Regensburger Band Rendezvoo steht beim Heimatsound-Wettbewerb im Finale

Von Florian Hoof · 5. Juni 2024 um 15:00

„Wir haben uns im März erst gegründet und uns eigentlich eher zum Spaß schon einen Monat später beim Heimatsound-Wettbewerb beworben – jetzt stehen wir plötzlich im Finale.“ So beschreibt Frontsänger Mathis Roza den etwas ungewöhnlichen Start seiner Band Rendezvoo.

Mit ihrem Song „München Glockenbach“ haben die Musiker die Jury des von Bayern 2 veranstalteten Wettbewerbs überzeugt. Seit 2014 können sich jährlich Bands aus Bayern für den Heimatsound-Wettbewerb bewerben. Eine Jury wertet die fünf Besten von ihnen ins Finale. Jury-Mitglied war diesmal unter anderen Claudia Koreck.

Neben Rendezvoo schafften es Bands aus Weßling, Feldkirchen-Westerham, München und Inning ins Finale. „Wir sind hier mit Sicherheit die jüngste Band und brauchen daher besonders viel Unterstützung aus unserer Heimatstadt“, ruft Roza die Regensburger auf.

Start mit einem Rendezvous

Für die Gründung in Regensburg ist Roza extra aus Berlin hergezogen, wo er zuvor schon als Sänger und Songwriter bei der Band Kaiserin aktiv war. Den gebürtigen Heidenheimer hat es schon durch halb Europa getrieben. „Der Entdecker von Wanda hat mich damals nach Wien geholt, außerdem bin ich viel in Griechenland unterwegs“, beschreibt Roza seine Lebensreise. „Doch irgendwann trieb mich ein Rendezvous nach Regensburg – so kam ich das erste Mal in diese Stadt.“ Von da an sei ihm klar gewesen, dass er hier eine neue Band gründen wolle.

Seinen späteren Bandkollegen Elias habe er auf einem Craftbeer Festival Bass spielen sehen und sei sofort begeistert gewesen. Elias kommt aus Regensburg und hat die anderen beiden Bandmitglieder, Sebastian und David, später mit zu Roza gebracht. Den Umstand, dass sie beim Heimatsound-Festival als Neutraublinger Band bezeichnet werden, erklärt Roza wie folgt: „Bayern 2 hat da einfach meine gemeldete Adresse übernommen, das hat mit der Band aber nichts zu tun. Wir identifizieren uns ganz klar als Regensburger Band.“

Dass der Song „München Glockenbach“ ebenfalls einen Heimatbezug hat, sei natürlich nicht ganz zufällig, Roza habe früher tatsächlich mal in München gewohnt und in dem Lied seine Erlebnisse aus den Glockenbacher Nächten verarbeitet. Der Song sei also schon vor der Gründung der Band fertig gewesen. Er habe als hauptberuflicher Songwriter sehr viele fertige Lieder im Repertoire, die nur darauf warten würden, von seiner neuen Band gespielt zu werden. „Ich habe auch einen Song über das Café Lila in Regensburg geschrieben, das bei meinem damaligen Rendezvous eine wichtige Rolle gespielt hat – vielleicht wird das ja die nächste Veröffentlichung von Rendezvoo“, kündigt Roza schon mal freudig an.

Bayern 2 beschreibt den Stil der jungen Band als die vielleicht leidenschaftlichste Neuentdeckung aus Regensburg, der Klang sei melancholisch punkig. Rendezvoo will mit der deutschen Sprache, die bisher ja oft mit Schlager und Rap assoziiert wird, auch den Pop-Rock wieder cool machen.

Inspirieren lässt sich Roza dabei vor allem von britischen Klängen, die seiner Meinung nach so viel mutiger und abwechslungsreicher sind als der deutsche Einheitsbrei. Zudem habe es die Kunst in Deutschland relativ schwer, da Förderungen, wie es sie in vielen großen Musiknationen gäbe, hier nicht existieren. Es gäbe allgemein wenig Unterstützung für noch unbekannte Bands. Selbst Berlin, die Stadt der Kunst und Startups, sei ein undankbares Pflaster für kleine Musiker. Die Konkurrenz ist groß und es würde lieber gegen- als miteinander gearbeitet werden.

Fan-Voting ist entscheidend

Und so trieb es ihn nach Regensburg, wo er derzeit einen Raum für sein neues Studio sucht – einen Platz für alle Musiker. „Für uns wäre der Sieg beim Heimatsound-Wettbewerb ein echtes Sprungbrett, um in dieser Stadt musikalisch Fuß zu fassen und hier richtig was aufzubauen.“ Der Sieger wird nicht von der Jury bestimmt, sondern via Online-Abstimmung durch die Fans. Jeder Teilnehmer kann Tickets für das Heimatsound-Festival im Passionstheater Oberammergau gewinnen, hier wird die Sieger-Band dann auftreten. „Wir machen unsere Musik für das Live-Erlebnis und nicht für die Platte – da wäre dieses Konzert der Wahnsinn für uns“, schwärmt Roza.

Wer die Jungs aus Regensburg unterstützen möchte, kann dies noch bis Sonntag auf der Website des BR tun.