Schutzmaßnahmen halten: Erlösende Nachricht für Anwohner in der Werftstraße

Für die Anwohner der Werftstraße kam am Donnerstagmittag die erlösende Nachricht. Freitag ab 14 Uhr dürfen sie in ihre Häuser zurückkehren. Die Mitteilung gab die Stadt Regensburg aufgrund der aktuellen Prognose heraus. Der Pegel war kurz davor unter die Sechs-Meter-Grenze gesunken, im Laufe des Tages ging der Wasserstand zentimeterweise weiter zurück.
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„Durch die gezielte Erhöhung des Wasserspiegels konnten bislang die Straße beziehungsweise die Hochwasserschutzelemente gehalten werden“, so die Stadt. Da an der Eisernen Brücke gestern allerdings immer noch Meldestufe 4 galt und Wasser- und Grundwasserpegel auch weiterhin nur langsam sinken würden, konnte kein früherer Zugang erlaubt werden.
Anwohner können nur zu Fuß zurückkehren, vor Ort wird kontrolliert. Mit dem Fahrrad oder dem Auto sei weiterhin kein Zugang möglich. Ab 13.30 Uhr soll für die Anwohner der Regensburger Kriseninterventionsbus in der Wöhrdstraße bereitstehen. Die Stadt bittet die Anwohner, sorgsam durch die Räume zu gehen und auf mögliche Risse zu achten. Bei Bedarf kann über das Bürger-Telefon unter der Nummer (0941)5078936 Beratung angefragt werden. Auch bei Problemen mit Strom, Trinkwasser oder Gas können sich die Anwohner dorthin wenden. Vor Ort an der Werftstraße sprach der Regensburger THW-Ortsbeauftragte Dominik Kastaun am Donnerstagmittag von einer „statischen Lage“.
Spundwände halten
„Damit Gegendruck erzeugt wird und die Spundwände halten, ist ein gewisser Wasserstand vorgegeben. Der wird gehalten“, erklärte er das Vorgehen, zu dem sich die Führungsgruppe Katastrophenschutz am Mittwochmorgen entschieden hatte. Auf Weisung des Tiefbauamtes würde zeitweise immer wieder Wasser abgepumpt werden, so Kastaun.
Zusammen mit Bürgermeisterin Astrid Freudenstein empfing er an der Eisernen Brücke den THW-Landesbeauftragten Fritz-Helge Voß, der sich in der Oberpfalz und in Niederbayern ein Bild von der Situation verschaffte. „Wir haben ein hohes und sehr langgezogenes Hochwasser an der Donau. Das gab es so tatsächlich noch nicht“, so Voß bei seinem Halt in der Domstadt.
Die Werftstraße sei einer der typischen Fälle in der Region, bei denen man versuche, durch Abwehrmechanismen größere Schäden zu verhindern. „Jetzt schauen wir, dass wir das die nächsten Tage auch noch hinkriegen“, sagte er. Mit den Zentimeter um Zentimeter sinkenden Pegelständen wuchs auch die Zuversicht von Tom Aumer. Täglich überprüft der Präsident der Regensburger Turnerschaft, wie es im Inneren der gesperrten RT-Halle am Oberen Wöhrd aussieht – so auch am Donnerstag. „Das Grundwasser wird hochgedrückt, das läuft hier raus“, erklärte er mit Blick auf einen dicken Schlauch, aus dem es neben dem Haupteingang auf den Asphalt sprudelte.
In der RT-Halle laufen die Pumpen
„Das Wasser ist kristallklar, somit ist das weniger ein Problem“, fügte er hinzu. Weitaus schlimmer wäre es gewesen, wenn Hochwasser aus der Donau in die Halle geflossen wäre. „Dann hätte man den Geruch und den ganzen Dreck drin.“ Im Gegensatz zu der Überflutung im Jahr 2013 sei das Wasser jedoch nicht einmal bis zum Parkplatz gelaufen. „Ein sehr großes Lob“ sprach Aumer den Hausmeistern und dem Sportamt der Stadt Regensburg aus, die Eigentümer der Halle ist. Man habe dort schnell reagiert und gehandelt. „Wir waren eigentlich optimal vorbereitet“, fügte er hinzu.
Mehr als 200 Sandsäcke schützen derzeit das 1928 errichtete Gebäude. Am tiefsten Punkt im Inneren, dem ehemaligen Weinkeller, laufen die Pumpen. „Das ist eine der neuralgischen Stellen“, sagte Aumer. Gefährdet seien auch die Kegelbahn und das Bootshaus, doch beides sei bislang trocken geblieben. „Man lernt, mit dem Hochwasser umzugehen. Wir wissen, wo die Problemstellen sind“, so Aumer.

