Fraunhofer-Gymnasium bekommt ein leuchtendes Geschenk zum 100-Jährigen

Von Tanja Fenzl · 24. April 2023 um 19:00

Na, wem ist es schon aufgefallen? In riesigen blauen Lettern prangt der Schriftzug knapp unter dem Dach am Hauptgebäude des Gymnasiums: „Fraunhofer“ steht da kurz und knapp. Am Schulberg geht den Chamern damit sogar ein Licht auf.

Der Clou: Der Schriftzug kann beleuchtet werden. „Das hat uns der Förderverein zum 100-jährigen Bestehen spendiert“, sagt Schulleiter Uwe Mißlinger. Am Samstagabend zum großen Festakt anlässlich des runden Jubiläums der Schule wurde die Beleuchtung erstmals eingeschaltet.

Riesige Lettern

Doch aufmerksame Chamer haben die Buchstaben bereits seit einigen Wochen bemerkt. Aus Termingründen hatte die Handwerksfirma die 60 Zentimeter großen wetterfesten Kunststofflettern nicht erst zum Jubiläum, sondern bereits am 23. Februar angebracht. „Jeder einzelne durchsichtig-blaue Buchstabe wurde auf eine weiße Metallhalterung in Buchstabenform montiert“, erklärt der langjährige Fördervereins-Vorsitzende Christian Nowotny. Die Buchstaben stammen von einer Firma aus Pfreimd. „Die blaue Schulfarbe wurde nicht ganz getroffen, aber fast“, freut sich Mißlinger.

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Die Idee, dem Gymnasium weithin sichtbar seinen Namen aufzudrücken, gibt es schon viele Jahre. „Ich glaube, Sigrid Schiedermeier, stellvertretende Schulleiterin, hat sich schon vor zehn Jahren über die leere Fassade beschwert, die sie jeden Tag auf ihrem Schulweg von Cham-West her anschauen musste“, erinnert sich Nowotny. Über die Jahre wurden in der Schule und im Förderverein viele Ideen diskutiert und wieder verworfen: So seien Lichtprojektionen auf dem Boden oder an einer Fassade oder ein riesiges Plakat im Gespräch gewesen. Und auch über den Namen selbst wurde lange diskutiert. „Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium“ erschien zu lang, die Abkürzung „JvFG“ sei furchtbar sperrig und potthässlich, sagt Nowotny. Auch Mißlinger meint: „JvFG ist ein Zungenbrecher.“

Etwas Kurzes, Knackiges

Ein befreundeter Architekt gab am Ende den Ausschlag: etwas Kurzes, Knackiges, Jugendliches müsse an die Fassade, ein Markenname. „Wenn wenn man jemanden im Landkreis fragt, wo gehst du zur Schule, dann sagt der nicht, JvFG, sondern er sagt, er geht ans Fraunhofer“, sagt Mißlinger. „Im Landkreis weiß jeder, was mit Fraunhofer gemeint ist, auch ohne den Zusatz Schule oder Gymnasium.“

„Und die fünf Hanseln, die von auswärts kommen und das nicht wissen, die sind uns egal“, zeigt auch Nowotny klare Kante. Insgesamt sei das Geschenk des Fördervereins als integratives Element identitätsstiftend und lange überfällig. „Wir haben gesagt, wenn ein Wunsch so lange besteht, soll er auch einmal erfüllt werden. Und wenn nicht jetzt, wann dann?“

Anfrage bei der Fraunhofer-Gesellschaft

Der Schriftzug „Fraunhofer“ war den Entscheidungsträgern letztendlich sogar eine Anfrage bei der Fraunhofer-Gesellschaft wert. „Fraunhofer ist ein Markenname für das Fraunhofer Institut und die Fraunhofer Gesellschaft; wenn man den öffentlich so verwenden will, muss man anfragen.“ Am Ende gab es Grünes Licht für das Chamer blaue Licht, das sich vom grünen Logo der Fraunhofer Gesellschaft schon rein farblich abgrenzt.

Beleuchtet werden soll in diesen Zeiten übrigens erst einmal nur in Ausnahmefällen, wie am Samstag zum großen Jubiläumsakt. Schulleiter Mißlinger kündigt aber an, dass die Schüler in ein Projekt miteinbezogen werden sollen, um nach alternativen umweltfreundlichen Lösungen zu suchen, den Strom für die Beleuchtung des Namens selbst herzustellen. „Wir haben ja allein schon jede Menge Wahlfächer, wo sich das anbieten würde“, sagt Mißlinger. Das wäre dann ein leuchtendes Beispiel für die Umsetzung praxisnaher, physikalischer Lerninhalte – ganz in der Nachfolge des Namensgebers der Schule.

Bereits im Februar brachten Handwerker die großen Lettern aus Pfreimd an der Fassade an. -Foto: Mißlinger
Der Schriftzug leuchtet im Dunkeln blau. Ein Schülerprojekt soll später Strom dafür liefern.. -Foto: Mißlinger