt ursprünglich aus Landshut. Er hat mit sieben Jahren angefangen, Schlagzeug zu spielen. „Erst war ich in Punkrock-Bands, hatte aber immer eine Vision, wie ich meine Songs machen will, aber meine Bands hatten nie Lust drauf.“ Schließlich begann er zu produzieren – und zog nach Regensburg.

Seebauer („whosdom“) hat seine ersten Musik-Erfahrungen ebenfalls auf dem Schlagzeug gemacht. „Später habe ich angefangen Rap zu hören – wie alle meine Freunde.“ Er begann damit, erste Texte zu schreiben. „Während Corona begann ein Kumpel von mir, Beats zu machen. Das war natürlich der ideale Startpunkt für mich.“ Recht schnell orientierte er sich allerdings in Richtung Punk. Auf einem Festival lernte er zufällig Bucci kennen, über den er in die Regensburger Musikszene eintauchte. Seebauer kommt aus Cham – wie die Sängerin Leony, die den offiziellen EM-Song singt. Beide kennen sich sogar, erzählt Seebauer aka whosdom. „Leony war eine Jahrgangsstufe über mir. In der Pause haben wir immer Leberkässemmeln gegessen – das ist aber lang her“, sagt der 26-Jährige. Inzwischen hätten die beiden aber keinen Kontakt mehr.

Wie geht die Europameisterschaft aus? „Alles ist möglich!“

Aber zurück zur wichtigsten Nebensache der Welt: Glauben die beiden an die Neuauflage des Sommermärchens? „Wenn wir nicht in der Gruppenphase rausfliegen, dann schon“, sagt Fischbach und muss lachen. Seebauer ergänzt: „Es ist alles möglich. Wenn unser Song im Stadion läuft, dann können wir ja nur gewinnen.“