Der Foodtrailer auf dem Pausenhof: Burger und Pommes für alle am Schulberg

Burger, Pommes, Wraps und Schnitzel – das alles und mehr gibt es seit dieser Woche direkt am Pausenhof des Fraunhofer an einem Foodtrailer. Das gesunde Fastfood soll eine Ergänzung zum Mensa-Essen an dem Chamer Gymnasium sein – steht aber auch Schülern benachbarter Schulen sowie Passanten zur Verfügung.
Trailer-Chefin Karo Henzler, die auch die Schulmensa am Fraunhofer betreibt, hat mit „K.H.’S Burger Queen“ den Geschmack von Schulleiter Uwe Mißlinger getroffen, der am Donnerstag bereits seinen ersten Schulburger draußen am Hof verdrückt hat. „Eine super Sache!“ So entzerre sich der Mittagsbetrieb in der Mensa, und den Schülern stehe ein breiteres Angebot zur Verfügung. Dass sich dabei die von Henzler für die Schulküche ausgegebene Devise gesundes Essen aus der Region nicht mit dem Fastfood-Gedanken überschneidet, dafür sorgt die Unternehmerin selbst: „Wir arbeiten auch im Foodtrailer mit regionalen Produkten, das Fleisch stammt aus der Region, die Burgerbrötchen machen wir selber.“
Wie deutlich sich das Essen am Trailer vom schlechten Ruf herkömmlichen Fastfoods unterscheidet, hat sie erst diese Tage beim Zusammenschreiben der Zusatzstoffe festgestellt, die gesetzlich ausgewiesen werden müssen. „Wir haben nirgends welche“, schüttelt sie selbst den Kopf.
Entlastung für die Mensa
Vom Konzept hat Henzler auch das Landratsamt recht schnell überzeugt, das unter anderem die Stellgenehmigung für den Trailer mitten am Schulgelände erteilen musste. „Leider hat es aber keine Fördermittel gegeben, was ich persönlich für ein solches Projekt schade finde“, unterstützt Mißlinger seine Partnerin in Sachen Schulküche. „Immerhin trägt Henzler die gesamte unternehmerische Verantwortung für etwas, wofür man möglicherweise irgendwann einen Anbau bezahlen müsste.“ Ohne die versetzte Mittagszeit der Ganztagsklassen wäre die Mensa schon jetzt um 13 Uhr übervoll.
Schüler und Externe sind begeistert
Bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung des Imbisswagens am Dienstag wurde das Angebot übrigens gut angenommen, freut sich Henzler. Und zeigt sich begeistert darüber, dass auch die Idee, das Angebot für alle zu öffnen, bereits bei einigen externen Gästen angekommen ist. „Wir hatten schon Kunden von BOS/FOS und Berufsschule, und auch ein paar Passanten haben schon spontan vorbeigeschaut.“ Stehtische und Aufsteller am Pausenhof zeigen schnell, dass es beim Fraunhofer etwas Neues gibt.
„Man muss knallhart kalkulieren“
Eigentlich steht ja auch das Mensaessen allen Gästen offen. „Aber das wird kaum angenommen, die Hemmschwelle ist zu groß, als Externer einfach so die Schule zu betreten“, vermutet Henzler, die vor ziemlich genau zwei Jahren das Catering am Fraunhofer übernommen hat. Rentabel wird das Geschäft mit dem Schulessen aber erst durch eine größere Menge ausgegebener Gerichte pro Tag, die Henzler durch die gleichzeitige Versorgung des Schulzentrums in Roding erreicht, wo täglich 220 Gerichte über die Theke gehen. Dazu kommen rund 100 Essen am Fraunhofer pro Tag. „Man muss einfach ganz knallhart kalkulieren, wenn man auch noch nachhaltig und regional kochen will. Deshalb versuchen wir auch so wenig wie möglich wegzuwerfen.“
Eltern fordern die eierlegende Wollmilchsau
Den Spagat, den Elternwillen (Mißlinger: „Alles soll frisch, gesund und billig, dabei aber auch flexibel verfügbar sein“) umzusetzen und gleichzeitig kindgerechte Gerichte anzubieten, schafft Henzler seitdem mühelos, lobt der Schulleiter. „Seit zwei Jahren gibt es in keiner einzigen Hinsicht Probleme, die Portionen passen, das Personal ist freundlich, und inzwischen kommen sogar immer öfter Lehrer zum Essen in die Mensa. Das hat es früher nicht gegeben.“
In den nächsten Wochen will Henzler die Karte optimieren. Und der Foodtrailer soll noch umgebaut werden. „Wir haben schnell festgestellt, dass das Innenleben so, wie es aufgebaut ist, nicht passt.“
Demnächst: Eiskaffee am Schulhof
Der Foodtrailer soll das ganze Jahr über am Pausenhof stehen. „Wenn es nicht gerade einen Meter hoch Schnee hat, haben wir geöffnet“, sagt Henzler, die sich im Winter beispielsweise auch vorstellen kann, warme Getränke anzubieten. Jetzt, für die letzten Wochen des Schuljahres, hat sie schon die erste Neuerung geplant: „Wir werden Eiskaffee anbieten.“
K.H.’S Burger Queen
Öffnungszeiten: In der Schulzeit Montag bis Donnerstag von 11 bis 13.30 Uhr, Ferien geschlossen
Tipp für externe Gäste: Vor 13 Uhr geht es entspannter zu, wenn die Schüler im Unterricht sind.