Safferlinger Steg in Regensburg ist marode und steil: Wann kommt der Neubau?

Von Juliana Ried · 12. Juni 2024 um 05:00

Der Safferlinger Steg, eine wichtige Verbindung über die Gleise im Regensburger Osten, ist marode und steil. Die Stadt plant jetzt den Neubau – und allein das soll Jahre dauern und mehr als zwei Millionen Euro kosten.

Wer im Stadtosten zwischen Guericke- und Greflingerstraße zu Fuß oder mit dem Rad über die Bahngleise will, sollte wenig Gepäck dabeihaben oder fit sein, so steil ist der Zugang zum Safferlinger Steg. Zudem ist das Bauwerk marode. Die Stadt plant jetzt einen Neubau, das hat der Stadtplanungsausschuss des Stadtrats am Dienstag einstimmig beschlossen. Einen Zeitplan hat sie aber noch nicht.

Dabei drängt die Zeit, das räumte auch das Planungsreferat in der Beschlussvorlage für den Ausschuss ein. Der Zustand des Bauwerks sei „nicht mehr ausreichend“, das habe eine Bauwerksprüfung im Jahr 2022 ergeben.

Es droht eine Sperrung

Standsicherheit, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit seien beeinträchtigt und weitere „Schadensausbreitungen“ könnten kurzfristig dazu führen, dass der Steg gesperrt und rückgebaut werden müsse, schilderte die Verwaltung den Stadträten. Eine Sanierung sei nach ersten Einschätzungen wegen der Bauart „nicht mehr möglich“. „Dies führt dazu, dass der Safferlinger Steg nach momentaner Einschätzung noch maximal fünf bis zehn Jahre genutzt werden kann.“ Was einen Ersatzbau betrifft, so könne die Stadt nicht auf die Umsetzung des von der Bahn geplanten mehrgleisigen Ausbaus zwischen Regensburg und Obertraubling warten. Sie müsse davor tätig werden, „um zu gewährleisten, dass für den Safferlinger Steg in absehbarer Zeit ein regelkonformer, barrierefreier und städtebaulich attraktiver Neubau geschaffen werden kann“. Denn der Steg sei eine wichtige Verbindung der Gebiete nördlich und südlich der Bahn, werde Teil des geplanten Hauptradroutennetzes und habe „städtebaulich herausragende Bedeutung, so dass entsprechende Qualitätsstandards eingehalten werden müssen“.

Die Stadt will die Planung an Externe vergeben; geeignete Bieter sollen Gestaltungsentwürfe abgeben. Sie rechnet mit Planungskosten von circa 2,4 Millionen Euro. Für Abbruch und Neubau setzt die Stadt Schätzkosten von 17,6 Millionen Euro an, wobei der Bau förderfähig ist. Im aktuellen Investitionsprogramm stehen keine Mittel dafür, und eine weitere Hürde gibt es: Der überwiegende Teil der Grundstücke gehört der Stadt, mit den Eigentümern der fehlenden Flächen verhandelt sie aber noch.

Frust im Bürgerverein Süd-Ost

Bei Johann Brandl, kommissarischer Vorsitzender des Bürgervereins Süd-Ost, sorgt das Vorgehen der Stadt für Frust, „weil der Steg seit Jahrzehnten ungeeignet ist für Leute, die einen Kinderwagen schieben oder mit dem Rad hochkommen müssen“. Wer ihn nicht nutzen könne, müsse unter Umständen lange Umwege über die Osttangente oder die Landshuter Straße machen. Der Stadt fehle noch Grund für einen Neubau, aber sie lasse ihn schon planen. „Wir geben zwei Millionen Euro aus für einen Steg, von dem wir nicht wissen, wann er gebaut wird“, kritisiert er. „Wenn wir Pech haben, wird er zwischenzeitlich gesperrt, weil er gar nicht mehr begehbar ist.“

Im Ausschuss gab es zwei Nachfragen zum Zeitplan und den Kosten. Michael Achmann (Grüne) sagte: „Wir wissen jetzt, wann der Steg möglicherweise nicht mehr benutzbar ist.“ Aber der Zeitplan für den Neubau sei „nicht ersichtlich“. Andreas Fruth, Abteilungsleiter im Tiefbauamt, erklärte: „Im Moment ist es so, dass bis 2028 erst einmal geplant wird.“ Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) ergänzte: „Zunächst geht es darum, dass wir überhaupt einmal eine Planung haben und nicht in die Situation kommen, dass die Bahn loslegt und sagt, ,jetzt entfernt mal euren Steg‘.“ Christian Janele (Christlich-Soziale Bürger) kritisierte, 20 Millionen Euro für einen Steg seien „viel Geld“. Er fragte, ob die Stadt nicht selbst „etwas Schönes“ planen könne. Planungsreferent Florian Plajer erklärte, das Tiefbauamt habe nicht die Kompetenzen, ein Projekt dieser Größe alleine zu realisieren.

Die Brücke

Bestehendes Bauwerk: Die Stadt beschreibt den Safferlinger Steg als „eher etwas kleinere Fußgänger- und Radwegbrücke, welche direkt über die Eisenbahnschienen die Greflingerstraße mit der Guerickestraße verbindet“. Er ist eine gut 68 Meter lange und knapp 2,90 Meter breite Stahltrogbrücke von 1955.

Geplanter Neubau: Die neue Brücke soll zwischen den Geländern 4,50 Meter breit sein und lang genug, um die Gleise auch nach dem Ausbau der Bahnstrecke zu überspannen. Auch die künftige Bebauung des Nachbargrundstücks (ehemaliges Boschgelände) durch die Stadtbau soll sie berücksichtigen.