Zeltfestival zieht in den Schlossgarten und feiert am 20. Juni Premiere

Als Konzertveranstalter Alex Bolland im vergangenen Jahr das Aus für das Zeltfestival in Lapppersdorf verkündete, gab es lange Gesichter. Was aber die wenigsten ahnen konnten: Er hatte damals schon eine Idee, wo auch Open Air veranstalten könnte.
Das hat jetzt tatsächlich alles so geklappt, wie er es sich damals schon vorgestellt hat. Von 20. bis 30. Juni soll erstmals das Schlossgarten Open Air in Regensburg steigen. Dafür hat Bolland das Programm deutlich abgespeckt: sechs Abende statt drei Wochen im Zirkuszelt. Bei der Zusammenstellung des Programms orientierte er sich an der Mischung, die ihm schon beim Zeltfestival zu Erfolgen verholfen hatte. Josef Menzl, Martina Schwarzmann, Markus Engelstädter – das Rezept lautet: regionale Künstler und eine große Portion Humor.
Auf das Gelände in Prüfening ist Bolland gekommen, weil es sich schon während der Corona-Pandemie als charmante Freiluft-Spielstätte auf Kies und unter Kastanien bewährt hatte. Das Zeltfestival in Lappersdorf hatte Bolland dagegen auch wegen des Aufwands aufgegeben: eine Woche Auf- und Abbau auf der blanken Wiese und dazwischen drei Wochen Nachtwache und Künstlerbetreuung. Zudem wollte er ein wenig mehr Komfort für die Gäste, als das im Zelt möglich war, sagt er. „Ja, das war hart diese Entscheidung zu treffen. Ich hatte Wehmut, immerhin war die Atmosphäre toll. Aber es war auch der richtige Zeitpunkt, aufzuhören“, sagt er über das Ende des Festivals in Lappersdorf, wofür er immerhin Größen wie Konstantin Wecker oder Gerhard Polt für Auftritte begeistern konnte.
Reihenbestuhlung, fertige Infrastruktur wie Bühne, Technik oder Aufenthaltsräume für die Künstler direkt hinter der Bühne konnte ihm dagegen der Schlossgarten bieten. Zudem finden hier mehr Gäste Platz: Im Zelt seien es etwa 800 gewesen, im Schlossgarten werden es bis zu 1000 sein, kündigt Bolland an. Vor dem Schwarzmann-Abend will er für 1500 Besucher aufstuhlen.
Für die Besucher des Festivals sieht er im Vergleich zu Lappersdorf auch den Aspekt der Erreichbarkeit als einen Vorteil: „Das war immer eine Barriere“, erinnert sich der Veranstalter. Der Prüfeninger Schlossgarten aber sei nicht nur mit dem Zug oder dem Bus perfekt angebunden. „Außerdem haben wir ja auch ein paar Parkplätze vor der Tür“, sagt der Veranstalter für alle Menschen, die sich mit dem Auto zu dem Konzert aufmachen wollen. Die wohl schönste Anreise aber werden die Radler haben, die am Donauufer entlang der Felder auf zwei Rädern in den Prüfeninger Schlossgarten fahren. Sie werden vor und nach den Konzerten den betörenden Duft der Sommerwiesen in der Nase haben.
Das Programm
20. Juni: Ab 19.30 Uhr spielen I Dolci Signori bei der großen Nacht der italienischen Welthits.
21. Juni: Das Treffen der Kapellen Josef Menzl mit So & So ab 19 Uhr bezeichnet Veranstalter Alex Bolland in seinem Programmflyer als ein Gipfeltreffen grandioser und virtuoser Musikanten-Giganten.
25. Juni: Der Abend mit der preisgekrönten Kabarettistin Martina Schwarzmann ab 19.30 Uhr ist bereits ausverkauft.
26. Juni: Ab 19.30 Uhr spielt das Septett Dreiviertelblut eine Melange aus Virtuosität und Poesie, kündigt Bolland an.
28. Juni: Ab 19 Uhr präsentiert Markus Engelstädter mit „The Magic of Queen - Classic“ eine musikalische Verneigung vor einer der größten Rockbands aller Zeiten: Queen.
30. Juni: Das Finale ist der Praktikantengipfel. Ab 19 Uhr zeigen die Gäste aus den Shows der Kabarettistin Martina Schwarzmann, die sie liebevoll als ihre Praktikanten bezeichnet, was sie so drauf haben. Bolland widmet Sara Brandhuber, Stefan Kröll, Ralf Winklbeiner und Mathias Kellner den letzten Abend.
