Vor Auftritt in Regensburg: Laute Kritik an Frei.Wild-Konzert – Veranstalter widerspricht

Von Philip Hell · 4. Juni 2024 um 15:00

Kommenden Samstag wird die Band Frei.Wild auf Schloss Pürkelgut auftreten. Gegen Konzerte der Gruppe regt sich regelmäßig Widerstand – so auch in Regensburg.

Am Mittwoch veröffentlichte die Initiative gegen Rechts (IgR), ein Bündnis zahlreicher politischer Gruppen der Stadt, ein Statement, das mit „Kein Frei.Wild in Regensburg“ überschrieben ist. Dort wird die Gruppe als „rechte Band“ bezeichnet, der man keine Bühne geben solle. Der Veranstalter Power Concerts tue dies dennoch.

Die IgR schreibt weiter: „Die Songtexte von Frei.Wild enthalten nationalistische und völkische Elemente.“ Zwar distanziere sich die Band von extremen politischen Strömungen, „dennoch genießt die Band in rechten Kreisen eine ungebrochen große Popularität.“

Frei.Wild in Regensburg: IgR weist auf Hitlergruß-Bilder hin

Zudem weist die IgR darauf hin, dass Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger früher Mitglied der rechtsextremen Partei „Die Freiheitlichen“ in Südtirol und Sänger der Rechtsrock-Band Kaiserjäger gewesen sei. „Aus der Zeit existieren Bilder, auf denen er inmitten von anderen Neonazis den Hitlergruß zeigt.“ Burger beteuere, diese Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben.

Das ist in den Augen der IgR allerdings wenig glaubwürdig. „Er singt weiterhin für Frei.Wild nationalistische und völkische Lieder, welche die Gemeinschaft vermeintlich unterdrückter Underdogs und Outlaws gegen Die da oben beschwören.“

Am Freitag legte die IgR noch einmal nach. In einem Post schrieben sie, die Band suhle sich im Nebulösen, um nicht angreifbar zu sein. Sie verwendet dabei extrem rechte Codes, Chiffren und Verklausulierungen.

Frei.Wild in Regensburg: Veranstalter kontert Kritik

Das Konzert wird von Power Concerts veranstaltet. Geschäftsführer Arthur Theisinger sagt auf Anfrage, dass man bereits mit Kritik gerechnet habe, „da die Band ja schon mehrmals in Regensburg gespielt hat und es auch hier im Vorfeld Kritik gab.“ Die Band sei unter anderem in der Donau-Arena aufgetreten. Diese sei von der Stadt an das Management der Band vermietet worden. Theisinger sagt, er gehe davon aus, dass die Stadt Informationen zur Band eingeholt habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass die Band nichts mit Rechtsradikalen zu tun habe. „Dem können wir uns nur anschließen.“

Frei.Wild-Frontmann habe sich von Rechten distanziert

Die Kritik der IgR an den Songtexten teile er nicht, sagt Theisinger. Ihm sei nicht bekannt, dass die „Neuen Rechten“ der Band applaudieren. „Wir erwarten auch keine Besucher aus diesen Kreisen.“ Es sei seiner Firma bewusst gewesen, dass Sänger Philipp Burger vor sehr langer Zeit bei einer Rechtsrockband gespielt habe. „Es ist aber auch bekannt, dass er sich hiervon distanziert hat.“ Er habe sich für diese Zeit entschuldigt und ein Buch über diese Zeit geschrieben.

Damit habe er es sogar auf die Leipziger Buchmesse geschafft. Theisinger: „Man sagt doch, dass sich jeder Mensch ändern kann und das sollte man halt auch mal glauben und nicht immer wieder alte Unterstellungen hervorziehen.“ Er glaube, dass es auch im linksgerichteten Spektrum Songs über Unterdrückte und Outlaws gebe, die gegen das Establishment gerichtet seien.

Theisinger rechnet mit rund 5000 Zuschauern. Auf Frei.Wild-Konzerten sei der Zutritt mit verfassungsfeindlichen Symbole und Kleidung verboten. Dazu gebe es einen Katalog, der den Sicherheitskräften zur Verfügung gestellt werde. Ob er aufgrund der Kritik mit dem Gedanken spielt, das Konzert abzusagen. Theisinger verneint. „Warum auch?“